Nach Streit in der Stadt

Köthen: Deutscher stirbt nach Schlägerei mit zwei Afghanen

Köthen - In der Nacht vom Sonnabend, 8. September, zu Sonntag, 9. September, ist ein 22-jähriger Mann in Köthen zu Tode gekommen.

Bei einer Auseinandersetzung ist in der Nacht zu Sonntag ein 22-jähriger Mann in Köthen (Anhalt-Bitterfeld) gestorben. „In diesem Zusammenhang wurden zwei Afghanen wegen des Anfangsverdachts eines Tötungsdeliktes vorläufig festgenommen“, erklärte ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft.

Hintergrund soll ein Streit zwischen zwei Deutschen und zwei Afghanen gewesen sein. Über die konkreten Umstände des Geschehens liegen derzeit keine gesicherten Erkenntnisse vor, so der Sprecher weiter. „Die Befragungen und Ermittlungen dauern an und werden in alle Richtungen geführt.“

Tödlicher Streit in Köthen ist Thema bei AfD-Parteitag in Dessau 

Die AfD hält derzeit im nahen Dessau ihren Landesparteitag ab. Dort war der tödliche Streit Thema, es wurde eine Schweigeminute geplant. „Zunächst warten wir das Ergebnis der Obduktion ab und rufen zu Besonnenheit auf“, sagte der Köthener AfD-Abgeordnete Hannes Loth. 

„Wir drücken aber schon jetzt den Angehörigen unser tiefes Mitgefühl aus. Danach entscheiden wir, ob wir einen Trauermarsch durch Köthen planen.“ Dass sich daran dann Pegida beteilige, „können wir nicht ausschließen“, so Loth. Man würde aber darauf achten, „dass es ein Trauermarsch wird, keine politische Kundgebung“.

Bestürzung über Tod des 22-Jährigen in Köthen

Derweil wird in den sozialen Medien zu einem Trauermarsch durch Köthen geworben. Wer das initiiert hat ist noch unklar, unter anderem rufen dazu Rechtsextremisten auf.

Der Kirchenpräsident der Evangelischen Landeskirche Anhalts, Joachim Liebig, reagierte mit Bestürzung auf den Tod des 22-Jährigen. „Unsere Gebete und Gedanken sind bei ihm und seinen Angehörigen“, sagte Liebig. Zugleich rief er zur Besonnenheit auf: „Das schreckliche Ereignis muss mit Umsicht aufgeklärt werden.

Jede politische Instrumentalisierung ist abzulehnen und würde zu einer Eskalation führen, die schreckliche Folgen haben könnte.“ Die Landeskirche und die Köthener Kirchengemeinden laden am heutigen Sonntag um 16 Uhr in die Kirche St. Jakob zu einer Trauerandacht ein.

Die SPD-Landtagsfraktionschefin Katja Pähle sprach den Angehörigen des Toten ihr Mitgefühl aus. „Die Angehörigen brauchen unser Mitgefühl, und Köthen braucht Besonnenheit“, so Pähle. Sie fordert aber auch, dass es jetzt „keine Gewaltspirale geben“ dürfe. (mz)

Das Ortsschild von Köthen: In der Kreisstadt ist es in der Nacht zu einem tödlichen Streit gekommen.
dpa-Zentralbild