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Bei Kontrollen versagt?Schweinehochhaus Maasdorf: Bei Kontrollen versagt? Veterinäramt wehrt sich gegen Vorwürfe von Tierschützern

Köthen/Maasdorf - Es gebe auch unangekündigte Kontrollen, argumentiert der Landkreis.

Von Doreen Hoyer 27.08.2016, 09:00

Das Deutsche Tierschutzbüro hat nicht nur Vorwürfe gegen den Betreiber des Schweinehochhauses, sondern auch gegen das Veterinäramt des Landkreises erhoben. Dieses kündige seine Kontrollen teilweise Tage vorher an, was das Ganze sinnlos mache, das Amt versage völlig.

Auch unangemeldete Kontrollen fänden statt

„Die Veterinärämter der Landkreise sind angehalten, Kontrollen von Tierhaltungen in der Regel unangemeldet durchzuführen“, erklärte dazu Kreissprecherin Marina Jank.

Im Gegensatz zu einer Schwerpunktkontrolle sei es bei einer Bestandskontrolle jedoch nötig, Einblick in eine Vielzahl von Unterlagen zu nehmen. Deshalb sei es „mitunter notwendig und durchaus erlaubt, maximal 48 Stunden vorher, mit Begründung auch früher, die entsprechenden Kontrollen anzukündigen“.

Zudem habe es erst am 23. August eine unangekündigte Kontrolle im Schweinehochhaus gegeben, fährt Jank fort. Zwei amtliche Tierärzte des Kreises seien dort gewesen. Alle in Kastenständen gehaltenen Sauen seien rechtskonform untergebracht gewesen, betont die Sprecherin. Das bedeute, dass das Stockmaß der Sauen - also ihre Körperhöhe - nicht größer waren als die Breite des Kastenstandes.

Auch Grüne schalten sich ein

Auch die Fraktion der Grünen im Landtag haben sich inzwischen zu dem Thema geäußert: „Dieser Fall zeigt ein weiteres Mal die Notwendigkeit, dass wenigstens die derzeit bestehenden rechtlichen Mindestanforderungen vollumfänglich umgesetzt werden müssen. Tierquälerei in Ställen muss endlich beendet werden“, so Dorothea Frederking, agrarpolitische Sprecherin der Fraktion.

Sie tritt, wie das Deutsche Tierschutzbüro, ebenfalls für eine Abschaffung der Kastenstände ein. Bislang ist es nach Informationen der Politikerin legal, dass Sauen vier Wochen in Kastenständen gehalten werden, in Summe bedeutet das, dass die Tiere etwa fünf Monate pro Jahr in dieser Form der Einzelhaltung zubringen. (mz)