Handball-OberligaEx-Bundesliga-Profi in den Reihen der Burgenländer: „Alles ist möglich“

Marc Esche spricht vor dem Spitzenspiel gegen Köthen über seine aktuelle Rolle und über seine Zukunft beim HCB.

21.01.2023, 11:08
Marc Esche (oben) - hier mit dem Hallenser Pierre Sogalla und HCB-Kapitän Kenny Dober - feierte mit den Burgenländern zuletzt einen 27:21-Erfolg beim Tabellendritten USV. Am Samstag empfängt er mit dem HCB den Verfolger aus Köthen zum Gipfeltreffen der Oberliga.
Marc Esche (oben) - hier mit dem Hallenser Pierre Sogalla und HCB-Kapitän Kenny Dober - feierte mit den Burgenländern zuletzt einen 27:21-Erfolg beim Tabellendritten USV. Am Samstag empfängt er mit dem HCB den Verfolger aus Köthen zum Gipfeltreffen der Oberliga. (Foto: Kassandra Maul)

Naumburg - Mit der Verpflichtung von Marc Esche war den Verantwortlichen des HC Burgenland Anfang Dezember ein echter Coup gelungen (Tageblatt/MZ berichtete). Esche hatte bis zum Ende der vergangenen Saison für den Bundesligisten SC DHfK Leipzig gespielt, dann aber dort keinen neuen Vertrag erhalten. Beim HCB will sich der 24-Jährige, der aus Rabenstein bei Chemnitz stammt, in Glauchau mit dem Handball begann und später vom BSV Limbach-Oberfrohna nach Leipzig zur Sportschule wechselte, für ein Engagement im Profibereich empfehlen. Vor dem Topspiel der Mitteldeutschen Oberliga zwischen Spitzenreiter HCB und Verfolger HG Köthen (Anwurf: 20 Uhr im Naumburger Euroville, siehe auch „Termine“) sprach Redakteur Torsten Kühl mit dem 1,89 Meter großen Sachsen, der mit dem SC DHfK drei Mal Deutscher Meister der B- beziehungsweise A-Jugend wurde.

Es ist kein Geheimnis, dass man sich beim HCB wünscht, dass Sie im derzeit noch offenen Transferfenster keinen neuen Arbeitgeber im Profihandball finden. Wie ist denn der aktuelle Stand der Dinge?

Marc Esche: Bis zum 15. Februar habe ich ja theoretisch noch die Möglichkeit, fristlos und ohne Komplikationen zu einem Verein der oberen drei Ligen zu wechseln. Aber ehrlich gesagt: Das wird wohl in dieser Frist nichts mehr.

Das wird HCB-Präsident Uwe Gering sicher gern hören. Bleiben Sie also bis zum Saisonende bei den Burgenländern?

Wenn mir jetzt nicht noch überraschenderweise ein Angebot aus dem Profibereich, das ich nicht ablehnen kann, ins Haus flattert, dann wird das so sein.

Könnten Sie sich sogar ein längeres Engagement bei den Burgenländern vorstellen?

Der HCB hat mir die Möglichkeit gegeben, mich in der vierten Liga zu zeigen. Ich darf hier in einer Truppe spielen, die mega ist. Es herrscht eine wunderbare Atmosphäre. Dafür bin ich dem Club sehr dankbar. Auch aus diesem Grund schließe ich eine mögliche Vertragsverlängerung über die aktuelle Saison hinaus nicht aus.

Wird das womöglich auch von ihrem beruflichen Fortkommen abseits der Karriere als aktiver Handballer abhängen?

Natürlich. Vor einem halben Jahr habe ich an einem Institut in Hamburg ein Fernstudium im Bereich Sportmanagement begonnen. Ich könnte mir auch vorstellen, nebenbei noch eine Ausbildung zu beginnen, um mindestens drei weitere Jahre in der Region bleiben zu können. Vor diesem Hintergrund ist also alles möglich.

Beim SC DHfK haben Sie als Back-up von Lukas Binder als Linksaußen gespielt. Wo sehen Sie sich beim HCB?

Trainer Svajunas Kairis gibt mir die Chance, mich im Rückraum zu beweisen. Da sehe ich mich eher in der zentralen Rolle. Für die halblinke Position fehlen mir, so schätze ich es persönlich ein, noch die physischen Voraussetzungen.

Für die Leipziger haben Sie Ihr letztes Erstliga-Heimspiel im Juni vergangenen Jahres vor mehr als 5.000 Zuschauern in der Arena bei der 31:36-Niederlage gegen den Deutschen Meister SC Magdeburg absolviert. Jetzt spielen sie vor 250 bis 500 Leuten. Wie kommen Sie damit klar?

Ich kann damit leben, denn ich bin Handballer in erster Linie des Spiels und nicht des Rahmens wegen. Wenn ich sehe, was der HCB für tolle Fans hat, die auch bei den Auswärtspartien mächtig Bambule machen und uns wahnsinnig gut unterstützen, ist es letztlich egal, ob 500 Fans in der Halle sind oder zehn Mal so viele. Die Spielstätten in der Mitteldeutschen Oberliga sind ja auch kleiner als in der Bundesliga, und da ist die Stimmung dadurch dann ähnlich.

Gibt es den einen besonderen Moment in Ihrer Karriere, den Sie nie vergessen werden?

Da gab es schon viele schöne Erlebnisse. Zum Beispiel, wenn ich an mein erstes Bundesliga-Tor in Göppingen denke oder an eine Partie beim THW Kiel, in der ich durchspielen durfte.

Beim HCB gibt es eine große Leipzig-Fraktion. Mit wem haben Sie vorher schon zusammengespielt?

Torwart Marian Voigt, der mich besonders motiviert hat, zum HCB zu wechseln, wir sind derselbe Jahrgang, sowie Kevin Szep-Kis, Mirco Fritzsche und Steve Baumgärtel waren bereits Teamkollegen von mir. Die anderen kenne ich natürlich auch. Gegen Marcel Popa habe ich zum Beispiel in der Jugend gespielt.

HCB-Reserve und Frauen auf Reisen

Die zweite Männermannschaft der Burgenländer gastiert zum Reserven-Duell der Sachsen-Anhalt-Liga am heutigen Samstag beim USV Halle II. Der Anwurf erfolgt um 18 Uhr in der Sporthalle Bildungszentrum in Halle-Neustadt. Die Gastgeber liegen fünf Punkte und fünf Positionen vor dem Team von Spielertrainer Marcus Deibicht, das zuletzt 32:26 gegen den SV Eintracht Gommern gewann, auf Rang sieben der Tabelle.

Den schweren Gang zum Drittliga-Absteiger HV Chemnitz (5.) müssen am Sonntagnachmittag die Oberliga-Frauen des HC Burgenland antreten. Die Schützlinge von Coach Sascha Meiner, zuletzt 24:18-Sieger gegen Dessau-Roßlau, haben als Tabellendritter einen Zähler Rückstand auf das Spitzenduo Zwickau II/Görlitz (je 17:5). Die Partie wird 16.30 Uhr in der Sachsenhalle, Straße Usti nad Labem 275, angepfiffen.

Die Gewinner der zehn Freikarten für das Köthen-Spiel sind von unserer Zeitung direkt angeschrieben beziehungsweise angerufen worden.