Neuer Name steht für Transparenz

Neuer Name steht für Transparenz: Aus Tele Columbus wird auch in Köthen Pÿur

Köthen - Aus Tele Columbus wird Pÿur und in Köthen ist die Namensänderung zugleich mit einem Umzug verbunden.

Von Matthias Bartl 08.09.2017, 09:46

Der Name lässt den Betrachter erst einmal irritiert zurück: Pÿur. Schon wegen des seltsamen Buchstabens, der in der deutschen Sprache aber so was von nicht vorkommt. Nicht mehr, meint Rudolph Attlfellner. „Früher hat es den Buchstaben schon gegeben. Und in Nürnberg gibt es eine Straße, in deren Namen der Buchstabe vorkommt.“

Und in Köthen jetzt ein Geschäft. Das früher als „Tele Columbus“ bekannt und in der Halleschen Straße zu finden war. Nun ist man umgezogen und hat unter neuer Firmierung wiedergeöffnet.

„Köthen ist das erste Geschäft deutschlandweit, wo Tele Columbus unter dem neuen Markennamen auftritt“, sagt Attlfellner, der bei Pÿur in der Öffentlichkeitsarbeit tätig ist und auch erläutern kann, wie man den neuen Firmennamen mit dem „frechen Doppelpunkt“ richtig ausspricht.

Englisch nämlich: also Pjur. Was für rein, klar, transparent steht - alles Bezeichnungen, die sich das frühere Tele Columbus als Firmeneigenschaften zuschreibt.

Neuer Name für neue Unternehmensstruktur

Der neue Name war notwendig geworden, weil zum Unternehmen Tele Columbus inzwischen auch andere Anbieter gehören:; primacom (Leipzig), HL komm (Leipzig/Halle/Chemnitz) und pepcom (München) sind längst Gruppenmitglieder - diese Bündelung der Kräfte soll sich auch in einem neuen Markennamen widerspiegeln.

Dass man in Köthen direkt neben die Wohnungsgesellschaft gezogen ist, ist Zufall und auch nicht. Zufall sicherlich deswegen, weil die WGK, die ihren Sitz in der Marktstraße hat, im Jahr 2014 das Nachbarhaus erworben hatte und dieses grundlegend sanierte - für das Objekt, in dem schon ein Korbflechter und eine Buchhandlung zu finden waren, bot sich eine gewerbliche Nutzung an.

Die Büroräume hatte man Tele Columbus angeboten, weil die WGK mit dieser Firma eine lange und umfangreiche Zusammenarbeit verbindet. „Ich schätze, dass 90 Prozent unserer Gebäude durch Tele Columbus versorgt werden“, sagt WGK-Geschäftsführer David Rieck. Das betreffe Fernsehen, Telefon und Internet.

Lokale Sender sollen auch lokal eingespeist werden

Tele Columbus-Nachfolger Pÿur besetzt in dem Objekt nun etwa 60 Quadratmeter Bürofläche, oben hat die WGK noch eine Maisonette-Wohnung vermietet. „Wir haben in die Sanierung des Hauses, das unter Denkmalschutz steht, rund 600.000 Euro gesteckt“, sagt Rieck.

Dazu kommen rund 50.000 Euro, die Pÿur in die Gestaltung der „Kopfstelle“ investiert hat. „Kopfstelle“ heißt die Niederlassung deswegen, weil hier die Netz-Einspeisung erfolgt, nicht nur für Köthen selbst, sondern auch für Zerbst und Bernburg. Diese lokale Verankerung mache es möglich, so Attlfellner, „dass wir hier auch lokale Sender zielgenau einspeisen können“. Das wäre von einem zentralen Punkt aus, etwa in Berlin, kaum realisierbar.

Dass Tele Columbus in den zurückliegenden Jahren hinsichtlich des Services auch immer wieder mal in der Kritik gestanden hat, will Attlfellner nicht so stehenlassen. „Wir sind nachweislich besser als der Branchendurchschnitt“, sagt er. „Wenn freilich ein Bagger ein Kabel durchtrennt und Tausende Leute vom Netz abschneidet, dann melden sich gleich Massen von betroffenen Kunden. Das ist aber nicht vermeidbar.“

Lars Löhder bleibt auch weiterhin Ansprechpartner vor Ort

Pÿur-Vertreter vor Ort ist nach wie vor Lars Löhder, der als Einzelkämpfer in Köthen den Kontakt zwischen Kunden und Unternehmen herstellt, Fragen beantwortet, sich bemüht, Probleme zu lösen, Aufträge bearbeitet.

Und wenn ihn die Kunden sehen, werden sie nicht nur durch Löhder in Person an Tele Columbus-Zeiten erinnert, sondern auch durch die Dienstkleidung: Löhder steht nämlich immer noch im Tele Columbus-T-Shirt hinterm Ladentresen. An Pÿur-Shirts hat anscheinend noch keiner gedacht. (mz)

Die Tele Columbus-Gruppe (jetzt Pÿur)ist nach Eigenangaben mit 3,6 Millionen angeschlossener Haushalte drittgrößter deutscher Kabelnetzbetreiber.

Allein in Köthen hat das Unternehmen rund 13.000 Haushalte am Netz, dazu noch mal gut 4.000 in Zerbst und rund 9.000 in Bernburg, die über die Kopfstelle Köthen versorgt werden. mb