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Sehen und gesehen werden Unternehmen und Kommunen buhlen auf der Firmenkontaktmesse an der Hochschule Merseburg um Fachkräfte

Auf der Firmenkontaktmesse an der Hochschule buhlen Unternehmen und Kommunen um Fachkräfte. Die Wahl haben die Studenten.

Von Robert Briest 11.11.2021, 14:30
Mechatronikstudentin Theresa Laqua informiert sich am Stand von Ibu-Tec.
Mechatronikstudentin Theresa Laqua informiert sich am Stand von Ibu-Tec. Foto: Robert Briest

Merseburg/MZ - „Wir suchen Verfahrens- und Chemietechniker“, erklärt Arndt Schlosser, Vertriebschef von Ibu-Tec. Das thüringische Unternehmen sei der einzige Produzent von LFP-Material für Batterien in Europa, berichtet er stolz. Neben dem Hauptsitz in Weimar hat Ibu-Tec noch ein Werk in Bitterfeld.

Firmenkontaktmesse findet auf zwei Tage verteilt mit jeweils 40 Ausstellern statt

Für beide sucht Schlosser Mitarbeiter. Gerade in den technischen Ausbildungsberufen sei das in der Region schwer. Bei Berufen mit Hochschulabschluss sehe es noch besser aus, aber auch hier sei es schwieriger geworden. Besuche auf Firmenkontaktmessen sind für den Vertriebsleiter daher Pflicht. Dabei gehe es vor allem darum, das Unternehmen bekannt zu machen. Wenn am Ende der Messe Bewerbungen kommen, sei das schön: „Aber Erfolg machen wir eher an Kontakten fest“, definiert Schlosser.

Er hat mit seiner Firma am Mittwoch einen Stand am Anfang der Einbahnstraße bekommen, die sich durch das Hauptgebäude der Hochschule Merseburg schlängelt. Die veranstaltet, nach der Zwangspause im Vorjahr, nun bereits zum 20. Mal ihre Firmenkontaktmesse. Weil die Nachfrage der Firmen so groß war, findet die auf zwei Tage verteilt mit jeweils 40 Ausstellern statt. Doch selbst das reicht laut Organisatorin Alexandra Wäldin nicht, um alle Interessierten unterzubekommen.

Unternehmen und Kommunen buhlen um Fachkräfte

Für Theresa Laqua, die gerade vom Domo-Stand kommt, scheint das Angebot dennoch ausreichend. „Ich studiere im dritten Semester Mechatronik“, berichtet die Leunaerin. Bis zum Abschluss hat sie zwar noch etwas Zeit, aber sie möchte schon Kontakte zu Unternehmen knüpfen, Daten hinterlegen, um sich später zu melden.

„Vielleicht mache ich in den nächsten Semesterferien auch schon ein Praktikum“, sagt die Studentin, die das Gefühl hat das richtige Fach gewählt zu haben. „Das Feld für Mechatroniker ist breit, weil es eine Mischung aus Maschinenbau und Elektrotechnik ist, es auch um Automatisierung geht.“ Dann geht sie weiter zu Ibu-Tec.

Am ersten Ausstellungstag sind aber nicht nur Industriefirmen vor Ort. In einem Raum stehen die Stände der kommunalen Arbeitgeber: Saalekreis, Stadt Merseburg, Halle. Auch Leipzig ist vertreten. Christina Schmidt von der Personalgewinnung der Messestadt sagt: „Wir suchen Sozialpädagogen, Controller, auch im Kulturbereich suchen wir, etwa Medienmanager.“

Firmenkontaktmesse an der Hochschule Merseburg soll Aufmerksamkeit schaffen

Gerade im sozialen Bereich müsse man seinen Suchradius heute erweitern, weil es eben einen großen Mangel an Bewerbern gebe, berichtet Manuel Neisch, vom für Kinder- und Jugendhilfe zuständigen VKKJ, einem Eigenbetrieb der Messestadt, der mit am Stand steht. „Wir suchen bis hoch nach Potsdam.“ Neisch lobt: So eine Messe sei eine gute Gelegenheit, auch um Studenten vielleicht zumindest für ein Praktikum zu gewinnen. Außerdem könne man hier Kontakte zu Professoren knüpfen. Auch die können letztlich als Multiplikatoren wirken.

Für die öffentlichen wie die privaten Arbeitgeber geht es auf der Messe vor allem darum wahrgenommen zu werden. Das bestätigt auch Nico Duszynski von der Querfurter Teha Group, die vor allem Konstrukteuren sucht: „Man muss erstmal den Stand haben, dass die Studenten wissen, was wir machen. Je öfter man hier ist, desto mehr erinnern sie sich an einen.“ Dabei erreiche man nicht nur die direkten Besucher der Messe, sondern auch deren Netzwerk. „Es geht auch darum, dass die Studenten untereinander über uns sprechen.“