Waldbrand-Training in Annaburg

Geübt für Ernstfall in der Heide

Feuerwehren der Stadt Annaburg haben Wasser zu abgelegener Fläche gepumpt.

Von Frank Grommisch
Das Bekämpfen eines angenommenen Waldbrands in der Annaburger Heide wurde am Sonnabend geübt.
Das Bekämpfen eines angenommenen Waldbrands in der Annaburger Heide wurde am Sonnabend geübt. (Foto: Roland Karthäuser)

Annaburg - Ein Großbrand in der Annaburger Heide wurde am vergangenen Sonnabend angenommen. Das war der Ausgangspunkt für eine Einsatzübung, in die alle Wehren aus dem Stadtgebiet einbezogen waren.

Gefahr am Zschernick

Das Feuer, so die Ausgangslage, sollte am Zschernick lodern, einer einstigen Siedlung in dem Waldgebiet. Bereits die Anfahrt zum angenommenen Brandort erwies sich als Herausforderung. Daraus resultierte eine der grundlegenden Lehren der Übung. Die Feuerwehren müssen zum Brandort geführt werden, sonst verfahren sie sich, weil in dem Waldgebiet fast alles gleich aussieht, sagt Stadtwehrleiter Roland Karthäuser.

Gegen 9 Uhr wurden die ersten Wehren alarmiert. Danach wurde davon ausgegangen, dass die Kräfte und Mittel in der Heide nicht ausreichen, um den Brand wirkungsvoll bekämpfen zu können, so dass weitere Wehren nachgeordert wurden. Zudem erwies sich die desolate Heidemühlbrücke am Zschernick als Hindernis, da sie nicht befahren werden konnte, so dass Feuerwehren dies- und jenseits des Neugrabens zu agieren hatten. Bei der Übung zum Einsatz kam der 15.000 Liter fassende Löschwasserbehälter als Zwischenspeicher. Zur „Brandbekämpfung“ genutzt wurden zwei neue Löschwasserentnahmestellen, die in dem militärischen Sicherheitsbereich angelegt worden waren. Die seien einfach top, drückte Roland Karthäuser seine Zufriedenheit über die Neuzugänge aus. Nach dem großen Waldbrand 2018 habe sich einiges verändert in der Heide. Die Wegesituation habe sich verbessert, die Zahl der Löschwasserentnahmestellen ist gewachsen. Über mehrere hundert Meter wurde am Sonnabend auf beiden Seiten des Neugrabens die Wasserversorgung zur angenommenen Waldbrandstelle aufgebaut.

Schlechte Funkverbindungen

Als Knackpunkt erwies sich der Funk in dem abgelegenen Gebiet. „Die Kommunikation war schwierig bis fast unmöglich.“ Die Alternative sei gewesen, hin und her zu laufen, um die Informationen von einem Punkt zum anderen zu tragen. An der Verbesserung der Funkverbindungen in der Heide müsse unbedingt gearbeitet, benannte der Stadtwehrleiter einen Aufgabe für die Zukunft. So ein Szenario wie am Sonnabend könne nicht oft genug geübt werden, damit im Ernstfall das Zusammenspiel klappe.

Nach dem Mittagessen, zu dem es Erbsensuppe mit Bockwurst aus der Gulaschkanone von Christoph Pötzsch gab, war die Übung für die 56 Feuerwehrleute beendet. Die Auswertung erfolgt am 24. September durch die Ortswehrleiter. Dabei wird wohl auch der Termin für die Übung zur Sprache kommen. Nicht alle fanden das Datum günstig. Doch das sei der Zeitpunkt gewesen, der in der Absprache mit Bundeswehr und Bundesforst nur möglich war, so der Stadtwehrleiter dazu.

Der 15.000 Liter Wasser fassende Löschwasserbehälter kam bei der Übung der Feuerwehren der Stadt Annaburg in der Heide zum Einsatz.
Der 15.000 Liter Wasser fassende Löschwasserbehälter kam bei der Übung der Feuerwehren der Stadt Annaburg in der Heide zum Einsatz.
(Fotos: Karthäuser)