Tourismus

Warum „Harz Adventure“ in Gernrode umgezogen ist

Vier begeisterte Mountainbiker hatten die Firma bereits vor 15 Jahren gegründet. Wie E-Bikes die Nachfrage verändert haben.

Mathias Rudolf (r.) und Sebastian Kunze reparieren ein Bike. Das ist am neuen Standort von ?Harz Adventure? problemlos möglich.
Mathias Rudolf (r.) und Sebastian Kunze reparieren ein Bike. Das ist am neuen Standort von ?Harz Adventure? problemlos möglich. Foto: Korn

Gernrode Beim Kuckuck kann jetzt auch auf Rädern durch den Harz gestartet werden: „Harz Adventure“ hat Räume auf dem Gelände der Harzer Uhrenfabrik in der Gernröder Lindenstraße bezogen. „Wir vermieten E-Bikes und E-Mountainbikes und bieten geführte Touren an“, sagt Mathias „Rudi“ Rudolf.

Er, Sebastian „Kunzi“ Kunze, Reinhardt „Pepe“ Petrasch und Guido „Fritze“ Friedrich sind „Harz Adventure“, das sie nebenberuflich betreiben. Alle vier sind zudem selbst begeisterte Mountainbiker. „Wir kennen die Gegend, kennen die Strecken und können so auch Tourenvorschläge mitgeben und beraten“, sagt Mathias Rudolf.

„Harz Adventure“ habe er schon vor 15 Jahren gegründet, berichtet Sebastian Kunze. Über den Sport – sein Hobby – habe er damals Interessierten die schöne Harz-Region näherbringen, diese bekannter machen wollen und Rad- und Wandertouren angeboten, anfangs auch das Klettern. Doch die Nachfrage „hat sich in Grenzen gehalten“; das Angebot sei schließlich aufgegeben worden. Das alte „Harz Adventure“ sei aber noch im Internet zu finden gewesen.

„Wir haben 2018 mit sechs E-Bikes angefangen. Wir dachten, wir probieren es, und wenn es nicht funktioniert, nutzen wir die selbst.“

Mathias Rudolf, „Harz Adventure“

Als dann die E-Bikes aufkamen, entschlossen sich die vier Gernröder, die sich vom Mountainbike-Fahren kannten und auch gemeinsam unterwegs waren, unter diesem Namen einen Verleih zu starten. „Wir haben 2018 mit sechs E-Bikes angefangen. Wir dachten, wir probieren es, und wenn es nicht funktioniert, nutzen wir die selbst“, berichtet Mathias Rudolf. 2019 wurde eine GmbH gegründet.

Doch der Standort für den Verleih war nicht optimal: In der Osterallee wurden Räume gemeinsam mit einem Immobilienbüro genutzt. „Das war nur ein kleines Büro“; die Räder hätten an einem anderen Ort untergestellt werden müssen, und auch mal die eine oder andere Reparatur sei dort nicht möglich gewesen, schildert Mathias Rudolf. „Wir waren auf der Suche nach einem neuen Standort“, sagt Sebastian Kunze.

Den konnte Christian Bertram, der Eigentümer der ehemaligen Uhrenfabrik, schließlich anbieten. „Wir haben uns das angeguckt und gesagt: ‚Das passt‘“, schildert Sebastian Kunze und fügt mit einem Schmunzeln hinzu: „Das ist das Epizentrum von Gernrode.“

Besucher von Stiftskirche, Elementarschule und Uhrenfabrik sorgen für Zulauf

„Es ergänzt sich alles“, fügt Mathias Rudolf erklärend hinzu. Interessenten könnten vom Uhrenmuseum aus eine Radtour starten, davor oder danach das Museum und die Schauwerkstatt besuchen und in die Gaststätte „Zum Kuckuck“ einkehren.

Mancher frage auch nach Unterkünften, und die, die eine Unterkunft hätten, erkundigten sich, was sie in der Region machen könnten. „Es ist eine runde Sache“, sagt Mathias Rudolf. Die neuen Räume bieten Platz, die Räder auszugeben, die Akkus aufzuladen, und auch Reparaturen sind vor Ort nun problemlos möglich.

„Die Mehrzahl der Buchungen läuft aktuell über das Internet“, sagt Sebastian Kunze. Am neuen Standort kommen nun durch die Besucher im Kulturdreieck – das sind die Stiftskirche St. Cyriakus, die Alte Elementarschule und die Uhrenfabrik – weitere Interessenten hinzu. „Und wir wachsen nach und nach“, sagt Sebastian Kunze.