Naundorf

Naundorf: Küken auf Straußenfarm Schlüterhof sind beim Herbstfest Publikumslieblinge

Naundorf bei Seyda - Der Zuchthahn Anton ist der Star in der Straußenfarm Schlüterhof in Seyda. Vor allem bei seinen zahlreichen Hennen, aber auch bei den Besuchern. Jetzt hat es erstmals für eine richtige Nachzucht gereicht. Anton ließ zahlreiche Eier ins Nest legen und setzte sich selbst zum Brüten drauf. Sechs Wochen dauerte es, seine „Damen“ versorgten ihn aufopferungsvoll mit Futter. Drei Küken schlüpften schließlich, zwei davon gedeihen nun prächtig und fühlen sich wohl unter den anderen Küken und halbwüchsigen ...

Von H.-Dieter Kunze 27.09.2016, 13:00

Der Zuchthahn Anton ist der Star in der Straußenfarm Schlüterhof in Seyda. Vor allem bei seinen zahlreichen Hennen, aber auch bei den Besuchern. Jetzt hat es erstmals für eine richtige Nachzucht gereicht. Anton ließ zahlreiche Eier ins Nest legen und setzte sich selbst zum Brüten drauf. Sechs Wochen dauerte es, seine „Damen“ versorgten ihn aufopferungsvoll mit Futter. Drei Küken schlüpften schließlich, zwei davon gedeihen nun prächtig und fühlen sich wohl unter den anderen Küken und halbwüchsigen Tieren.

Barbara und Erhard Schlüter jr., die Betreiber der Farm, sind stolz: „Das ist unsere erste gelungene natürliche Nachzucht.“ Ansonsten übernehmen das wohltemperierte Brutmaschinen. Besucher kommen zum Herbstfest den gesamten Tag lang auf das Anwesen. Erhard oder Barbara Schlüter führen sie über die Farm. Auf großes Interesse stoßen vor allem die Küken und Jungtiere. Die sind ständig neugierig, sehr zutraulich, aber keineswegs aggressiv.

Straußenjunge sind neugierig

Beißen können sie nicht, weil sie keine Zähne haben. Aber bei jedem Besucher entdecken sie etwas Interessantes, an dem sie mit ihren Schnäbeln herumzupfen können, egal ob Knöpfe, Socken, Schuhe oder klappernde Gegenstände, wie das Schlüsselbund von Erhard Schlüter jr.; Kameras sollte man allerdings lieber hoch halten oder in der Tasche lassen. Doch die ist auch nicht sicher. Ein Halbwüchsiger ist scheinbar ganz vernarrt in einen Klettverschluss an der Sandale. Den bearbeitet er intensiv und zerrt solange dran, bis er endlich offen ist.

Im Hof duftet es derweil verführerisch vom Rost, auf dem leckere Straußen-Griller brutzeln. Aber auch die Gartöpfe enthalten Leckeres: zur Jahreszeit passende Kürbissuppe in zwei Variationen. Die deutsche Rezeptur hat Barbara Schlüter angerührt. Die ungarische, wesentlich schärfere Variante stammte von Renate Stapel aus Mark Friedersdorf.

Herbstfest mit Kürbiskuchen

Im Angebot ist auch Kürbiskuchen englisch-amerikanischer Art. Schlüters Tochter Katja lebte einige Jahre in England und reiste auch in die USA. Dort gehört diese Art Kuchen neben Truthahn zum kulinarischen Angebot beim Thanksgiving-Day, dem Erntedankfest. Katja war mit ihrem schottischen Mann Greg und den beiden Kindern Sophie und Amelie beim Herbstfest dabei. Greg hat sie beim Studium in England kennen gelernt.

Der gesamte Schlüterhof gleicht einer Naturidylle. Eine Katze gehört dazu, auch der Hund Otto. Der bewacht zwar pro forma das Scheunentor. Aber er ist friedlich und bestechlich. Nach ein paar Streicheleinheiten gibt er den Durchgang frei.

Paradies für Schwalben

Die urige Scheune ist ein wahres Paradies für Schwalben. Zahlreiche Nester kleben an den Mauern. Dringend benötigten lehmhaltigen Kleister fliegen sie sich auf kurzem Weg selbst ein. Die Schlüters haben eigens dafür eine Grube angelegt. Für ihr Engagement für den Natur- und Artenschutz wurden sie vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland mit der Plakette „Schwalbenfreundliches Haus“ geehrt.

Straußenfett als Wundermittel

Auf dem Gehöft von Barbara und Erhard Schlüter jr. sitzen die Gäste bei schönstem Frühherbstwetter in gemütlicher Runde zusammen. Hier kommt man schnell miteinander ins Gespräch. Im Hofladen gibt es zahlreiche Produkte vom Strauß. Unter anderem Lampen und Ketten aus Eierschalen und Artikel aus Straußenleder. Die Umhänge- und Handtaschen näht Barbara Schlüter selbst. Gepflegt werden sie mit dem Fett vom Laufvogel, das zudem als Salbe beinahe ein Zaubermittel gegen trockene Haut und zum Behandeln von Verletzungen auch beim Menschen ist. Und selbstverständlich findet sich eine breite Palette von Essbarem, von der Salami über Schinken bis hin zum Grillfleisch.

Ein Anlaufziel ist das Herbstfest allemal. Was die Besucherresonanz betrifft, formuliert es Erhard Schlüter jr. diplomatisch: „Die war angesichts zahlreicher anderer Feste in der näheren und weiteren Umgebung recht gut.“

Vier Generationen auf Straußenfarm in Naundorf

Auf der Straußenfarm Schlüterhof leben vier Generationen, vom Ältesten Erhard Schlüter sen., seiner Frau Inge über die Eheleute Erhard Schlüter jr. und Barbara und dann die jungen Leute Katja und Greg und die Kinder bzw. Enkel und Urenkeln Amelie und Sophia. Die Straußenfarm ist im achten Jahr nach ihrer Gründung. Rund 100 Tiere werden gehalten, 70 davon sind Küken und halbwüchsige Tiere. Die Schlachtstrauße werden in der Landfleischerei Horn in Trebitz verarbeitet. Produkte sind Salami, Schinken, Wiener, Griller und Knacker. Die Produkte werden ausschließlich auf dem Hof vermarktet oder bei Volksfesten angeboten.

(mz)