Symbolträchtige Figuren

Schulelternrat will Brunnen der Sekundarschule „Völkerfreundschaft“ in Köthen zu neuem Glanz verhelfen

Der Schulelternrat der Sekundarschule „Völkerfreundschaft“ in Köthen sammelt Geld, damit die Brunnenskulptur restauriert werden kann.

Von Stefanie Greiner
Sandy Kujau (li.) und Doreen Heger machen sich stark dafür, dass die Figurengruppe restauriert werden kann.
Sandy Kujau (li.) und Doreen Heger machen sich stark dafür, dass die Figurengruppe restauriert werden kann. (Foto: Ute Nicklisch)

Köthen/MZ - Ihre Hände haben die Kinder verloren. Teilweise sogar die Unterarme. Dem Jungen mit den Locken ist zwar eine Hand geblieben. Berühren kann er damit jedoch lediglich die Metallstabilisierung, die aus dem linken Handgelenk des Mädchens ragt.

Sandy Kujau und Doreen Heger bricht es das Herz, die Figurengruppe so zu sehen. Seit Jahren ist die Brunnenskulptur vor der „Völkerfreundschaft“ in Köthen in keinem guten Zustand. Wenige Teile der Plastik des Bildhauers Robert Propf liegen an deren Fuß, die meisten aber sind verschwunden.

Wie gern würden die beiden Frauen die Figurengruppe in einem anderen Zustand sehen. Ihre Kinder besuchen die Sekundarschule. Sandy Kujau lernte hier sogar selbst einmal. „Die Figuren sind das Wahrzeichen dieser Schule“, sagt die Mutter von Drillingen.

„Wir werden einen hohen vierstelligen Betrag aufbringen müssen“

Die „Völkerfreundschaft“ wird derzeit für rund zehn Millionen Euro saniert. In diesen Mitteln ist die Restaurierung des Brunnens jedoch nicht dabei. Der Schulelternrat nimmt das Projekt selbst in die Hand und sammelt Geld, damit dieser ebenfalls saniert werden kann.

Schulleiter Uwe Herrmann ist begeistert von dieser Idee. „Wir werden einen hohen vierstelligen Betrag aufbringen müssen“, überschlägt er und dankt dem Schulelternrat dafür, dass er die Spendenaktion in die Hand nimmt.

Die Figuren müssen restauriert werden.
Die Figuren müssen restauriert werden.
(Foto: Ute Nicklisch)

Wie das Geld zusammenkommen soll, haben sich die Eltern schon überlegt. Sie wollen bei Firmen anfragen und Privatpersonen ansprechen. „Jeder Euro zählt“, sagt Sandy Kujau.

Der Brunnen soll künftig zentraler stehen - und wieder funktionieren

Der Schulelternrat wünscht sich, dass der Brunnen nicht einfach nur restauriert wird. Er soll auch wieder funktionieren. Sandy Kujau glaubt sich zu erinnern, dass schon zu ihrer Zeit an der Schule - sie verließ die „Völkerfreundschaft“ 1999 - hier kein Wasser mehr sprudelte. „Ich denke auch, dass nicht mal Wasser drin war“, sagt sie. Die Figurengruppe selbst habe schon damals nicht mehr wirklich schön ausgesehen. Ob die Kinder da auch schon so kaputt waren, weiß sie nicht mehr. Sie räumt ein, kaum darauf geachtet zu haben, weil der Brunnen so abseits steht.

Und da kommt Sandy Kujau auf einen weiteren Punkt zu sprechen. Etwas, was sich die Eltern noch gut vorstellen können: Der Brunnen soll zentraler stehen. Im Moment befindet er sich - mit Blick auf die Schule - leicht links vom Eingang. „Er soll in der Mitte stehen“, sagt die Mutter.

Der Brunnen als Zeichen für das Miteinander verschiedener Kulturen

Die Figurengruppe soll mehr auffallen und auch optisch eine stärkere Verbindung zur Schule haben. Vorn der Brunnen, der ein Zeichen für das Miteinander verschiedener Kulturen ist. Dahinter an der Schule der Schriftzug „Schule ohne Rassismus“.

„Der Brunnen ist ein schönes Symbol“, sagt Doreen Heger. Der Brunnen mit den Kindern aus verschiedenen Ländern, die einander wieder an den Händen halten sollen. So wie Robert Propf es einst wollte.

Wer die Aktion unterstützen möchte, kann Geld auf das Konto des Schulfördervereins überweisen: Freunde und Förderer der Sekundarschule e. V., IBAN DE81 8005 3722 0300 0062 17