So viele Geschenke an Bord wie noch nie

Schönburger bringt Hilfsgüter zu rumänischem Kinderheim

Zum 13. Mal ist Peter Cyliax nach Pascani gefahren.

Von Michael Heise 23.11.2021, 11:29
Vom Anhänger wird gerade ein Fahrrad geladen, sogar ein Kinderwagen ist dabei - Hilfsgüter aus Schönburg für das Waisenheim „Agape“ in Rumänien.
Vom Anhänger wird gerade ein Fahrrad geladen, sogar ein Kinderwagen ist dabei - Hilfsgüter aus Schönburg für das Waisenheim „Agape“ in Rumänien. (Foto: Peter Cyliax)

Schönburg/Pascani - Wieder ist ein Jahr fast um, und wieder ist Peter Cyliax zufrieden, Gutes getan zu haben. Zweimal war der Schönburger im vom Hochwasser verwüsteten Ahrtal, um Hilfe zu leisten (wir berichteten), und erneut fuhr er mit einem Freund ins rumänische Pascani, um Geschenke in ein Vollwaisenheim zu bringen. Diese war seine inzwischen 13. Tour in den Nordosten des osteuropäischen Landes. Damit, dass Cyliax das überhaupt erwähnt, will er die vielen Freunde und Bekannten gewürdigt wissen, die ihm Geschenke mit auf den Weg gaben. „Mir war noch nie bange, dass wir den Transporter einmal nicht voll beladen bekommen, doch diesmal hatten wie so viel wie noch nie an Bord“, erzählt der 65-Jährige.

Schulmaterial, Teigwaren, Bettwäsche, Süßigkeiten und ähnliches sind sowieso immer dabei, diesmal aber auch ein Fahrrad und sogar ein Kinderwagen. Die Geschenke kamen dabei nicht nur von vertrauten Gesichtern oder Unternehmen, sondern unter anderem auch von Neu-Schönburgern. „Das freut mich ganz besonders. Doch der Dank geht an alle. Weil es eben nicht selbstverständlich ist, etwas für andere in der Fremde zu geben. Doch im Heim ‚Agape‘ wird all das dringend gebraucht“, so Cyliax. Zwar bekäme die Einrichtung Unterstützung von vielen Seiten, so auch vom Naumburger Rumänien-Hilfe-Verein, doch seien staatliche Zuwendungen knapp und deswegen jede Hilfe von außerhalb mehr als willkommen. Cyliax: „Ich sage immer, schreibt mir eine Liste mit all dem, was ihr braucht. So habe ich eine Orientierung. Unter anderem stand auch Geschirr drauf, das haben wir dann kurzerhand in einem Supermarkt vor Ort gekauft. Die Freude war riesig.“

„Mir war noch nie bange, dass wir den Transporter einmal nicht voll beladen bekommen, doch diesmal hatten wie so viel wie noch nie an Bord.

Peter Cyliax

Peter Cyliax
Peter Cyliax
(Foto: Torsten Biel)

Über die 13 Jahre, so schildert Cyliax, hätten sich auch Freundschaften aufgebaut, so zum dortigen Leiter und seinen Mitarbeitern, aber auch viele Kinder seien einem vertraut - „selbst, wenn mancher plötzlich einen kleinen Schnauzer trägt“. Heute leben etwa 35 Waisenkinder im Alter von drei bis 14 Jahren im Heim in Pas-cani, außerdem noch einige Studierende; die Verständigung erfolge meist auf Deutsch mit den Haus-Mitarbeitern. Dass, so Cyliax, klappe ganz gut.

Exakt eine Woche lang waren der Schönburger und sein Spannemann in Pascani. Knapp 4.000 Kilometer stehen dann im Nachgang mehr auf dem Tacho des Kleintransporters. Probleme habe es bei der Reise wiederum nicht gegeben. Cyliax: „Die Rumänen kontrollieren an Grenze zwar scharf, was uns diesmal sehr lange Wartezeiten einbrachte. Doch sonst kamen wir den Umständen entsprechend gut voran. In Rumänien geht es fast nur auf schlechten Straßen durch die Karpaten. Aber das wussten wir - wie sonst auch - ja vorher.“