Kurtaxe steigt deutlich

Kurtaxe für Touristen soll steigen: Warum die Stadt Quedlinburg ab April 2021 eine neue Satzung bekommt

Quedlinburg - „Ich denke schon, dass wir unabhängig von der Kalkulation moralisch verpflichtet sind, von 2,50 auf 3,50 Euro zu erhöhen“, sagte Frank Ruch. Denn erhöhte Ausgaben, beispielsweise im Bereich des Harzer Urlaubstickets, hätten aus anderen Mitteln gedeckt werden müssen. Zwar gehe man mit der neuen Kurtaxe an die Spitze im Landkreis. „Aber ich denke, das können wir erhobenen Hauptes machen“, sagte der OB.

Von Petra Korn

Die Kurtaxe in der Stadt Quedlinburg soll steigen: Ab dem 1. April soll sie für Erwachsene 3,50 Euro je Übernachtung betragen - bisher sind es 2,50 Euro. Der ermäßigte Satz, beispielsweise für Kinder nach vollendetem 6. und vor vollendetem 18. Lebensjahr, beträgt weiterhin 50 Prozent. Das sieht die neue Kurtaxsatzung vor, die derzeit in den Gremien des Stadtrates beraten wird.

„Wir treffen jetzt die Entscheidung für die Nach-Corona-Zeit“, sagte Oberbürgermeister Frank Ruch (CDU) in der virtuellen Fragestunde des Kultur-, Tourismus- und Sozialausschusses auf Anfrage von Angelika Krause (CDU).

Die Ausschussvorsitzende hatte nachgefragt, ob es denn ratsam sei, jetzt, in dieser schwierigen Situation, über die Erhebung der Kurtaxe zu sprechen. Die Beratung darüber, so Frank Ruch, sei bereits wegen des ersten Lockdowns geschoben worden.

Wie er erläuterte, gehe man davon aus, im zweiten Quartal wieder Gäste begrüßen zu dürfen. „Für diese Zeit ist die Kurtaxsatzung gedacht.“ Die Kurtaxe würde von den Gästen erhoben, sie „belastet nicht unsere Tourismuswirtschaft“, so Ruch.

Laut Kalkulation - hier fließt der Aufwand ein, um Einrichtungen, die dem Tourismus dienen, herzustellen, zu unterhalten, zu erweitern, zu verbessern oder zu erneuern - könnte ein Maximalbeitrag von 3,82 Euro erhoben werden.

„Ich denke schon, dass wir unabhängig von der Kalkulation, die die fiskalische Rechtfertigung bringt, auch moralisch verpflichtet sind, von 2,50 auf 3,50 Euro zu erhöhen“, sagte Frank Ruch. Denn erhöhte Ausgaben, beispielsweise auch im Bereich des Harzer Urlaubstickets, hätten aus anderen Mitteln gedeckt werden müssen.

Touristen sollen durch ermäßigte Führungen und Eintritt einen Mehrwert bekommen

Zwar gehe man mit der neuen Kurtaxhöhe an die Spitze im Landkreis. „Aber ich denke, das können wir erhobenen Hauptes machen“, sagte der Oberbürgermeister mit Verweis auf das Angebot für Touristen, „das Gesamtpaket Welterbe“ in der Stadt.

Zumal: „Wir wollen auch unsere Angebote erhöhen an Gäste, zum Beispiel durch weiter ermäßigte Führungen und ermäßigten Eintritt in Kultureinrichtungen, sodass es einen Mehrwert gibt neben der kostenlosen Nutzung des ÖPNV.“ Wie Frank Ruch weiter sagte, solle mit der neuen Satzung auch die Jahreskurtaxe „harmonisiert“ werden, die künftig einheitlich 60 Euro betragen soll.

Die Argumentation zur neuen Satzung „muss der Öffentlichkeit so klargemacht werden“, sagte Angelika Krause. Viele, wie beispielsweise Inhaber von Pensionen, hätten unmittelbar Kontakt zu Touristen. Frank Ruch versprach: „Wir werden kommunizieren.“

Sylvia Marschner (CDU) verwies darauf, dass die Kurtaxe „nicht kostenlos für Hoteliers“ sei: Sie machten „die Abrechnung für lau für die Stadt“ und hätten bei Kartenzahlung der Gäste einen Prozentsatz selbst zu zahlen. (mz)