Oberbürgermeisterwahl 2022 in Merseburg

CDU-Kandidat Michael Hayn sieht sich als Brückenbauer

Am 13. März ist Oberbürgermeisterwahl und die Merseburger stimmen darüber ab, wer künftig die Geschicke ihrer Stadt lenken soll. Michael Hayn (CDU) ist einer der Kandidaten.

Von Undine Freyberg 05.02.2022, 08:00
Michael Hayn will der neue OB von Merseburg werden. Er sieht sich als Brückenbauer mit kommunalpolitischer Erfahrung.
Michael Hayn will der neue OB von Merseburg werden. Er sieht sich als Brückenbauer mit kommunalpolitischer Erfahrung. (Foto: Katrin Sieler)

Merseburg/MZ - Er kommt aus Merseburg und brennt für seine Stadt. Sein Credo: „Sicher erhalten, klug verwalten und mutig gestalten - das sind meine Pläne für Merseburg“, sagt Michael Hayn, der von der CDU ins Rennen um den OB-Posten geschickt wird.

Fachkräfte in Merseburg halten

Bei Gesprächen mit Unternehmen, habe er festgestellt, dass eines der Hauptthemen der Fachkräftemangel sei. „Die Unternehmen wollen nicht nur selbst Fachkräfte ausbilden, sondern sie wollen sie auch in der Region halten. Mit der Hochschule haben wir hier unseren Wissenschaftsstandort. Warum schließt man nicht weitere Kooperationen zwischen Industrie, Hochschule und Kommune, wodurch man junge Leute in die Stadt ziehen und sie dann auch halten könnte.“

Kooperationen, die es schon gibt, gelte es, bekannter zu machen. Um die Abwanderung von Fachkräften zu verhindern, müsste man sich etwas einfallen lassen, meint Hayn. „Also zum Beispiel ein gutes Wohnangebot, Kitaplatz, einen attraktiven Job auch für den Partner oder die Partnerin.“ Viele Fachkräfte würden sicherlich mit der Entwicklung von Leuna III in die Stadt kommen. „Allerdings würde ich es als OB eher als Gewerbegebiet Merseburg-Süd bezeichnen - schließlich liegt es auf Merseburger Territorium.“

Zusammenhalt braucht Begegnung. Wenn wir Corona überwunden haben, möchte ich, dass die Menschen wieder zusammenkommen - zusammen feiern, zusammen Kultur genießen können, sich treffen können.

Michael Hayn

Angebote unterschiedlichster Art wünsche er sich im übrigen für alle Merseburger. „Zusammenhalt braucht Begegnung. Wenn wir Corona überwunden haben, möchte ich, dass die Menschen wieder zusammenkommen - zusammen feiern, zusammen Kultur genießen können, sich treffen können.“ Das sei eines seiner Hauptziele - in der Nach-Corona-Zeit in den Bereichen Kultur, Sport und Soziales Angebote bereitzuhalten oder neue aufzulegen.

Auf Druck der Kommunalaufsicht habe Merseburg in den letzten Jahren wenig Geld in Kultur oder Sportvereine gesteckt. „Weil es freiwillige Aufgaben sind. Das Land hat aber erkannt, dass zu wenig Geld im System ist und hat die Kommunen mit Sonderzahlungen in Größenordnungen unterstützt - auch Merseburg. Dieses Geld haben wir genau für solche Dinge eingesetzt.“

Sollte Merseburg eine neue Schwimmhalle bekommen?

Was die Schwimmhalle angehe, bete er jede Tag, dass dort nichts kaputt geht. „Denn das könnte möglicherweise nicht mehr repariert werden. Ein Neubau ist möglicherweise kostengünstiger als eine Sanierung der Halle.“ Die offizielle Forderung nach einem Neubau sei zwar von der Fraktion der Linken gekommen, aber darüber werde ja schon seit Jahren diskutiert.

„Und vielleicht kann man am heutigen Standort des Kegelparadieses auch größer denken und hier ein Sportparadies bauen - mit Schwimmhalle und Kegelbahn. Aber das ist eine Vision.“ Man müsse zwar Merseburgs Kultur und historische Gebäude erlebbarer machen, aber es müsse auch Angebote für Leute mit kleinem Geldbeutel geben. „Und dazu zählen die Schwimmhalle und unser Südpark.“

Verschmutzte Merseburger Innenstadt schreckt ab

Die Innenstadt müsste aus seiner Sicht völlig neu konzipiert werden, um sie attraktiver zu machen. „Das gesamte Areal zwischen Brühl und Burgstraße muss man im Komplex sehen. Man muss Sichtachsen und Laufwege verändern.“ Auf dem Markt könnte er sich ein Wasserspiel vorstellen und eine Ost- und Südbebauung. Hierzu habe er bereits mit einem möglichen Investor gesprochen, der hierfür Interesse hätte und an ihn herangetreten sei.

Was Hayn stört: Die Innenstadt sei immer noch sehr verschmutzt - trotz städtischen Reinigungsdienstes. „Deshalb möchte ich einen Sauber-Machathon ins Leben rufen, denn ich denke, die Merseburger sollten ihre Stadt pfleglich behandeln.“ Ordnung, Sauberkeit und Sicherheit seien wichtige Themen, denn die aktuelle Situation schrecke viele ab. Was das Thema Tourismus angehe, könnte Merseburg mehr punkten. Man habe einen Kulturamtsleiter, der das sicherlich könnte. „Man muss ihn nur machen lassen dürfen können wollen und nicht ausbremsen“, sagt Hayn.

Ortsteile von Merseburg sind wichtig

Doch es gehe nicht nur um die Kernstadt, auch die Ortsteile machen eine Stadt lebenswert, so Hayn. Doch viele Menschen, die in Meuschau, Beuna, Geusa oder Trebnitz wohnen, hätten ihm gesagt, sie fühlten sich „hintendran“. „Die Kita Rappelschloss stößt an ihre Grenzen. Da muss schnell etwas passieren. In Meuschau und Beuna geht es um Fußwege.“ Die Trebnitzer Feuerwehr will nicht herabgestuft werden. Und in Geusa gehe es nach wie vor um die Grundschule. „Dort werden konstant zu viele Kinder da sein. Deshalb bin ich hier für einen Anbau und die energetische Sanierung des Gebäudes.“

Hayn sieht sich selbst als Mediator, als Brückenbauer und Ansprechpartner für jeden, der mit einem Problem zu ihm kommt. In seiner Arbeit als Stadtrat stellt er das Erreichen kommunaler Ziele häufig über das Parteibuch. Für alle Bürger wünscht er sich, dass künftig mehr Dinge in einem digitalen Rathaus erledigt werden können. Und dass Prozesse beschleunigt werden. Hayns Ziel für die Wahl ist klar: „Ich will gewinnen.“ Und er rechnet sich gute Chancen aus.

Sekt oder Selters? Die MZ-Fragerunde mit Michael Hayn

MZ möchte von allen Kandidaten wissen, welche persönlichen Vorlieben sie haben und hat ein paar Entweder-oder-Fragen gestellt. Hier die hoffentlich unterhaltsamen Antworten von Michael Hayn:

Hund oder Katze? Hund. Ich hab’ zwar keinen eigenen, aber einen Leihhund, mit dem man mich oft sieht. Cleopatra, eine vierjährige Chihuahua-Dame, zwingt mich zum Spazierengehen.

Kaffee oder Tee? Kaffee. Aus frisch gemahlenen Bohnen.

Fleisch oder Gemüse? Ich mag beides.

Ostsee oder Berge? Berge. Am liebsten Harz und Erzgebirge.

Fußball oder Schach? Fußball. Als Schüler war ich in der Schach-AG. Jetzt bin ich Fußballfan.

Auto oder Fahrrad? In der Freizeit gern Mountainbike - auf dem Saaleradweg und auf holprigen Pisten in der Umgebung.

Buch oder Film? Buch. Von Biografien bis Krimis alles. Manchmal schaue ich mir gern auch den Film zu einem Buch an.

Gummibärchen oder Schokolade? Schokolade

Zur Person

Michael Hayn wurde am 4. April 1969 in Merseburg geboren. Nach dem Abschluss der Berufsausbildung mit Abitur und Wehrdienst startete er 1991 eine Ausbildung zum Bankkaufmann in Merseburgs Partnerstadt Bottrop (Nordrhein-Westfalen). 23 Jahre lang war er auch im Bankwesen tätig. Er hat ein Studium zum Bankfachwirt an der Genossenschaftsakademie Hannover abgeschlossen, hat sich zum Versicherungsfachmann weiterqualifiziert und ist selbstständig.

2008 trat Hayn in die CDU ein. 2009 wurde er in den Merseburger Stadtrat gewählt. Zehn Jahre lang hat er den Finanzausschuss geleitet. Der 52-Jährige ist Fraktionschef der CDU, Kreischef seiner Partei und Kreistagsmitglied.

Michael Hayn ist alleinstehend und hat einen 21-jährigen Sohn. Er ist Vorstandsmitglied im Merseburger Kunstverein und Mitglied des Merseburger Altstadtvereins. Mehr Infos unter www.michael-hayn.de