Deutsches Rotes Kreuz

Erstmals steht eine Frau dem Kreisverband Naumburg/Nebra vor

Sandra Polomski-Woithon ist zur neuen Präsidentin gewählt worden.

Von Jana Kainz

Naumburg - Ein Blick zurück offenbart es: Die Präsidentschaft über den DRK-Kreisverband Naumburg/Nebra war bislang eine Männerdomäne. Die Betonung liegt auf war. Denn seit März steht mit Sandra Polomski-Woithon erstmals eine Frau dem DRK-Kreisverband vor. Während der Kreisversammlung, die coronabedingt im schriftlichen Umlaufverfahren stattfand, wurde die 43-Jährige in das Ehrenamt gewählt - einstimmig. „Ich freue mich sehr darüber und bin auch dankbar dafür“, so die Präsidentin, die sich den Delegierten zuvor in einem Anschreiben vorgestellt hatte.

Noch vor zwei Jahren Anfrage abgewiesen

Bereits vor zwei Jahren hatte das DRK werbend bei Sandra Polomski-Woithon angeklopft - damals noch vergebens. „Ich steckte zu dieser Zeit noch im Fernstudium. Wenn ich aber ein Amt übernehme, dann zu 100 Prozent“, erklärt sie ihre einstige Absage. Die Anfrage des DRK habe sie schon sehr überrascht. „Ich fragte mich, warum ich, die doch keinen medizinischen Background hat“, so die Freyburgerin. Sebastian Berger, hauptamtlicher Vorstand des DRK-Kreisverbandes, hat die Antwort parat: ,„Wir haben jemanden gesucht, der sich in der Region auskennt, der sich mit Öffentlichkeitsarbeit auskennt, aber auch mit wirtschaftlichen Dingen.“

Auf den richtigen Mann oder vielmehr die richtige Frau war Jens Reinicke, Stellvertretender Präsident, gestoßen, als er vor über zwei Jahren während einer Weinverkostung in Berlin die ehemalige Deutsche Weinprinzessin Sandra Polomski-Woithon kennenlernte. „Mit ihr haben wir unsere Galionsfigur gefunden. Sie passt zum neuen DRK, das wir hier neu erfinden wollen“, freut sich Berger über das Wahlergebnis und auch darüber, dass die Freyburgerin letztlich doch in eine Kandidatur eingewilligt hatte - und das lag nicht nur daran, dass sie inzwischen das Sommelier-Fernstudium erfolgreich abgeschlossen hatte.

Einen Anteil daran, dass sie kandidierte, hat auch ihr Vorgänger Manfred Höhne, der sich mit 85 Jahren aus gesundheitlichen Gründen vor Ablauf der vierjährigen Amtszeit zurückziehen wollte. Er führte die einst noch wankelmütige Sandra Polomski-Woithon durch die Häuser des DRK, die mit all dem Leben darin ihre Wirkung nicht verfehlten. „Ich fühlte mich sofort wohl und war sofort energiegeladen. Notbedürftigen zu helfen, ist eine schöne und wichtige Aufgabe“, sagt die Diplom-Kauffrau, die nach vielen Jahren als Geschäftsführerin des Weinbauverbandes Saale-Unstrut inzwischen auch beruflich mit ihrem Weinhaus Polomski in den Ehraubergen einen neuen Weg eingeschlagen hat.

Saale-Unstrut-Weinkönigin und Deutsche Weinprinzessin

Doch auch ehrenamtlich war die Mutter einer Tochter, Mathilda besucht inzwischen die 3. Klasse, bereits tätig - bekannterweise in jungen Jahren nicht nur als Deutsche Weinprinzessin, sondern zuvor ebenso als Saale-Unstrut-Weinkönigin. Aber auch jetzt ist sie engagiert. So trainiert sie die jüngsten Tänzerinnen des Freyburger Karnevalvereins und tanzt selbst nach längerer Pause wieder im dortigen Damenballett.

Da coronabedingt der Fasching pausieren muss, bleibt ihr nun mehr Zeit, sich der neuen Aufgabe im DRK-Kreisverband zu widmen. Nun freut sie sich darauf, „alle Bereichsleiter kennenzulernen, mit ihnen Informationen auszutauschen und auf ganz viel Informationsgewinn“.