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Querfurt Querfurt: Zertanzte Schuhe geben Rätsel auf

Von REGINA RETZLAFF UND UNDINE FREYBERG 18.04.2011, 17:30

QUERFURT/MZ. - "Ruhe bitte! Wir drehen!" Auf diese Kommandos müssen sich Besucher der Burg Querfurt ab 12. Mai wieder einmal einstellen. Denn das mittelalterliche Gemäuer wird erneut zum Drehort für einen Spielfilm. Nach Kaisern, Königen, Rittern, einer Päpstin und pestkranken Menschen wird es dieses Mal märchenhaft.

Im Auftrag des MDR dreht die Produktionsfirma Studio TV aus Berlin "Die zertanzten Schuhe". "Es ist richtig. Wir drehen das Grimmsche Märchen ab Anfang Mai nach einem Drehbuch von Gabriele Kreis. Inez Bjørg David und Carlo Ljubek werden die Hauptrollen spielen. Die elf anderen Prinzessinnen wurden aufwendig gecastet. Dabei war diesmal nicht nur Regisseur Wolfgang Eißler gefragt, sondern auch unser Tanzcoach Maren Bergholz, die die Prinzessinnen auf ihre tänzerische Begabung testet. Inzwischen werden keine Komparsen mehr gesucht. Den Part des intriganten Hofmarschalls hat übrigens Andreas Schmidt übernommen", so Andrea Ziem, Sprecherin der Produktionsfirma.

Der Inhalt des Märchens ist folgender: Ein junger, in Unehren entlassener Soldat wird vom König beauftragt, hinter das Geheimnis der allnächtlich zertanzten Schuhe seiner zwölf Töchter zu kommen. Ansonsten wird ihm der Kopf abgeschlagen. Der Soldat, der sich in die jüngste Tochter verliebt hat, löst das Rätsel.

Schon 1977 hatte die Defa dieses Märchen verfilmt. Schauspieler Jaecki Schwarz (65), der damals den jungen Soldaten spielte, erinnert sich auch heut noch gern an den Filmdreh, der allerdings im Atelier und den Außenanlagen des Studios Babelsberg stattfand. "Am liebsten erinnere ich mich an die Tanzszenen, wir haben ja viel getanzt und auch viel geprobt. Dazu hatten wir polnische oder tschechische Tanzmeister, die uns das alles beigebracht haben." Dabei tanzte Schwarz unter anderem an der Seite von Renate Blume und Jürgen Zartmann. "Und was ich natürlich wunderschön fand, war, dass ich im Film ein Zaubermäntelchen hatte, mit dem ich mich unsichtbar machen konnte", erinnert sich Schwarz lächelnd.

"Wir freuen uns, dass wieder bei uns gedreht wird. Vor allem an der Westtoranlage und im Burggraben", sagt Burgmanagerin Katharina Herzog. Bisher sei immer alles vorher gut abgesprochen und vorbereitet gewesen, so dass man sich nicht gegenseitig gestört hat bei seiner Arbeit. "Zudem hatten auch alle Filmteams immer sehr viel Respekt vor unseren musealen Einrichtungen und haben sich dementsprechend verhalten", sagt sie.

Für den Landkreis als Burgeigentümer sei die Werbung durch entsprechende Filme und Dokumentationen ein wichtiger Aspekt. "Schließlich kommen viele Touristen auch deshalb, um sich die Original-Drehorte anzusehen. Deshalb ist auch geplant, in Zukunft der 'Filmburg Querfurt' einen entsprechenden Ausstellungsbereich zu widmen", sagt Kreis-Sprecherin Kerstin Küpperbusch. Und sie erklärt, dass bezüglich der Nutzung der Burg durch die Filmteams ein Unkostenbeitrag erhoben werde, der unter anderem die entstandenen Kosten wie Strom oder Wasser beinhalte. "Dabei werden zudem zahlenmäßig der Mitarbeiter- und Schauspielerstab und die eingesetzte Technik berücksichtigt", so Küpperbusch, ohne genauer auf Zahlen einzugehen.