Inventur beim Harzklub

Inventur beim Harzklub : Neue Wege mit alten Wegen

Bad Suderode - Verein will das Wandernetz optimieren. Beim Zweigverein Bad Suderode sind so neue Schilder in den Wald gekommen, und eine Strecke ist attraktiver geworden.

Von Petra Korn

„Weniger ist mehr“, sagt Guido Liesecke. Seit zwei Jahren ist er Wanderwart beim Harzklub-Zweigverein in Bad Suderode, der neben der Bad Suderöder Gemarkung auch die Gernröder betreut.

Dazu gehören rund 70 Kilometer Hauptwanderwege, 10 Kilometer Selketalstieg - der am meisten frequentiert wird - und rund 30 Kilometer kleinere Wanderwege.

Wie in anderen Zweigvereinen auch, ist hier jetzt „große Inventur“ gemacht worden, sagt Guido Liesecke. Jeder Weg sei erfasst, GPS-Daten seien zugeordnet und - noch wichtiger - die Attraktivität des Weges für Wanderer betrachtet worden.

Neues Projekt beim Harzklub: Strecken sind in Kategorien unterteilt

Der Hintergrund: Der Harzklub will insgesamt 10.000 Kilometer Wanderwege optimieren. So will er ein Netz übereinander und nebeneinander angelegter Strecken entflechten, die Struktur für Gäste überschaubarer machen - und zugleich den hohen Unterhaltungsaufwand verringern.

So seien die Strecken in die Kategorien eins - für Wanderer sehr interessant - bis drei - Strecken, die irgendwann aus der Betreuung herausfallen - eingeordnet worden, beschreibt Guido Liesecke.

Das „Mehr“ ist im Bereich Bad Suderode mit dem „44J“ entstanden - einem Hauptwanderweg, der von Bad Suderode nach Friedrichsbrunn führt und nun einen neuen Verlauf hat.

Neues Projekt beim Harzklub: Weg von der Straße

Die Strecke führte parallel zur Straße - das war „wenig attraktiv“, findet der Wanderwart. Im Januar 2016 sei die Idee entstanden, sie von der Straße weg zu verlegen und zugleich den Preußischen Saalstein - einen Felsen oberhalb des Kalten Tales - und die Viktorsklippen mit einzubeziehen.

Einen entsprechenden Weg habe es schon gegeben, doch hier sei durch Schneebruch viel zerstört gewesen.

Über eine Kooperation mit der Arbeitsfördergesellschaft sei der Weg wieder freigeschnitten worden. „Im Frühling dieses Jahres wurde er dann neu erfasst als 44J“, erklärt der Wegewart.

„Man muss rausgehen, gucken, an welchen Stellen Schilder angebracht werden müssen, wo eine Bank aufgestellt werden sollte, wie man den Weg pflegen kann.“

Ab August sei dann in Rücksprache mit dem Hauptwegewart des Harzklubs die Umverlegung vorgenommen worden. „Der neue Weg ist länger, aber interessanter. Und er ist sportlicher“, verweist Guido Liesecke auf die Serpentinen zum Preußischen Saalstein.

Neues Projekt beim Harzklub: Schilder entworfen und Daten ermittelt

Die Schilder für den neuen Weg wurden am Computer entworfen, so der Wanderwart. Hier habe er auch die anzugebenden Entfernungen zu den Zielen ermittelt.

Noch versehen mit den Koordinaten des Standorts, gehe der Schild-Entwurf dann zur Prüfung zum Hauptwegewart - und erst danach in den Druck. Die neuen Schilder habe er teils selbst an der Strecke angebracht, sagt Guido Liesecke.

„Wir haben das aber auch mit einer Wanderung und einem Arbeitseinsatz im Verein verbunden.“ Versehen sind die funkelnagelneuen Schilder nicht nur mit Koordinaten, Zielen und Kilometerangaben - sie zeigen auch, wo sich Stempelstellen der „Harzer Wandernadel“ befinden. „Das zieht Leute in den Wald“, weiß Liesecke.

Neues Projekt beim Harzklub: Korrekturen mussten erfolgen

Der „Außendienst“ ist aber nur eine Seite - die andere sind die Kartenkorrekturen für die Verlage. „Nichts ist ärgerlicher als falsche Markierungen auf den Karten“, sagt der Wanderwart.

Auf entsprechenden Arbeitskarten werden die Korrekturen eingezeichnet; sie gehen dann zu den Verlagen.

Sich um die Be- und Neuausschilderung von Wegen zu kümmern, „das ist ein spannendes Thema“, findet Guido Liesecke.

„Ich bin gern draußen, gehe selbst gern wandern.“ Und, so sagt er, man sehe auch Ergebnisse, es gebe positive Reaktionen der Wanderer. Das nächste Projekt steht übrigens schon fest: Am Wanderweg vom Gernröder Mensingteich über Haferfeld zum Bremer Teich gebe es Stellen, die schlecht ausgeschildert seien. Das solle in Ordnung gebracht werden, so der Wanderwart. (mz)