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Spargelernte läuft auf HochtourenZufrieden mit Spargelverkauf in Seyda - Welches besondere Angebot die Kunden erhalten 

Die Spargelernte bei Seydaland Vereinigte Agrarbetriebe läuft auf Hochtouren. Warum es Kontrollen gibt und was Verkäuferin Cornelia Klett erzählt.

Von Thomas Tominski Aktualisiert: 25.05.2023, 10:30
Ralf Donath kontrolliert  auf der  Anbaufläche  regelmäßig die  Bodenfeuchte  in den  Spargeldämmen.
Ralf Donath kontrolliert auf der Anbaufläche regelmäßig die Bodenfeuchte in den Spargeldämmen. (Foto: Thomas Tominski)

SEYDA/MZ - „Wir hinken immer noch zehn Tage hinterher“, sagt Ralf Donath, der mit dieser Aussage jedoch kein Klagelied anstimmen will. Trotz des verspäteten Anstichs läuft der Spargelverkauf wie am Schnürchen.

Der Chef Produktvermarktung bei den Seydaland Vereinigten Agrarbetrieben findet es bemerkenswert, dass die Gastronomen aus dem Landkreis dem Unternehmen seit Jahren die Treue halten und auf ihren Speisekarten erst Schnitzel mit Spargel anbieten, wenn das Edelgemüse lieferbar ist.

„Wir punkten mit Frische, gutem Geschmack und Regionalität“, so Donath, der weiß, dass er in diesem Punkt nicht zu dick aufträgt. Der Verkauf an den Ständen laufe ebenfalls hervorragend, die leicht gestiegenen Preise von einem Euro pro Kilo schrecken die Liebhaber des Edelgemüses nicht ab.

Besonderes Angebot

Beim Spargelanbau, erklärt der Chef Produktvermarktung, müsse man „ein knallhartes Regime“ fahren. Auf den Dämmen liegt eine schwarz-weiße Schutzfolie. Wenn darunter zu viel Hitze herrscht, bekommt das Edelgemüse Flecken oder verliert im Inneren zu viel an Substanz. „Es bringt nichts, nur auf Ertrag zu setzen“, erklärt der Experte, in der Fachsprache heißt es, den Spargel vital zu halten.

Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit. Unter Geschäftsleuten gilt dieser Satz als Binsenweisheit. Deshalb liefert Seydaland bei Bedarf geschälten Spargel. Laut Donath passiert dies sowohl maschinell als auch per Hand. Und: „Das ist schon eine kleine Wissenschaft!“ Denn wenn ein Gaststätten-Besucher sich die Fasern „aus den Zähnen pulen“ muss, bestellt er dieses Essen kein zweites Mal - und der Wirt sucht sich einen anderen Anbieter.

Cornelia  Klett   verkauft den Spargel  am Stand in  Seyda.
Cornelia Klett verkauft den Spargel am Stand in Seyda.
(Foto: Thomas Tominski)

Der Chef Produktvermarktung ist wie erwähnt stolz, dass er jeden Wunsch erfüllen kann. Das Tagesgeschäft boomt, in vielen Restaurants wird Seydaer Spargel als regionale Spezialität angeboten, an Tagen mit exorbitanten Erträgen rollt ein Transporter mit frisch Gestochenem bis nach Brandenburg. „Die Touren gehen auch über Elbe“, ergänzt Donath.

Ab Mittwoch große Nachfrage

Das Kaufverhalten der Kunden ist ganz unterschiedlich. Manche bevorzugen grünen Spargel, andere den unsortierten und deshalb preiswerteren Feldspargel. Was immer geht ist die Klasse II zum Kilopreis von 9,50 Euro. Diese Aussage bestätigt Cornelia Klett, die seit sechs Jahren am Stand in Seyda das frisch gestochene Edelgemüse verkauft. „Ab Mittwoch jeder Woche läuft das Geschäft auf Hochtouren. Vor Pfingsten wird es richtig wild“, so die Verkäuferin, die trotz moderat gestiegener Preise „richtig zufrieden“ mit dem Umsatz ist.

Apropos Handelsklassen. „Wir haben regelmäßig Kontrollen“, sagt Donath und erklärt an einem Beispiel den Unterschied (I zu II). Im Premiumsegment hat die Spargelstange einen Durchmesser von mindestens zehn Millimetern und die Köpfe sind verschlossen. In der Klasse II dürfen diese geöffnet und der Spargel leicht gebogen sein. Derzeit sind täglich zwischen 25 bis 30 Mitarbeiter auf der Anbaufläche im Einsatz.