Freizeit

Ein Ordner voller Erlebnisse

Bärbel Hensel und Bärbel Müller legen eine Chronik über die 29-jährige Geschichte des Chores der Jessener Arbeiterwohlfahrt vor - entstanden in der Krise.

Von Klaus Adam
Bärbel Müller und Bärbel Hensel schauen sich die Chronik des Awo-Chores an, die während der vergangenen Wochen entstanden ist.
Bärbel Müller und Bärbel Hensel schauen sich die Chronik des Awo-Chores an, die während der vergangenen Wochen entstanden ist. (Foto: Klaus Adam)

Jessen - Dass die Corona-Pandemie die Menschen vielfach anstachelte, die „gemeinschaftslose“ Zeit, also die, in der sie sich nicht mit Gleichgesinnten treffen konnten, dennoch kreativ zu nutzen, bewiesen in den vergangenen Monaten Bärbel Hensel und Bärbel Müller. Leiterin des Awo-Chores die eine, Sängerin in der Gemeinschaft die andere Jessenerin. Beide Frauen haben in dieser Zeit eine Chronik ihrer musikalischen Gemeinschaft zusammengetragen. Wobei die Hauptarbeit Bärbel Hensel leistete, wie ihre Sangesfreundin einräumt, die sie dazu allerdings wohl anstachelte. „Bärbel (Müller) hat ganz viel von dem Material gesammelt“, stellt ihre Vornamensvetterin Bärbel Hensel klar.

Fotos und Zeitungsausschnitte

Viele eigene Fotografien finden sich in dem Chronikordner. Vor allem haben die beiden Frauen aber auch die heimische Presse über die Jahre ausgewertet, Artikel ausgeschnitten oder sogar abgetippt. So entstand ein bunter Almanach über die fast 30-jährige Geschichte des Chores.

Der runde Geburtstag steht im Oktober 2022 an. Also dann, wenn mutmaßlich die Corona-Pandemie - respektive die jeweilige staatliche Bestimmung - das Feiern wieder zulässt. Wenn man dann nicht in der Lambda-, Sigma- oder Omegawelle mit den Viren schaukelt.

Seinen Ursprung hat der Chor in gewisser Weise in der Singegruppe der Volkssolidarität, die es damals gab. Einige Mitglieder dieser Gruppe gründeten am 8. Oktober 1992 den Chor der Arbeiterwohlfahrt (Awo). Auf einem der ersten Blätter in der Chronik wird ein Bildtext aus der MZ zitiert. Darin heißt es: „Aus Freude am Gesang haben sich 14 Damen und Herren zu einem gemischten Chor der Arbeiterwohlfahrt formiert. Sie kommen nicht nur aus Jessen; den weitesten Anfahrtsweg hat derzeit Erika Streblau aus Mühlanger. Sangeskundig angeleitet wird der Chor von der Lehrerin Bärbel Hensel. Maßgeblichen Anteil an der Gründung hat die Vorsitzende des Ortsvereins der Awo Jessen, Bärbel Müller.“

Jetzt reiner Frauenchor

Ein recht dicker Ordner an Material über die fast 30-jährige Geschichte des Jessener Awo-Chores ist zusammengekommen.
Ein recht dicker Ordner an Material über die fast 30-jährige Geschichte des Jessener Awo-Chores ist zusammengekommen.
(Foto: Klaus Adam)

Seitdem hat der Awo-Chor in jedem Jahr neben seinen allwöchentlichen Proben im Jessener Seniorentreff etliche Auftritte. Dazu zählen Ständchen zu Geburtstagen der Mitglieder. Aber auch in Kindereinrichtungen sind die musikalischen Senioren gerne zu Gast. Und als Jessens Bürgermeister zur Weihnachtsfeier für die Alleinstehenden einlud, waren die Awo-Sängerinnen ebenfalls gerne zur Stelle, um mit ihren Liedern den musikalischen Rahmen zu gestalten.

Inzwischen ist nämlich aus dem einstigen gemischten ein reiner Frauenchor geworden. „So etwa 15, 16 Mitglieder sind wir noch“, berichtet Bärbel Müller. Zu besten Zeiten zählte die Singegemeinschaft mal 24 musikalische Frauen und Männer. Seitdem die Pandemie-Bestimmungen es wieder zulassen, kommen sie wieder zu ihren Proben zusammen - jeden Donnerstag im großen Saal des Seniorentreffs.