„Wir mussten schon ein paar Gäste wieder nach Hause schicken“

Badesaison in Leuna und Merseburg läuft wegen neuen Coronaregeln nur schleppend an

3G-Regel gilt jetzt auch in den Schwimmbädern Leuna und Merseburg. Werden Preisen oder Öffnungszeiten aufgrund der Lage angepasst?

Von Laura Nobel 12.11.2021, 15:30
Schwimmhalle Leuna.
Schwimmhalle Leuna. Peter Wölk

Leuna/Merseburg/MZ - Im September ist Leuna in die Schwimmhallensaison gestartet. Doch es läuft eher schleppend, wenn es um die Besucherzahlen geht. „Die Situation ist ähnlich wie schon während der Waldbadsaison“, sagt Betriebsleiter Sebastian Leser. Im Sommer kamen nach Angaben der Stadtverwaltung rund 16.000 Besucher in das Freibad. Im Vorjahr waren es noch 30.000. Andere Freibäder im Kreis zogen eine ähnliche Bilanz.

3G-Regl: Schwimmen nur mit Nachweis

„Und jetzt wird der Trend wohl noch weiter herunter gehen“, meint Leser. Denn seit dieser Woche greift die 3G-Regel, es dürfen also nur noch nachweislich geimpfte, genesene und getestete Personen zum Schwimmen kommen. „Wir mussten schon ein paar Gäste wieder nach Hause schicken, die nicht daran gedacht hatten.“ Zuvor hatte der Betrieb lediglich eine Anwesenheitsliste über die Schwimmhallenbesucher führen müssen. Wer keinen Impf- oder Genesenenausweis hat, könne vor Ort auch einen Selbsttest unter Aufsicht durchführen, so der Betriebsleiter.

Währen im Vergleich zu Vorjahren eher weniger Besucher in die Schwimmhalle kommen, bedeutet die aktuelle Coronaverordnung einen großen Mehraufwand für den Betrieb. Denn die 3G-Nachweise müssen natürlich erstmal kontrolliert werden. „Ich benötige fast das Doppelte an Servicepersonal“, schildert Leser.

Auch bekomme die Einrichtung viele Anrufe von verunsicherten Gästen, die sich nach den aktuellen Hygieneregelungen erkundigen. Nicht zuletzt koste es Zeit, sich in die Eindämmungsverordnungen einzulesen und immer wieder das Hygienekonzept daran anzupassen. „Wir sind ständig im Kontakt mit dem Gesundheitsamt und dem Landkreis.“

Keine Anpassung von Preisen oder Öffnungszeiten aufgrund der Lage

Neben der 3G-Regel, die seit Montag gilt, müssen die Besucher den üblichen Sicherheitsabstand von 1,5 Metern einhalten und im Eingangsbereich sowie den Umkleiden eine Maske tragen. Es gibt auch eine Obergrenze, wie viele Besucher in die Schwimmhalle dürfen. „Die erreichen wir derzeit aber gar nicht erst“, sagt der Betriebsleiter. Der Saunabereich ist geöffnet. Je nach Heizraum dürfen sich unterschiedlich viele Gäste gleichzeitig dort aufhalten. Eine Anpassung von Preisen oder Öffnungszeiten aufgrund der Lage schließt Leser aus. „Wir können die Leute ja nicht noch dafür bestrafen, dass die Situation gerade so ist.“

Auch in der Merseburger Schwimmhalle darf seit dieser Woche nur noch mit 3G-Nachweis geschwommen werden. Nachdem der Besucherbetrieb nach der coronabedingten Schließung erst langsam wieder anlief, seien die Zahlen zuletzt wieder gut gewesen, sagt Thomas Nemson, Leiter des Jugend- und Sportamtes der Stadt Merseburg. „Ob die 3G-Regelung dazu führt, dass weniger Besucher kommen, kann man nach den wenigen Tagen noch nicht einschätzen.“ Derzeit finden sowohl Vereins- als auch Schul- und öffentliches Schwimmen wie gewohnt in dem Hallenbad statt. Nur, dass jetzt wieder eine Kontrolle am Eingang stattfindet.