Wechsel im Tierheim

Wechsel im Tierheim Köthen: Tierschutzverein kündigt Camilla Nater

Köthen - Tierschutzverein stellt Sarah Krämer aus Kleinpaschleben ein und kündigt Camilla Nater.

Von Henrik Klemm 16.08.2017, 06:55

Es war ein Angebot, dem Sarah Krämer nicht sofort zugestimmt hat. „Das musste ich mir schon einige Tage durch den Kopf gehen lassen.“

Schließlich stand die 26-Jährige als Heilerziehungspflegerin bei der Lebenshilfe Dessau in Lohn und Brot. Doch dann gab sie der Vorsitzenden des Tierschutzvereins Köthen/Anhalt und Umgebung, Regina Minasch-Elze, ihr Okay.

Jetzt ist sie die leitende Mitarbeiterin im Köthener Tierheim, das vom Verein betrieben wird. Für Sarah Krämer ein Traumjob, eine „Chance, die vielleicht nie wiedergekommen wäre“, wie sie formuliert. Die Freude über die neue Aufgabe steht ihr ins Gesicht geschrieben.

Camilla Nater wurde vom Vorstand des Tierschutzvereins gekündigt

Die Kleinpaschlebenerin hat damit die Arbeit von Camilla Nater übernommen, der vom Vorstand des Tierschutzvereins zum 31. August gekündigt wurde. „Es gab keine Vertrauensbasis mehr“, erklärt Regina Minasch-Elze.

Angedeutet hatte sich die Entscheidung schon länger, insbesondere nachdem in einem offenen Brief der Tierheimmitarbeiter die Arbeit der Vereinsvorsitzenden kritisiert worden war. Camilla Nater, die jahrelang mit Engagement im Tierheim tätig war, befindet sich derzeit im Krankenstand.

In einem Facebook-Eintrag bedankt sie sich bei allen, die sie unterstützt haben. „Es war eine schöne Zeit, die Erinnerungen daran kann mir keiner nehmen. Es gab Höhen und Tiefen und ich denke, wir haben sie gemeinsam ganz gut gemeistert“, schreibt sie unter anderem.

Wie sie der MZ versicherte, bleibe sie gleichwohl Vereinsmitglied, im Verein ist sie Schatzmeisterin. Nebenbei betreibt die Tierschützerin eine private Internetseite - Camillas Tierhilfe Köthen. Über diese möchte sie Wissenswertes vermitteln, Erfahrungen mit Gleichgesinnten austauschen und Hilfestellungen zum Thema Fundtiere geben.

Sarah Krämer kündigt einige Änderungen für das Tierheim an

Sarah Krämer indes fühlt sich im Tierheim bei den Mitarbeitern gut aufgenommen und akzeptiert. Die generelle Linie der Arbeit dort findet sie in Ordnung, kündigt aber einige Änderungen an. Etwa sollen künftig die Hunde mehr miteinander agieren, müsse das Büromanagement verbessert und der Kleintierbereich verschönert werden.

Und Regina Minasch-Elze bescheinigt der jungen Frau einen schnellen und guten Einstieg in ihre Arbeit. „Sie besitzt zudem einen Sachkundenachweis für das Führen eines Tierheims“, sagt die Vereinsvorsitzende. Sie könnte also Tierheimleiterin Christiane Goßrau vertreten.

Zugute kommen der 26-Jährigen im neuen Job ihre Erfahrungen im Umgang mit Hunden. Sarah Krämer ist nämlich Vorsitzende des Vereins „Animal-soul-savior“, was so viel wie Tierseelenrettung bedeutet.

Tierschutz ist ein 24-Stunden-Job

Der Verein engagiert sich seit einigen Jahren für herrenlose, alte, kranke, misshandelte und in Not geratene Tiere in Rumänien und betreibt dort ein Tierheim. „Wir sammeln Spenden für deren medizinische Versorgung, fürs Futter und vermitteln Hunde, die dazu fähig sind, nach Deutschland“, erklärt die Tierschützerin und betont, dass dies ihre Freizeitbeschäftigung ist und bleiben wird.

Ihre Entscheidung für die neue Arbeit habe sie noch zu keiner Stunde bereut. Es sei deutlich mehr Stress, gibt sie zu. „Aber mir macht das Spaß. Ich arbeite gern für Tiere, für den Tierschutz, auch wenn es ein 24-Stunden-Job ist. Das erfüllt mich einfach.“ (mz)

Weitere Informationen zum Tierheim finden sich im Internet unter www.tierheim-köthen.de.