Im kleinen Kreis eingeweiht

Adventspyramide auf dem Diest-Hof in Seyda steht

Die Einweihung ist vor wenigen Tagen erfolgt. Neben traditionellen Figuren sind auch einige zu sehen, die auf die Entwicklung der Einrichtung hinweisen.

Von Frank Grommisch Aktualisiert: 08.12.2021, 10:48
Die neue Pyramide auf dem Diest-Hof
Die neue Pyramide auf dem Diest-Hof Foto: Frank Grommisch

Seyda/MZ - Eigentlich sollte es ganz anders ablaufen. Traditionell hätte der Diest-Hof in Seyda am vergangenen Freitag seinen Adventsmarkt veranstaltet. Zu den Höhepunkten sollte das Anschieben der neuen Weihnachtspyramide gehören.

Doch eine öffentliche Veranstaltung konnte es aufgrund der Corona-Situation nicht geben (die MZ berichtete). So erfolgte die Einweihung und das Anschieben der Pyramide nur im Kreis der Bewohnerinnen und Bewohner sowie der Mitarbeitenden, berichtete Diakon Andreas Gebhardt, der die Wohneinrichtung für erwachsene Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung leitet.

Auf die festliche Adventsmusik, die der Posaunenchor der Kirchengemeinde Schweinitz beisteuern sollte, musste ebenfalls verzichtet werden, wie auf den Gesang vom Gemischten Chor aus Elster. Musik erklang dennoch, allerdings per CD.

Zu Beginn des internen Treffens wurde gebetet für die Menschen, die von der Corona-Pandemie direkt betroffen sind, insbesondere für Erkrankte sowie das Personal auf den Intensivstationen, aber auch für die Mitarbeitenden in anderen Bereichen, in denen Betreuung und Pflege stattfinden, informierte Andreas Gebhardt.

Dann folgte der besondere Moment. Die Mitglieder des Bewohnerbeirates, Simone Besenhart und Thomas Köppe, setzten die Pyramide mittels Buzzer-Knopf in Bewegung und zugleich wurden die elektrischen Kerzen „angezündet“. Die Pyramide ist jetzt jeden Tag in Betrieb. Vorgesehen ist, dass Ende Januar das Kunstwerk angehalten und die Kerzen „ausgeblasen“ werden.

Mit dem Bewohnerbeirat, so informierte Andreas Gebhardt, waren auch die Figuren besprochen worden, die auf der Pyramide zu sehen sind. „Bauer und der Pferdewagen stehen für die Landwirtschaft, mit der der Diest-Hof seit Anbeginn eng verbunden ist. Ebenso ein Waldarbeiter, ein Holztransport auf Schienen sowie einige Bäume, die auf die Waldbewirtschaftung und Holzbearbeitung hinweisen. Immerhin gab es ein Bahngleis vom Sägewerk des Diest-Hofes durch die Glücksburger Heide bis zum Bahnhof in Linda. Eine Krankenschwester, die einen Rollstuhlfahrer schiebt, erinnert an die Zeit, in der der Diest-Hof ein Senioren-und Pflegeheim war“.

Diese Darstellung sei auch heute hochaktuell. Ebenso die Köchin, denn eine große Küche habe es auf dem Diest-Hof schon immer gegeben. Ein Pfarrer stehe für die langen Zeiträume in den 138 Jahren, in denen die Einrichtung von Pastoren geleitet wurde. Nicht fehlen sollten auf einer Weihnachtspyramide die Heilige Familie - Maria, Jesus in der Krippe und Josef sowie Hirten und Schafe. Der Tradition entsprechend sind auch Engel und Bergmann dargestellt.

Die geschnitzten und bemalten Figuren wurden durch den Holzbildhauermeister Steffen Kranz aus Völkershausen geschaffen. Die Pyramide wurde durch Zimmermeister Jürgen Frenzel und seinen Bruder aus Seyda entworfen und errichtet. Die Elektroinstallation erfolgte durch die Firma von Gerd Hintersdorf aus Mellnitz.

Finanziert wurde die Pyramide übrigens aus Spenden, die durch einen Aufruf im Freundesbrief zusammenkamen, sowie durch eine Zuwendung im vierstelligen Bereich von den Nachfahren des Gründers der Einrichtung, Gustav von Diest, der damals Regierungspräsident für die preußische Provinz Sachsen war.

„Wenn es auch ein sehr stilles Ereignis war, so senden uns doch die Lichter an der Pyramide Hoffnung für die Zukunft und für die Überwindung der Pandemie“, stellte Andreas Gebhardt noch fest.