Nach Gerichtsurteil

Baum und Gedenkstein sollen an getöteten Tim in Querfurt erinnern

Von Anke Losack
Ein Baum und ein Gedenkstein   sollen an  Tim erinnern.  Von rechts: Kinderschützer Carsten Stahl, Bürgermeister Andreas Nette, Wohnungsbau-Chef Thomas Müller und Markus Voigt vom gleichnamigen Steinmetzbetrieb.
Ein Baum und ein Gedenkstein sollen an Tim erinnern. Von rechts: Kinderschützer Carsten Stahl, Bürgermeister Andreas Nette, Wohnungsbau-Chef Thomas Müller und Markus Voigt vom gleichnamigen Steinmetzbetrieb. Foto: A. Losack

Querfurt - Der gewaltsame Tod des zweijährigen Tim aus Querfurt im Sommer 2020 erschüttert viele Menschen in Querfurt und auch darüber hinaus nach wie vor. Nachdem am vergangenen Freitag das Gericht ein Urteil im Prozess gesprochen hat, wurde am Birkenweg, wo Tim wohnte, ein Gedenkort eingerichtet. In einer gemeinsamen Aktion von Querfurts Bürgermeister Andreas Nette (parteilos) und dem aus dem TV bekannten Kinderschützer Carsten Stahl ist dort ein Ginkgobaum gepflanzt und ein Gedenkstein errichtet worden. Beides soll an Tim erinnern und als Zeichen für den Schutz von Kindern stehen.

Mordfall Tim schockiert Querfurter

Man merke bei Querfurtern auch heute noch die Wut über das schreckliche Verbrechen, das sich hier ereignet hat. Der Zweijährige war tot in der Wohnung der Mutter aufgefunden worden. Ein rechtsmedizinisches Gutachten ergab, dass er an den Folgen massiver Gewalt gestorben war. Am vergangenen Freitag ging der Prozess gegen die Mutter und ihren angeklagten Ex-Lebenspartner zu Ende. Dieser muss lebenslang ins Gefängnis.

Tims Mutter wurde zu einer sechsmonatigen Bewährungsstrafe verurteilt. Ihr war unter anderem fahrlässige Körperverletzung durch Unterlassen vorgeworfen worden. Beide Urteile sind noch nicht rechtskräftig. Dass der Hauptangeklagte die Höchststrafe bekommt, „das haben wir auch so erwartet und so gefordert“, sagt der Bürgermeister. Dass die Staatsanwaltschaft Rechtsmittel im Fall der Mutter einlegen will, begrüße er ausdrücklich.

Nach Tod von Tim: „Hier muss das Gesetz aktualisiert werden“

„Das alles macht Tim natürlich nicht wieder lebendig“, sagte Andreas Nette. Doch mit dem Baum und dem Stein wolle man ihm gedenken. Außerdem sei es ein Zeichen für den Kinderschutz, ergänzte Carsten Stahl. „Der hat für mich oberste Priorität. Die Kinder kommen zuerst, denn sie sind die Zukunft.“ Er könne nur hoffen, dass man künftig solche Taten wie an dem kleinen Tim in Querfurt gemeinsam verhindert könne.

Dass auch auf Bundesseite etwas getan wird, um das Kinder- und Jugendschutzgesetz anzupassen, findet Bürgermeister Andreas Nette erfreulich. Auch in Sachsen-Anhalt sei noch Handlungsbedarf, erklärt er und fordert: „Auch hier muss das Gesetz aktualisiert werden. Zum Beispiel müssen verbindliche Frühuntersuchen mit rein.“ (mz)