In einstiges Nebraer Gasthaus zieht Physiotherapie ein

Verankert im „Anker“: Moderne Einrichtung in historischen Mauern

Gebäude ist eines der ältesten in der Stadt. Praxis verteilt sich auf zwei Etagen.

Von Gisela Jäger
Das Team der Nebraer Physiotherapie-Praxis „Hope“ mit Gerda Ludwig (v.l.), Christin Rühlemann, Doreen Bobbe und Kathleen Christiani im Empfangsbereich.
Das Team der Nebraer Physiotherapie-Praxis „Hope“ mit Gerda Ludwig (v.l.), Christin Rühlemann, Doreen Bobbe und Kathleen Christiani im Empfangsbereich. (Foto: Gisela Jäger)

Nebra - Am letzten Mai-Tag war es endlich soweit, dass die Physiotherapie „Hope - Kraft des Lebens“ unter Leitung von Christin Rühlemann und Doreen Bobbe ihre neu bezogenen Räumlichkeiten in Nebra in der Breiten Straße 32 eröffnen konnten.

Das geschichtsträchtige Gebäude ist in der Grundsubstanz eines der ältesten Nebraer Häuser. Eigentümer Sebastian Sieber ließ das Haus entkernen und komplett sanieren, wobei sehr viele Baudetails freigelegt und sichtbar gemacht wurden. Letztlich steckten die beiden Physiotherapeutinnen als finalen Feinschliff mit großer Unterstützung durch Freunde und Familie viele Stunden Freizeit und Wochenenden in die Ausgestaltung, Ausstattung und Einrichtung der Räume, stets fachlich begleitet von Handwerksunternehmen.

 Der  Anbau zum Hof vereint Ziegel und Buntsandstein. In den Therapieräumen wiederum verbinden sich moderne Ausstattung mit historischer Bausubstanz.
Der Anbau zum Hof vereint Ziegel und Buntsandstein. In den Therapieräumen wiederum verbinden sich moderne Ausstattung mit historischer Bausubstanz.
(Foto: Gisela Jäger)

Bereits am frühen Morgen des 31. Mai standen Gratulanten und die ersten Patienten vor der Tür des von außen (noch) unscheinbar wirkenden Altstadthauses. Doch nach dem Betreten des Gebäudes gab es staunendes Raunen mit Blick in Rezeption beziehungsweise Wartebereich. Kreuzgewölbe aus Nebraer Sandstein vermittelt eine besondere Atmosphäre, in der sich historisches Ambiente mit moderner funktioneller Ausstattung vereint. Auf etwa 300 Quadratmeter Fläche ist die Physiotherapie großzügig über zwei Etagen eingerichtet. „Wir haben sechs Behandlungsräume mit verschiedenen therapeutischen Funktionsgeräten, einen Raum für Privatzahler beziehungsweise heilpraktische Anwendungen, und noch nicht ganz fertig ist ein Sportraum“, so Doreen Bobbe.

Unsere Patienten sollen sich wohlfühlen, und für uns ist es ein wunderschöner Arbeitsplatz.“

Doreen Bobbe

Jeweils separate Toiletten für Personal und Patienten, Küchen- und Personalraum gibt es, und auch ein behindertengerechter, ebenerdiger Zugang entsteht vom Zugang Lämmergasse. „Zu unserem Team gehören drei Physiotherapeuten in Vollzeit, eine Mitarbeiterin für den Anmeldebereich und eine weitere für die Reinigung. Unsere beiden Vorgängerinnen Gerda Ludwig und Claudia Wagner werden uns in Teilzeit in der Praxis unterstützen.“

Christin Rühlemann und Doreen Bobbe freuen sich über ihre Praxisräume und den Start in die Selbstständigkeit zu Jahresbeginn. Jeder Raum hat andere Farbgebung beziehungsweise Tapeten und individuelle Einrichtung bis hin zur Beleuchtung. „Unsere Patienten sollen sich wohlfühlen, und für uns ist es ein wunderschöner Arbeitsplatz“, so Doreen Bobbe. Die Inhaberinnen verfügen beide über die Qualifikation Heilpraktikerin für Physiotherapie. „Unsere Zielgruppe sind Kassenpatienten sowie Selbstzahler in der physiotherapeutischen und heilpraktischen Tätigkeit“, erklärt Doreen Bobbe. Und: „Im Vordergrund stehen die klassischen physiotherapeutischen Behandlungen. Neben den schulmedizinischen kommen aber auch alternative Behandlungen zum Einsatz, weil der Organismus als Ganzes zu sehen ist. Nicht nur das Erkennen der Symptome ist für den Behandlungserfolg wichtig, sondern auch der tieferen Ursachen.“

Die historische Aufnahme zeigt am Haus (2.v.l.) den Ausleger mit Anker für das Haus „Zum Anker“.
Die historische Aufnahme zeigt am Haus (2.v.l.) den Ausleger mit Anker für das Haus „Zum Anker“.
(Repro: Gisela Jäger)