Bleibt Landesstraße bei Schönburg für immer gesperrt?

Schreiben aus Magdeburg lässt Schlimmstes befürchten

Straße bleibt vorerst weiter bis Juni dicht. Kommunalpolitiker sind bereits alarmiert.

Von Michael Heise

Schönburg - Der Felsabbruch und die Vollsperrung der Straße von Schönburg nach Naumburg - was von Anfang an stark die Gemüter bewegt und für weite Umleitungen sorgt, scheint eine nicht enden wollende Geschichte zu werden. Im August letzten Jahres hatte ein Felsabbruch größeren Ausmaßes zu einer Kettenreaktion von Arbeiten am Hang oberhalb der wichtigen Ortsverbindungsstraße geführt. Dem massenhaften Entfernen losen Gesteins folgte das Fällen nicht mehr standsicherer Bäume. Inzwischen zeigt sich der Steilhang fast kahl. Immer wieder wurde die Straßenfreigabe verschoben - auch deshalb, weil auf ein neues geologisches Gutachten gewartet wird, das Aussage treffen soll, ob der Hang sicher genug ist.

Nun aber kommt bereits eine Nachricht aus Magdeburg, die wie eine Hiobsbotschaft klingt. Überbringer ist Sebastian Putz, Staatssekretär im Verkehrsministerium. „Erste Erkenntnisse weisen darauf hin, dass allein durch die regelmäßige Beräumung des Hanges keine ausreichende Sicherung erreicht und eine technische Sicherung erforderlich wird. Deshalb bleibt die Straße bis mindestens Mitte Juni voll gesperrt.“ Und weiter: „Ob die Straße dann anschließend überhaupt wieder freigegeben werden kann, ist von der gutachterlichen Stellungnahme abhängig.“

Für die Straße gibt es keine Alternative.

Verbandsgemeindebürgermeisterin Kerstin Beckmann

Die Aussage hat beim hiesigen Landtagsabgeordneten Daniel Sturm (CDU), der von Anwohnern immer wieder wegen des Themas angesprochen wird, eingeschlagen wie die sprichwörtliche Bombe: „Die Straßenfreigabe ist schon immer scheibchenweise nach hinten verschoben worden. Gab es Hoffnung, sie würde bald vorbei sein, kam die Verlängerung. Das ist niemandem zu vermitteln und nicht zumutbar.“ Könne die Straße tatsächlich nicht mehr genutzt werden, müsse umgehend eine Alternative her.

Daniel Sturm informierte umgehend Verbandsgemeinde-Bürgermeisterin Kerstin Beckmann. Und auch bei ihr wird Unmut deutlich. „Den Satz, dass die Straße womöglich nicht wieder freigegeben werden kann, will ich so gar nicht erst verstanden wissen. Klar ist doch, eine Landesstraße kann man nicht einfach so beseitigen. Und verlagern wird man sie nicht können, da sie dann durch Überschwemmungsgebiet führen würde“, so die VG-Chefin.

Sie schätzt, dass die Landesstraßenbaubehörde die aktuelle Situation mit herbeigeführt habe. „Es hieß immer, die meisten Bäume müssten stehen bleiben, da sie den Hang sichern. Jetzt sind sie weg...“ Doch Beckmann will allem eine positive Note geben: „Für die Straße gibt es keine Alternative. Es bleibt nur eine Hangsicherung. In den Alpen geht das schließlich auch. Das Land sollte jetzt außerdem ein ewiges Problem aus der Welt schaffen und das Schichtenwasser, das aus dem Berg kommt, ordentlich ableiten. Wenn dann noch die ausgefahrene Fahrbahn zwischen Burgaufgang und Ortsausgang - ebenfalls ein Dauerproblem - gemacht würde, könnte ich gut mit einer längeren Vollsperrung leben. Sie hätte dann wenigstens einen Mehrwert.“

Ab sofort jedenfalls dürften die Drähte ins Landes-Verkehrsministerium glühen. Beckmann wie Sturm haben angekündigt, eine Lösung einfordern zu wollen. Diese Woche wollen sich beide besprechen. Mit ins Boot geholt werden soll Rats- und Verbandsgemeinderatsmitglied Karsten Stützer aus Schönburg.