Auktion in Berlin

Auktion in Berlin: Schloss Vitzenburg unterm Hammer

Vitzenburg/MZ. - Fast vier Jahre hatte es zuvor gedauert, ehe er den Schlosskomplex vom Landkreis Merseburg-Querfurt kaufen konnte.

Von Jürgen Birkhahn
Ein Blick vom Hof auf das Hauptgebäude des Schlosses Vitzenburg, das Ende des Monats in Berlin unter den Hammer kommen soll. (Foto: Jürgen Birkhahn)

Fast vier Jahre hatte es zuvor gedauert, ehe er den Schlosskomplex vom Landkreis Merseburg-Querfurt kaufen konnte.

Das Schloss war Anfang der 90er Jahr bundesweit ausgeschrieben. Unter den 17 Bewerben konnte sich Schulze mit seinem Konzept behaupten. Im Gemeinderat von Vitzenburg hatte man indes so manche Zweifel, ob der junge Mann aus dem Osten, der zu der Zeit in Weimar ein Architekturbüro führte, auf dem Schloss etwas bewegen könne. Mit der Finanzkraft, so räumt Schulze auch heute ein, sei es nicht so gut bestellt - wo solle bei einem aus dem Osten der Reichtum auch herkommen.

Für Schulze habe aber nicht das Geld gezählt, sondern der Anspruch, ein geschichtsträchtiges Gebäude zu erhalten. Sein Konzept, so ist er heute noch überzeugt, habe Aussicht auf Erfolg, wenn denn die nötigen Kredite ausgereicht wären. Stück für Stück sollte das Schloss saniert werden, beginnend mit dem Torgebäude, wo Wohnungen und Gastronomie entstehen sollten. Letztere wurde schließlich in das Haupthaus verlegt, wo neben dem Foyer auch der Herrensalon saniert sind. Die 50 Plätze im Salon sind schon für Feiern, sogar für Hochzeiten, genutzt worden. Vertäfelung und Stoffbehang sind im Salon aufwändig restauriert worden. Von der einst geplanten Hotellerie und Gastronomie und dem Betrieb des Reitstalls wechselte das Konzept, wie Schulze bei seinen Führungen durch das Schloss erwähnt, auch zur Überlegung, das Haus zu einer Pflegeeinrichtung zu machen.

Die hat das historische Ensemble allerdings in erster Linie selbst nötig. Der Kaufpreis macht zwar den Einruck eines Schnäppchens, das scheinbare Sonderangebot zieht allerdings hohe Investitionen nach sich. Die Kosten dafür wollte Schulze eigentlich mit der Vermarktung des eigenen Weines sichern. Der etwa 2,5 Hektar große Weinberg der zum Schloss gehört ist einer der ältesten Rebgärten der Region. Dieser bleibt bei der Versteigerung außen vor. Ebenso wie der Schlosspark und der Weinkeller soll der Berg im Besitz von Schulze bleiben. "Ich werde mein Konzept auf diesen Bereich begrenzen", sagt er. Auch wenn er seine Wohnung und sein Planungsbüro im Schloss räumt, so wolle er in der Region bleiben. Die Vitzenburger werden dies mit Interesse beobachten, wacht doch derzeit über Weinberg und Schlosspark ein Zwangsverwalter. Und sie fragen sich auch, was mit den Fördermitteln ist, die Schulze abfassen konnte. Schließlich wurden einige Arbeiten im und um das Schloss durch ABM geleistet.