Alles bleibt neu

Dentallabor "Schwan Dental" in Jessen - Wie es nach dem Eigentümerwechsel weitergeht

Aus der Rißmann-Zahntechnik wurde Schwan-Dental. Das Labor gehört nun zu einem Unternehmen in Lübeck. Wie die Perspektiven gesehen werden.

Von Klaus Adam Aktualisiert: 28.10.2021, 08:54
Blick in eines der Labore bei Schwan-Dental in der Alten Wittenberger Straße in Jessen
Blick in eines der Labore bei Schwan-Dental in der Alten Wittenberger Straße in Jessen Foto: Klaus adam

Jessen/MZ - Einen fast lautlosen Wechsel - zumindest aus Sicht der Öffentlichkeit betrachtet - hat es in einem Unternehmen in Jessens Alter Wittenberger Straße gegeben. Aus Rißmann-Zahntechnik ist Schwan-Dental geworden. Alt-Inhaber Jan Rißmann hat das Unternehmen zum Jahresbeginn abgegeben. Neuer Betreiber ist Thomas Albrecht, der in Lübeck die InteraDent Zahntechnik GmbH betreibt.

Der Name Schwan-Dental ist extra dem Jessener Labor gegeben worden. Er leitet sich aus einem Zahn-Korrektur-System ab, das InteraDent entwickelt habe und das seither unter dem Begriff „Schwan Aligner“ angeboten wird. Das erfährt die MZ bei einem Besuch im Labor von Ulf Lindner. Der Zahntechnikermeister ist in Jessen zuständig für Implantologie und Keramik. Und gemeinsam mit Thomas Mißbach, ebenfalls Zahntechnikermeister und für die Kunststoffabteilung zuständig, leitet er den Standort in Jessen. Zu dem gehören weiterhin die Labore in Köthen, Lauchhammer und Bad Belzig.

Meister Thomas Mißbach mit einem Modellpaar
Meister Thomas Mißbach mit einem Modellpaar
Foto: Kl. Adam

Aus dem Unternehmen

Beide Meister stammen aus dem Jessener Unternehmen. „Und auch alle Technologien, die Rißmann-Zahntechnik vorher schon angewandt hatte, sind von Schwan-Dental übernommen worden“, erläutert Thomas Mißbach. Darunter das Technologiezentrum in der Rehainer Straße. Im Jessener Labor sind zudem sämtliche Mitarbeiter vom neuen Betreiber übernommen worden. Es sind über alle gezählt 45. Dazu kommen noch etwa 25 Beschäftigte in den drei genannten anderen Standorten in der Region.

Das Technologiezentrum in der Rehainer Straße wird weiter profiliert, berichten die beiden Zahntechnikermeister. „Es wird Fräsdienstleister für die gesamte Gruppe“, erläutert Thomas Mißbach. „Dazu wird es in den nächsten Monaten technologisch noch ausgebaut werden. Es kommen ein, zwei Fräsmaschinen dazu und eine Laser-Melting-Anlage.“ Letztere könne man sich wie eine 3-D-Druckanlage für Metalle vorstellen, so der Teamleiter. Nach wie vor gilt als Anliegen für das Jessener Dentallabor, innovativ auf dem Stand der Zeit zu bleiben. Die angesprochene Melting-Technologie (melting bedeutet englisch schmelzen) biete die Möglichkeit, völlig neuartige Metallgerüste anzufertigen.

Jeannette Idelberger arbeitet an einem Gebissmodell aus Gips.
Jeannette Idelberger arbeitet an einem Gebissmodell aus Gips.
Foto: Kl. Adam

Von Berlin bis Cottbus

Das Unternehmen in Jessen bedient derzeit etwa 120 Zahnarztpraxen von Berlin bis Cottbus und Bad Düben. Das Labor sieht sich derzeit als einer der größten Anbieter in der Region. „Wir betreiben aber auch noch weiter Kundenakquise“, so Mißbach.

Neu ist übrigens auch das Angebot, den Zahnärzten bei der Darstellung der zu behandelnden Kiefer zu helfen. Statt der üblichen Metalllöffel mit Abdruckmasse, die die Patienten bis zum Festwerden eine bestimmte Zeit im Mund behalten müssen, kann das inzwischen auch mit einem fotografischen Verfahren erledigt werden. Eine Intraoralkamera scannt dazu die Zahnreihen ab. Und sofort ist das Bild auf dem Computer darstellbar. Und es ist wesentlich detaillierter und genauer als das übliche Verfahren, bekunden die beiden Meister. Ausgebildete Mitarbeiter des Labors fahren dazu mit der Technik in die Praxen. „Mit dem Scan kann man dann den gesamten Workflow digital gestalten.“

Ansonsten bietet das Jessener Dentallabor die gesamte Bandbreite an Technologien, die derzeit auf dem Markt aktuell sind. Apropos Schwan: Das Aligner-Verfahren, das mit dem imposanten Vogel dargestellt wird, profitiert ebenfalls sehr von dem neuen Scan-Verfahren, so die beiden Meister. Es handelt sich dabei um mehrere transparente Korrekturschienen, die innerhalb einer bestimmten Zeit Zahnfehlstellungen regulieren, ohne dass die vielfach bekannten Brackets aufgeklebt werden müssen.