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Erfolgreich als Informatiker an der Universität Würzburg

Wofür Wissenschaftler aus Naumburg einen Förderpreis erhielt

Martin Sträßer hat in seiner Masterarbeit ein Frühwarnsystem für Leistungseinbrüche bei Webshops entwickelt.

Von Constanze Matthes 08.09.2021, 11:03
Martin Sträßer (l.) aus Naumburg - hier mit seinem Doktorvater Professor Samuel Kounev - ist für seine Masterarbeit an der Universität Würzburg vom Arbeitskreis Softwarequalität & Fortbildung gewürdigt worden.
Martin Sträßer (l.) aus Naumburg - hier mit seinem Doktorvater Professor Samuel Kounev - ist für seine Masterarbeit an der Universität Würzburg vom Arbeitskreis Softwarequalität & Fortbildung gewürdigt worden. (Foto: R. Emmerich/Uni Würzburg)

Naumburg/Würzburg - Online-Shopping erlebt nicht erst in der Pandemie einen Boom. Leicht und bequem mit nur wenigen Klicks zu nutzen, steckt dahinter jedoch ein komplexes, aus vielen Programmen bestehendes Software-System, das allerdings nicht immer reibungs- und störungslos läuft. Mit einem Frühwarnsystem für Leistungseinbrüche hat sich der Naumburger Martin Sträßer in seiner Masterarbeit an der Julius-Maximilians-Universität in Würzburg beschäftigt - und das mit großem Erfolg. Der Arbeitskreis Softwarequalität & Fortbildung würdigte seine Forschungen mit einem Förderpreis. „Das hat mich natürlich sehr gefreut“, sagte der 25-jährige Informatiker.

Zunächst Luft- und Raumfahrtinformatik studiert

Dabei hat Martin Sträßer - sein Abitur legte er 2014 am Domgymnasium ab - nie einen regelmäßigen Informatikunterricht erfahren. „Das waren nur Einführungen in Word und Excel“, blickt der junge Wissenschaftler zurück. „Für Mathematik allerdings habe ich mich schon immer interessiert.“ Ganz gezielt hat er sich die Universität Würzburg ausgesucht, wo er zunächst Luft- und Raumfahrtinformatik studierte, um sich schließlich in seinem Masterstudium der Informatik der Entwicklung und Wartung von Software zu widmen. „Das ist ein vielfältiger Bereich. Im Informatikstudium wird nicht viel auswendig gelernt. Es geht vielmehr darum zu verstehen“, so Sträßer, der zudem ein halbes Jahr in Form von Work & Travel Neuseeland bereist und vor seinem Studium im Wintersemester 2014/2015 einen der Mint-Vorbereitungskurse der Universität Würzburg belegt hatte.

Für Mathematik allerdings habe ich mich schon immer interessiert.

Martin Sträßer, Doktorand der Informatik

Hier können Studierende das Angebot von insgesamt zehn Informatik-Lehrstühlen wahrnehmen, wird hier derzeit ein Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz und Datenwissenschaft aufgebaut. Begleitet wird Martin Sträßer bei seiner wissenschaftlichen Arbeit von einem Team rund um Professor Samuel Kounev. Der Lehrstuhlinhaber und Dekan der Fakultät für Mathematik und Informatik ist sein Mentor und nun auch sein Doktorvater und hatte ihn für den Förderpreis nominiert. In seiner Dissertation beschäftigt sich Sträßer mit einem ähnlichen Thema rund um Fragen des Cloud-Computing. Seinen Ansatz will er auf andere Felder übertragen: „Ich will versuchen, damit den Ressourcenverbrauch vorauszusagen, also, wie stark etwa Prozessoren belastet werden.“ Diese Ergebnisse sind zum Beispiel für Telekommunikationsanbieter interessant, die Ressourcen bereitstellen.

Berufliche Zukunft in der Wissenschaft

Bis Herbst 2024 plant er, seine Doktorarbeit fertigzustellen. Seine Stelle im Bereich Software Engineering wird vom Land Bayern finanziell unterstützt. Längerfristig sieht Martin Sträßer seine berufliche Zukunft in der Wissenschaft: „Ich halte mir aber auch einen Weg in die Industrie oder in die industrielle Forschung offen.“ Auch ins Ausland würde er gern gehen. Sein Traumziel sind dabei die USA.

Mit seiner Heimatstadt, seinen Eltern und Freunden ist der Doktorand indes weiterhin sehr verbunden. Er kommt nicht wie so viele nur zu großen Anlässen wie Kirschfest, Weinmeile oder Advent in den Höfen an die Saale. „Ich bin eigentlich einmal im Monat oder aller sechs Wochen in Naumburg“, erzählt Sträßer, dessen Geschwister in Bayern und in Baden-Württemberg zu Hause sind. Auch deshalb fiel damals die Wahl auf Würzburg.