Klavier-Fabrik Sprunck zeigt Interesse Klavier-Fabrik Sprunck zeigt Interesse : Gefundenes Klavier zurück nach Hettstedt?

Hettstedt - Um einen möglichen Standort eines historischen Klaviers aus der Hettstedter Piano-Werkstatt Sprunck kommt Bewegung. Stadtrat Manfred Stern (die Linke) hat im Bauausschuss vorgeschlagen, das seltene Instrument dem Verein „Historische Druckerei Heise“ zur Verfügung zu ...

Von Frieder Fahnert 20.01.2016, 15:51

Um einen möglichen Standort eines historischen Klaviers aus der Hettstedter Piano-Werkstatt Sprunck kommt Bewegung. Stadtrat Manfred Stern (die Linke) hat im Bauausschuss vorgeschlagen, das seltene Instrument dem Verein „Historische Druckerei Heise“ zur Verfügung zu stellen.

Eigentlich war geplant, das Klavier als Dauerleihgabe im Mansfeld-Museum unterzubringen. „Aber dort ist einfach kein Platz“, so Stern, der Mitglied im Förderverein des Mansfeld-Museums ist. In den Räumen der historischen Druckerei sei das Klavier doch auch bestens aufgehoben. Dort könne es zum Beispiel bei kleineren Konzerten zum Einsatz kommen, sagte Stern. Falls grünes Licht von der Stadt zu dem Vorschlag kommt, will man sich das Instrument vor Ort anschauen und über die Modalitäten des Transportes beraten.

Das Klavier in den Vereinsräumen

Ein Klavier der Hettstedter Firma Sprunck ist im vergangenen Jahr in der Schachtrupp-Villa im Harzort Osterode von einem Heimatfreund entdeckt worden. Als feststand, dass sich das Piano in städtischem Besitz befindet, hatte ein Sprecher der Stadt Osterode gegenüber der MZ erklärt, dass man das Piano der Stadt Hettstedt als Dauerleihgabe überlassen würde, wenn das gewünscht ist.

Jochen Miche vom Verein „Historische Druckerei Heise“ findet die Idee durchaus interessant, dass das Klavier wieder die Heimreise nach Hettstedt antreten könnte. Es sei doch eine schöne Sache, das Klavier in den Vereinsräumen zu präsentieren, in denen regelmäßig Veranstaltungen über die Bühne gehen. Falls sich niemand anderes findet, würde sich der Verein sogar bereiterklären, den Transport des Pianos aus dem Harzort Osterode nach Hettstedt zu übernehmen.

Reisen in die ganze Welt

Die Hettstedter Pianofabrik ist im Jahre 1837 in der Ascherslebener Straße von Friedrich Sprunck gegründet worden. Die Produktionsstätte befand sich dort, wo zu DDR-Zeiten der VEB Elmet zu Hause war. Von Hettstedt haben die Instrumente Reisen in viele Länder der Welt angetreten. Ein Großteil ging nach Südamerika. In Buenos Aires befand sich eine Zweigniederlassung des Hettstedter Unternehmens. Nach dem Ersten Weltkrieg, als das wichtige Absatzgebiet verloren ging, wurde die Produktion in der Klavier-Fabrik schließlich stark gedrosselt. (mz)