An Leukämie erkrankt

An Leukämie erkrankt: Starke Merseburgerin erklärt dem Krebs den Kampf

Merseburg - Irene Matis erkrankt im Frühjahr an Leukämie. Mit Zuversicht und dank drei potenziellen Spendern gesunder Stammzellen erklärt sie dem Krebs den Kampf.

Von Michael Bertram 20.08.2018, 09:26

„Mein Körper war ganz steif, ich konnte mich kaum bewegen, den Kopf nicht drehen“, erklärt Irene Matis den Beginn ihres Leidenswegs. Die Merseburgerin, die als Fahrdienstleiterin bei der Deutschen Bahn arbeitet, ließ sich krankschreiben. Da die Grippe im Frühjahr ziemlich heftig um sich griff, dachte Matis trotz der extremen Mattigkeit, die sie zeitweise kaum aus dem Bett aufstehen ließ, nicht viel dabei.

Auch ihr Hausarzt rechnete zunächst nicht damit, dass die 61-Jährige in Lebensgefahr schwebt, weil sie an einer Leukämie erkrankt ist. „Als dann erhöhte Entzündungswerte festgestellt wurden, sollte ich mich in der Notaufnahme des Klinikums vorstellen“, erinnert sie sich an den März dieses Jahres. „Dort erhielt ich dann die Diagnose, die ich gar nicht so richtig verarbeiten konnte.“

Krebszellen stören die Produktion gesunder Blutzellen

Die Ärzte erklärten ihr, dass in ihrem Knochenmark Krebszellen entstehen, die sich unkontrolliert teilen und vermehren. Dass sie dabei die Produktion gesunder Blutzellen stören und in der Folge verschiedene Organe befallen können. „Das letzte Mal, dass ich mit der Erkrankung in Kontakt kam, war vor etwa 18 Jahren“, erzählt Matis. Damals war ein enger Vertrauter erkrankt, der im Uniklinikum Kröllwitz in Halle auf die nötige Stammzellenspende wartete. Vergeblich.

„Er hätte damals nach Dresden transportiert werden müssen, hätte das jedoch nicht mehr geschafft.“ Er starb. „Als ich selbst dann nach Kröllwitz kam und vor dem Zimmer stand, in dem er starb, wurde mir das alles wieder bewusst.“

Merseburgerin schafft es, trotz der schweren Erkrankung die Zuversicht zu bewahren

Doch die Merseburgerin schafft es, trotz der schweren Erkrankung die Zuversicht zu bewahren. Auch die Chemotherapie ging sie mutig an. „Mich hatte vor dem Beginn eine Schwester zur Seite genommen, die wohl Ängste gespürt hatte“, erzählt Matis. „Sie sagte, dass ich alles Schlechte vergessen soll, was ich darüber gehört hatte, da jeder Mensch anders darauf reagiert.“

Im Juli folgt dann die frohe Botschaft: Es wurden potenzielle Stammzellspender gefunden, die Matis’ Leben retten können. „Ich hatte riesiges Glück“, sagt sie. „Die Ärzte konnten aus drei Spendern auswählen.“ Da die Übereinstimmung bei einer 1978 geborenen Frau aus Bayern am größten war, erhielt Irene Matis deren Stammzellen. Etwa drei Wochen ist das jetzt her. Für Irene Matis beginnt nun die Zeit des Wartens. Denn rund 100 Tage, so rechnen die Ärzte, dauert es, mögliche Abstoßungsreaktionen des Körpers auf die fremden Zellen auszuschließen.

Matis schaut nach vorn, kämpft sich zurück ins Leben. In der schweren Zeit geholfen haben unter anderem ihre beiden Kinder. Tochter Annett nahm beispielsweise extra Urlaub, um ihrer Mutter beizustehen. Aber auch ihr Mischlingshund Charlie half. „Laut den Ärzten ist er für mich Teil der Therapie.“ (mz)