Debatte mit Bürgerforum Quedlinburg

Debatte mit Bürgerforum Quedlinburg: Wie wichtig ist das Welterbe?

Quedlinburg - Bürgerforum Quedlinburg lädt alle Interessierten dazu ein, gemeinsam mit Denkmalschützern und Stadt Bilanz zu ziehen. Auch aktuelle Fragen.

Von Petra Korn

Das Welterbe - für das Bürgerforum Quedlinburg ein Thema, das „unserer Meinung nach zu sehr aus dem Bewusstsein der Bevölkerung gerutscht ist“, sagt Steffen Kecke.

Wie der stellvertretende Vorsitzende des Bürgerforums hinzufügt, fühle dieses sich der Bürgerschaft auch durch Aufklärung verpflichtet - und wolle daher das Thema wieder in den Fokus rücken: Unter dem Motto „Fünf Jahre Welterbe-Management-Plan Quedlinburg - Bilanzen und Ausblicke“ sind alle Bürger der Stadt und alle Interessierten am Donnerstag, 27. April, 18.30 Uhr, zu einer Podiumsdiskussion in das Palais Salfeldt eingeladen.

Referenten werden Ulrike Wendland, Landeskonservatorin beim Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie, Oliver Schlegel, Leiter der Unteren Denkmalschutzbehörden beim Landkreis Harz, und Frank Ruch (CDU), Oberbürgermeister der Stadt Quedlinburg, sein.

Managementplan gibt es seit fünf Jahren

Anlass für die Veranstaltung ist der Beschluss des Welterbe-Management-Planes vor fünf Jahren, der „mit großem Aufwand und viel bürgerschaftlichem Engagement erstellt wurde und aus einer Reihe von Einzelplänen besteht“, wie Steffen Kecke sagt. Dazu gehört auch der Denkmalpflegeplan.

„Wir wollen das fünfjährige Jubiläum zum Anlass nehmen, alle in der Stadt noch einmal von kompetenter Seite informieren zu lassen, was wir uns vor fünf Jahren vorgenommen haben, Bilanz zu ziehen, wie weit wir gekommen sind, und darüber zu diskutieren, wie wichtig der Welterbestatus ist“, so Kecke.

Wie er und Christian Amling, Vorsitzender des Bürgerforums und Fraktionsvorsitzender im Stadtrat, hinzufügen, gebe es auch aktuellen Anlass: den Abriss eines denkmalgeschützten Hauses in der Wassertorstraße und das Erarbeiten eines dritten Entwurfs für einen Bebauungsplan „Industriegebiet Quarmbeck“.

Weg ist frei für eine Ansiedlung

Der Weg, einen solchen Plan erarbeiten zu lassen, war im Stadtrat durch die Abwägung der Stellungnahmen zur zweiten Planungsvariante freigemacht worden - mit hauchdünner Mehrheit.

Das Industriegebiet soll entwickelt werden, um hier Flächen für die Ansiedlung von Industrie und Gewerbe anbieten zu können. Damit sollen die Einnahmen der Stadt aus Gewerbesteuern erhöht sowie Arbeitsplätze geschaffen bzw. erhalten werden.

Zur bisherigen Planung gab es Bedenken der Denkmalschützer; der dritte Entwurf, unterstrichen Stadtverwaltung und Befürworter, soll in Abstimmung mit der Denkmalpflege erarbeitet werden.

Denkmalschützer haben Vorbehalte

Die Vorbehalte der Denkmalschützer sind für das Bürgerforum Anlass, das Thema mit der Bevölkerung zu diskutieren, sagen Steffen Kecke und Christian Amling. Neben Sichtachsen und einer „einmaligen Dokumentation der Vergangenheit“ so Kecke, gehe es hier auch um ein Gebiet mit reicher Naturausstattung.

Dass Quedlinburg weiteres Gewerbe brauche, sei keine Frage, sagt er und verweist beispielsweise auf Industriebrachen, wo sich traditionelle Handwerksbetriebe oder Dienstleistungsunternehmen ansiedeln könnten. (mz)