Fußball

Verlängerung in Lossa, Jubel bei den Bad Kösenern

Blau-Weiße siegen beim Verfolger und stehen vor dem Titelgewinn. Landesklasse-Vertreter Laucha und Kreisoberligist Mertendorf erreichen Halbfinale des Burgenlandpokals.

Von Torsten Kühl 23.05.2022, 07:51
BSC-Akteur  Maximilian Handt (r.), der hier  David Schiele von der gastgebenden Eintracht/Union Kombination abzuschütteln versucht, erzielte vor großer Kulisse in Lossa in der Verlängerung den entscheidenden Treffer.
BSC-Akteur Maximilian Handt (r.), der hier David Schiele von der gastgebenden Eintracht/Union Kombination abzuschütteln versucht, erzielte vor großer Kulisse in Lossa in der Verlängerung den entscheidenden Treffer. (Foto: Andreas Löffler)

Naumburg - Drei der vier Halbfinalisten im Burgenlandpokal stehen mit der SV Mertendorf (Kreisoberliga) sowie den beiden Landesklasse-Vertretern BSC Laucha und SSC Weißenfels II (5:0-Sieger bei Wacker Wengelsdorf) seit Sonnabend fest. Der letzte Teilnehmer der Vorschlussrunde wird am kommenden Mittwoch zwischen Blau-Weiß Bad Kösen und dem 1. FC Zeitz ermittelt.

BURGENLANPOKAL, Viertelfinale: Lossa/Rastenberg - BSC Laucha 0:1 n.V. (0:0). Volksfeststimmung am Samstagnachmittag in Lossa: Fast 250 Zuschauer, darunter auch aus Buttstädt und Bad Bibra, sahen einen packenden und bis zum Schluss extrem spannenden Pokal-Fight - mit dem glücklicheren Ende für die Landesklasse-Kicker aus der Glockenstadt. Eine von Maximilian Handt (96.) direkt verwandelte Ecke, wobei eventuell Matthias Meissner mit den Haarspitzen noch am Ball war, entschied diese Partie erst in der Verlängerung zugunsten des Favoriten.

Der Auftakt zum Spiel in Lossa erfolgte in Begleitung von Einlaufkindern, die dann auch kräftig mitfieberten.
Der Auftakt zum Spiel in Lossa erfolgte in Begleitung von Einlaufkindern, die dann auch kräftig mitfieberten.
(Foto: Andreas Löffler)

„Wir wollten wie schon in der Runde zuvor gegen Burgwerben aus einer stabilen Defensive agieren“, erklärte der Lossaer Stürmer Mario Rahaus die Taktik seiner Mannschaft. Die Lauchaer operierten mit langen Diagonalbällen auf den schnellen Handt, der in der ersten Halbzeit allein vor Keeper Tommy-Lee Fechner auftauchte, aber knapp über den Kasten der Gastgeber schoss. Auf der Gegenseite verfehlte Justin Krämer das BSC-Tor nur knapp. Auch nach dem Seitenwechsel war es eine ausgeglichene Partie. Lucas Hoffmann scheiterte am stark reagierenden Fechner, und Leonard Wagner fand in Lauchas Schlussmann Robert Reis seinen Meister. Krämer und Handt hatten weitere Chancen. Nach dem „goldenen“ Tor ließ sich Gästespieler Christopher Schumann zu einer Unsportlichkeit hinreißen; dafür sah er die Ampelkarte. „Das ist mega-ärgerlich, weil er sonst immer ein fairer Sportsmann ist, uns nun aber im Halbfinale fehlen wird“, sagte BSC-Coach Ronny Starch. Er hatte seinen Co-Trainer Jörg Schnauß im zentralen Mittelfeld aufbieten müssen, weil Simon Riesen erst verspätet von der Arbeit dazustoßen konnte. Ansonsten war das Aufgebot der Lauchaer ausgedünnt gewesen. Alexander Saal, Lars Porse und Fabian Keidel machen derzeit gerade eine Radtour von Passau nach Budapest; bei ihrer Reiseplanung hatten sie das Pokalspiel nicht auf dem Schirm gehabt. Und Patrick Hoffmann fehlte ebenfalls wegen Urlaubs.

Lauchas Kapitän   Mario Bothe, dessen Team 1:0 siegte, wird von  Clemens Lange (Lossa/Rastenberg) bedrängt.
Lauchas Kapitän Mario Bothe, dessen Team 1:0 siegte, wird von Clemens Lange (Lossa/Rastenberg) bedrängt.
(Foto: Andreas Löffler)

SV Mertendorf - ESV Herrengosserstedt 3:1 (2:0). Die Wethautaler machen ihrem Ruf als Favoritenschreck im Burgenlandpokal dieser Saison weiter alle Ehre. Nachdem sie im Achtelfinale den höher gewetteten Kreisoberliga-Konkurrenten Naumburg II im Elfmeterschießen bezwungen hatten, kegelten sie nun die Herrengosserstedter Landesklasse-Kicker in der regulären Spielzeit aus dem Wettbewerb. Das SVM-Team bot die beste erste Halbzeit seit Langem, trat ohne Angst, dafür mit großer Spielfreude und engagiertem Zweikampfverhalten auf. Carl-Thomas Lohrke (12.) nach einem Eckstoß aus Nahdistanz und Morris Blumtritt (39.) mit einem Flatterball aus gut und gerne 25 Metern sorgten für die verdiente Pausenführung der Gastgeber, die Florian Sieske (64.) nach einem von Daniel Schmelzer eingeleiteten Konter mit einem Schuss ins kurze Eck auf drei Treffer ausbaute. Benjamin Hackbart (82.) konnte für den ESV nur noch verkürzen. Während es in der Liga als Schlusslicht für sie nicht so gut läuft, sorgen die Mertendorfer im Pokal also weiter für Furore. Die Halbfinal-Ansetzung am Pfingstwochenende ist für sie allerdings ungünstig, sind doch viele ihrer Spieler in den verschiedenen Burschenvereinen der Umgebung aktiv, die in diesem Jahr an den bevorstehenden Feiertagen wieder ihren Traditionen nachgehen dürfen.

KREISOBERLIGA: SC Naumburg II - Grün-Gelb Osterfeld 4:0 (0:0). Nach der 0:7-Packung in Nebra hatte SCN-Trainer Patrick Hausmann von seiner Elf eine Reaktion gefordert. In der ersten Halbzeit konnte sie diese am Samstag auf dem Anger gegen den Tabellenvorletzten noch nicht zeigen. Torchancen waren Mangelware. Es gab eine strittige Situation im Strafraum der Osterfelder, als Boni Yaou aus Sicht der Naumburger elfmeterreif gefoult wurde; der Pfiff ertönte jedoch nicht. In der Pause berichtete Hausmann seinen Schützlingen von einem Altherrenspiel, das er vor Kurzem gesehen hatte, und von der noch immer hohen Laufbereitschaft der Oldies. Mit diesem Griff in die Motivationskiste an der Ehre gepackt, verstärkten die Domstädter ihre Offensivbemühungen, und diese wurden belohnt. Eine Hereingabe von Abubacar Schätz stocherte Stefan Schulze (50.) ins Netz, und neun Minuten später traf Schulze nach einer Flanke von Max Grohall erneut. Der zweifache Torschütze trat vor dem 3:0 durch Nils Deckert (72.) als Vorbereiter in Erscheinung, und den Schlusspunkt setzte Paul Jacob (74.) nach Zuspiel des erst eine Minute zuvor eingewechselten Lucas Lube. Damit kletterte die SCN-Reserve auf den vierten Tabellenplatz.

TSV Großkorbetha - Blau-Weiß Bad Kösen 1:2 (0:2). Mit dem letzten Aufgebot trat der Spitzenreiter aus der Kurstadt am Sonntagnachmittag zu diesem Topspiel an. Aus der zweiten Vertretung standen die Routiniers Marc Eschrich und Marco Werner in der Startelf. „Großkorbetha hatte gefühlt 70 Prozent Ballbesitz, hat uns fast die gesamte Spielzeit in die eigene Hälfte gedrückt, war aber zu selten zwingend vor unserem Tor“, berichtet Gästecoach Matthias Große. Dessen Schützlinge übertrafen sich dagegen in Sachen Effizienz. „Wir hatten keine einzige Ecke, haben nur zweimal aufs Tor geschossen, und beide Male war der Ball drin“, so Große. Bereits nach 36 Sekunden konnte der Tabellenführer as erste Mal jubeln, als Kapitän Oliver Eschrich eine Flanke von Jonas Porsche per Kopf zum 0:1 verwertete. Porsche bereitete auch den zweiten Treffer der Gäste vor, den Nick Petersen (19.) mit einem Distanzschuss erzielte. Jonas Küster (56.) gelang nur noch das Anschlusstor. In Unterzahl - Werner hatte wegen Beleidigung eines Gegenspielers die Rote Karte gesehen - retteten am Ende Blau-Weiß-Keeper Jamie Ehrhardt sowie der Pfosten nach einem Schuss des mit nach vorn geeilten Großkorbethaer Torwarts (!) Tim Stark den knappen Vorsprung. Jetzt fehlt den Bad Kösenern nur noch ein Sieg aus den beiden ausstehenden Partien gegen Lossa/ Rastenberg (29. Mai) und bei Naumburg II (12. Juni) zum Gewinn des Meistertitels. Vielleicht können sie den ja aber auch schon am Mittwoch feiern, wenn die Großkorbethaer ihr Nachholspiel bei der SCN-Reserve verlieren.

SVM-Kapitän Johannes Vogt (r.) im Zweikampf mit dem Herrengosserstedter Oliver Janicke. Kreisoberligist SV Mertendorf siegte 3:1 und steht im Halbfinale.
SVM-Kapitän Johannes Vogt (r.) im Zweikampf mit dem Herrengosserstedter Oliver Janicke. Kreisoberligist SV Mertendorf siegte 3:1 und steht im Halbfinale.
Andreas Löffler
Mertendorfs Maximilian Kranz kommt im Gästestrafraum zu Fall, aber ESV-Akteur Benjamin Polley ist sich keiner Schuld bewusst. Rechts: Keeper Markus Löhnert, der eigentlich Feldspieler ist. Links: Morris Blumtritt, Torschütze zum 2:0.
Mertendorfs Maximilian Kranz kommt im Gästestrafraum zu Fall, aber ESV-Akteur Benjamin Polley ist sich keiner Schuld bewusst. Rechts: Keeper Markus Löhnert, der eigentlich Feldspieler ist. Links: Morris Blumtritt, Torschütze zum 2:0.
Andreas Löffler