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Lidl wieder offen Lidl wieder offen: Erleichterung bei den Kunden

Von Undine Freyberg 24.04.2018, 10:07
Nach vierwöchiger Schließung hat der Lidl in der König-Heinrich-Straße wieder geöffnet. Das freut auch Pauline Heider, die wie viele andere für ihre Einkäufe längere Wege in Kauf nehmen musste.
Nach vierwöchiger Schließung hat der Lidl in der König-Heinrich-Straße wieder geöffnet. Das freut auch Pauline Heider, die wie viele andere für ihre Einkäufe längere Wege in Kauf nehmen musste. Peter Wölk

Merseburg - Der Fußboden im Lidl-Markt an der König-Heinrich-Straße ist repariert. Seit Montag können die Kunden hier wieder einkaufen. Der Markt war aufgrund eines Wasserschadens zu einer rund vierwöchigen Schließung gezwungen und hat die Reparatur auch dazu genutzt, im Inneren einiges umzustellen. Obst und Gemüse haben zum Beispiel einen neuen Platz und auch der Kühlbereich für einen Teil des Fleischangebotes.

„Im Augenblick müssen wir uns auch erst noch orientieren“, lächelt eine Mitarbeiterin, die gerade Regale einräumt. Den Kunden ist unterdessen die Erleichterung über die Wiedereröffnung deutlich anzumerken. Doch wie haben sie sich über die vergangenen vier Wochen gerettet.

Kundin bei Lidl: „Das war furchtbar“

„Das war furchtbar“, sagt Annelies Schönfeld, die immer mit ihrer fast 80-jährigen Schwester einkauft. „Ich hab also mein Fahrrad genommen und dann sind wir ganz langsam zum Rewe in der Lassallestraße oder zum Netto an der Geusaer Straße gelaufen.“ Auf dem Rückweg habe sie die schweren Einkäufe an den Lenker gehängt. „Wir haben hin und zurück immer zwei bis zweieinhalb Stunden gebraucht.“

Franziska Scholtyseck erzählt, dass sie immer in den Netto in der Geusaer Straße gefahren ist. „Zum Glück habe ich ja ein Auto“, lächelt die 35-Jährige. Viele Leute hätten dort eingekauft - viel mehr als sonst -, so dass die Mitarbeiter manchmal kaum mit dem Auffüllen der Regale hinterhergekommen seien. Ähnliches berichtet Anne Ulrich (30), die den Rewe-Markt in der Lassallestraße nutzte. „Die Regale waren abends manchmal wie leer gefegt. Wahrscheinlich hatte man nicht mit so einem Ansturm gerechnet.“

Kunde von Lidl: Ich bin zum Leipziger Konsum in der Gotthardstraße gelaufen

Marcel Gräfenhain aus der Huttenstraße kennt sich noch nicht so gut in der Stadt aus. „Ich bin zum Leipziger Konsum in der Gotthardstraße gelaufen. Für mich war das kein Problem, aber wer vielleicht nicht mehr so gut zu Fuß ist, für den war das bestimmt blöd“, meint der 22-Jährige. Ein 16-Jähriger, der gerade mit zwei großen Beuteln aus dem Markt kommt, erzählt, dass seine Familie meist zum Kaufland gefahren sei. Zum Glück habe Papa ein Auto.

Die beiden Schwägerinnen Franziska Gutsche (23) und Michelle Zergiebel (23) haben sich gerade vor dem Regen untergestellt. Ihr Einkauf liegt noch im Einkaufswagen: Kartoffeln, Windeln, ein großer Beutel mit Lebensmitteln. „Wir können nur so viel kaufen, wie wir tragen können“, sagt Franziska Gutsche. Während der vergangenen Wochen seien sie zusammen immer in den Rewe in der Lassallestraße gegangen. Und zwar immer zu Fuß. „Wir haben ja kein Auto. Und wir brauchen etwa 15 Minuten bis nach Hause“, sagt Michelle Zergiebel. Im Augenblick seien sie ohne ihre beiden zweijährigen Kinder unterwegs. Wenn sie sie dabei hätten, könnten sie auch Einkäufe in die Kinderwagen tun. Das helfe manchmal.

Lidl-Markt in der König-Heinrich-Straße soll perspektivisch einem modernen Neubau weichen

Die Merseburgerin Kathrin Bauer ist froh, dass sie nicht auf den Lidl angewiesen war. „Ich habe ein Auto und kaufe halt dort ein, wo ich vorbei komme“, lächelt die 50-Jährige. „Aber für die alten Leutchen oder Menschen, die nicht gut laufen können, war die Schließung bestimmt ganz, ganz schlimm.“

Der Lidl-Markt in der König-Heinrich-Straße soll perspektivisch einem modernen Neubau weichen. Der zweite Entwurf des Bebauungsplanes hatte bis Mitte März im Stadtentwicklungsamt der Stadtverwaltung ausgelegen. Wann der Markt allerdings tatsächlich abgerissen wird, steht noch nicht fest. Fest steht nur, dass sich die Anwohner dann wieder überlegen müssen, wo sie ihre Lebensmittel kaufen. Annelies Schönfeld graut es schon. „Das wird schlimm.“ (mz)