„Irgendwann wird die Umwelt ganz verschmutzt sein“

Wie Kinder aus Merseburg in einer Projektwoche lernen, was Umweltschutz ist

Von Jakob Milzner
Einen echten Müllberg haben die Schüler zusammengetragen...
Einen echten Müllberg haben die Schüler zusammengetragen... Fotos: Jakob Milzner

Merseburg/MZ - Ob sie nun 100 oder 1.000 Zigarettenkippen aufgelesen und in blauen Plastikmüllbeuteln entsorgt haben? Ganz sicher sind sich die beiden neunjährigen Schülerinnen darüber nicht, doch eines ist ganz klar: Viel zu viele dieser umweltverschmutzenden Stummel haben sie in der Umgebung ihrer Grundschule gefunden.

Merseburger Kinder lernen durch Müllaktion über den Umweltschutz

Dabei sind es gar nicht mal so sehr die Kippen, die nun aus den Müllbeuteln hervorquellen: Plastikverpackungen, Altpapier und auch Glasflaschen hätten sie bei ihrer Müllsammelaktion gefunden, berichten die Kinder aufgeregt. „Nicht so gut“ fänden sie das, „weil das die Welt verschmutzt und die Tiere können ersticken, wenn sie das fressen“, sagen die Dritt- und Viertklässler im Awo-Hort der „Otto Lilienthal“-Grundschule, die aktuell in einer Projektwoche lernen, wie sie die Umwelt schützen und zu einem nachhaltigen Umgang mit der Nat.

„Irgendwann wird die Umwelt ganz verschmutzt sein“, sagt die zehnjährige Naila. „Wir sind nur kurz rumgelaufen, da waren schon drei Säcke voll“, ergänzt ihre Mitschülerin Roxanne. Manchmal sammle sie sogar auf ihrem Rückweg nach Hause noch Müll von der Straße auf, erzählt sie. Dafür nehme sie extra einen Beutel mit. Dann folgt eine nicht enden wollende Aufzählung all der Abfallarten, die sie und ihre Mitschüler bei ihrem Streifzug gesammelt haben.

...und Monster daraus gebastelt.
...und Monster daraus gebastelt.
Jakob Milzner

Neben Umweltschutz auch Kenntnisse über erneuerbare Energien

Müll, der nicht einfach Müll bleiben soll: Denn die jüngeren Hortkinder haben sich etwas einfallen lassen und aus alten Milchtüten, Folien und Kronkorken kleine und größere Monster gebastelt. „Nichts verschwenden, wiederverwenden“, rufen sie, fast als hätten sie diesen Slogan in den letzten Tagen häufiger gehört. Der Umgang mit Müll stellt nur eines der Themen dar, mit denen sich die Schüler im Rahmen der Projektwoche auseinandersetzen.

In den nächsten Tagen stünden etwa noch erneuerbare Energien auf dem Plan, berichtet Sabine Bütof, die den Hort leitet und die Kinder in ihrer Projektwoche begleitet. Und forschen werden sie auch: Von verschiedenen Spielplätzen hätten sie Sandproben genommen, erzählt Hortleiterin Bütof. Den wollen sie nun analysieren und schauen, ob sie auch darin Reste von Abfällen finden können. Denn dass auch winzige Plastikteilchen große Probleme bereiten können und etwa die Weltmeere verschmutzen, das wissen die Nachwuchsumweltschützer bereits.