Erinnerung an Siegfried Berger

Farbenfrohe Gedanken in der Sitte-Galerie in Merseburg

Von Undine Freyberg 23.09.2021, 08:03
Michael George (l.) richtet eine Collage von Johannes Fundermann.
Michael George (l.) richtet eine Collage von Johannes Fundermann. (Foto: Undine Freyberg)

Merseburg/MZ - Michael George richtet das größte Bild der Ausstellung. „Das hat uns Johannes Fundermann geschickt.“ Eine Collage. Fundermann ist nicht irgendwer, sondern der Vorsitzende des Kunstvereins der Partnerstadt Bottrop, wie George erzählt. Der ehemalige Leiter des Kulturamts Merseburg ist Vorstandsvorsitzender der Merseburger Siegfried-Berger-Stiftung und erledigt gerade die letzten Handgriffe an einer Ausstellung zu Ehren dieses Sohnes der Stadt, der vor 130 Jahren in der Domstadt geboren wurde. Sein Todestag jährte sich im März zum 75. Mal. Daten, die zu einem Gedenkjahr passen.

Bereits vor fünf Jahren hatte es eine Gedenkausstellung für Berger gegeben, zu der Künstler der Region aufgerufen waren, neue Werke beizusteuern. Die Idee dazu, eine neuerliche Ausstellung zu machen, hatte im vergangenen Jahr Karin Gittel, die stellvertretende Vorsitzende des Kuratoriums der Stiftung, gehabt. Leider war sie im Mai 2020 überraschend verstorben. Und so ist diese Ausstellung auch der Erinnerung an sie gewidmet. „Das ist uns ein echtes Bedürfnis“, sagt Michael George.

„Uns haben rund 50 Werke erreicht“

Diesmal hatte man den Gedichtband „Credo“ zugrunde gelegt, den Siegfried Berger 1942 veröffentlicht hatte. „Und uns haben rund 50 Werke erreicht“, erzählt George. Sogar die Malklasse von Laureane Dine von der Musikschule habe sich beteiligt. Fast alle Schüler hätten sich in farbenfroher Weise dem Gedicht „Die Birke“ gewidmet. Diese Werke begrüßen die Besucher im Treppenhaus der Sitte-Galerie.

Werke von ?Anna mal fünf?
Werke von ?Anna mal fünf?
(Foto: Undine Freyberg)

Im Dachgeschoss finden die Ausstellungsbesucher 35 weitere Werke unterschiedlichster Künstler - zum Beispiel vier Tafeln der Künstlermalgruppe „Anna mal fünf“. Auch drei Skulpturen bereichern die Ausstellung, unter anderem die Mondsichel-Madonna von Gabriele Messerschmidt. „Die war zwar schon in der cCe-Galerie in Leuna zu sehen, aber wir wollten sie unbedingt haben“, sagt George. „Dieses Schutz suchen im Glauben passt zu Bergers Geisteshaltung.“

Zur Ausstellung sind noch ein Aufsteller und ein Faltblatt geplant, in denen auch Informationen zu Siegfried Berger zu finden sein werden. Die Ausstellung wird am Freitag., dem 24. September, in der Galerie eröffnet. Die Schau ist bis zum 8. Januar zu sehen.

24. September, 16 Uhr, Willi-Sitte-Galerie, Eröffnung der Ausstellung im Gedenken an Siegfried Berger