Verkehrsminister Thomas Webel besucht die Region

Abschiedstour im Unstruttal

In Nebra und Laucha nimmt er Wünsche auf. In Naumburg wird mit Korso Radwege-Ausbau gefordert.

Von Constanze Matthes und Torsten Biel

Nebra/Laucha - Es waren Baustellen, die Verkehrsminister Thomas Webel (CDU) am Freitagvormittag verspäten ließen. Vor dem Rathaus in Nebra harrten Bürgermeisterin Antje Scheschinski, VG-Chefin Jana Schumann, CDU-Landtagsabgeordneter Daniel Sturm und Landrat a.D. Harri Reiche geduldig aus. Im Unstruttal wäre man über die eine oder andere Baustelle trotz notwendiger Umleitungen wohl froh. So war die Liste der Wünsche, die Webel während seiner Tour durch den Burgenlandkreis aufnahm, denn auch recht lang. Reichlich Aufholbedarf gibt es in der Verbandsgemeinde (VG), die wie das Wethautal auf dem Programm des Verkehrsministers stand.

Tempo 30 auf Holperpiste

Allein die Landesstraße 212, die die Verbandsgemeindebürgermeisterin als Lebensader des Unstruttals bezeichnete, hat mehrere marode Abschnitte vorzuweisen. „Es sind einige Lücken, die da zu machen sind“, betonte Jana Schumann. Allen voran die Nebraer Straße in Laucha, über die Webel wenig später auf dem Weg zum Gespräch mit Lauchas Bürgermeister Michael Bilstein fuhr. Eine Holperpiste, auf der wegen der Straßenschäden aktuell Tempo 30 gilt. „Da haben die Planungen begonnen“, sagte Webel. Ein Satz, den er auch mit Blick auf die Karsdorfer Unstrutbrücke äußerte. Ein Vorhaben, das schon seit Jahren von der Verbandsgemeinde eingefordert wird.

Die Baupreise haben sich in den vergangenen zehn Jahren verdoppelt.

Verkehrsminister Thomas Webel

Rund um Laucha gibt es noch weitere Sorgenkinder, auf die die VG-Bürgermeisterin und Bauamtsmitarbeiter André Mirau hinwiesen: die L 209 mit den Abschnitten zwischen Laucha, Plößnitz und Burkersroda sowie die Ortsdurchfahrt Eckartsbergaer Straße in Richtung Grundschule und Gymnasium. Auf ersterem seien in der Vergangenheit bereits mehrere schwere Unfälle geschehen, blickte Jana Schumann zurück. Problematisch sind dort auf einer Länge von rund zehn Kilometer vor allem die unterschiedlichen Straßenbeläge. „Für einen grundhaften Ausbau ist ein Planfeststellungsbeschluss notwendig“, sagte Webel, der mehrfach das Problem der gestiegenen Baupreise ansprach. „Die Baupreise haben sich in den vergangenen zehn Jahren verdoppelt.“

Im Fall der Eckartsbergaer Straße hofft Lauchas Bürgermeister auf die Zusammenarbeit mit dem Burgenlandkreis, damit vor den Schulen die aktuell schwierige Parkplatz-Situation der Vergangenheit angehören kann. Auch ein Radweg sollte da her, unterstrich Bilstein, der zudem die Notwendigkeit von Radwegen zwischen den Orten ansprach. Kurz zuvor im Nebraer Rathaus verwies indes die VG-Bürgermeisterin auf die ausgebauten touristischen Wege und den fehlenden Raum neben den Straßen.

Auf dem Naumburger Markt trafen sich aus Anlass des Ministerbesuchs rund 30 Teilnehmer eines Fahrrad-Korsos. Vor dem Start machte Initiator Stefan Garthoff, Gymnasiallehrer und Kandidat für Die Partei zur kommenden Landtagswahl, die Ziele deutlich: „Wir demonstrieren für den Ausbau von Fahrradwegen." Er bemängelte, dass es zwar ausreichend touristische Radwege an Saale und Unstrut gibt, aber der Alltagsradverkehr, etwa in Richtung Prießnitz oder Wethau, keine Chance habe.

Besserer Draht zur Behörde?

Die Gespräche in Nebra und Laucha machten indes auch deutlich, dass es nicht nur auf den Straßen, sondern auch in der Zusammenarbeit zwischen Kommunen und der Landesstraßenbaubehörde holpert. Ein Beispiel sprach Nebras Bürgermeisterin Antje Scheschinski an. Die Stadt plant, den Fußweg in der Bebelstraße zu erneuern. Ein Vorhaben, das man mit einer Sanierung der Ortsdurchfahrt der L 212 verbinden könnte. Eine Idee, die indes seitens der Behörde abgewiesen wurde. „In diesem Bereich ist die Straße eng, ein Nadelöhr. Der Fußweg könnte verringert und die Straße verbreitert werden“, so Scheschinski. Webel nahm auch diesen konkreten Fall auf, ebenso die Bitte der Verbandsgemeindebürgermeisterin um einen konkreten Ansprechpartner in der Behörde. Für den Minister war der Besuch im Burgenlandkreis zugleich eine Abschiedstour. Webel kündigte seinen Ruhestand an. Im Juli wird der Chef des Ministeriums für Landesentwicklung und Verkehr 67 Jahre alt.