Wissenschaft verständlich gemacht

Wissenschaft verständlich gemacht: „UnderDocs“ ziehen nach einem Jahr Podcast Resümee

Halle (Saale) - Studenten der Martin-Luther-Universität Halle erklären komplizierte Themen in ihrem Podcast „UnderDocs“. Ein Resümee nach dem ersten Jahr

Von robert prellwitz

Wenn Experten über ihre Forschungen reden, schalten viele Menschen schnell ab. Dabei stecken unzählige Stunden Arbeit in dem Projekt, und die Thematik kann sogar sehr spannend sein. Damit auch jeder komplexe Sachverhalte verstehen kann, hat sich im Jahr 2018 eine kleine Gruppe Studenten der Martin-Luther-Universität in Halle dazu entschieden, den Podcast ,,UnderDocs“ zu entwickeln, der genau ein Ziel hat: Wissenschaftliche Themen für jeden verständlich zu machen.

Der Podcast ist das Produkt des Arbeitskreises ,,Uni im Kontext“, der zum Studienrat der Martin-Luther-Universität gehört und sich seit zwei Jahren mit der Forschung an der halleschen Hochschule beschäftigt und wie diese zugänglich gemacht werden kann.

UnderDocs: Seit Mai 2018 wird monatlich eine Folge des Podcasts veröffentlicht

Dafür wird seit Mai 2018 monatlich eine Folge des Podcasts veröffentlicht, in denen verschiedene Master- und Promotionsstudenten der Universität interviewt werden. Die Schwierigkeit dabei: Die Moderatoren sind meist selbst keine Experten auf den jeweiligen Gebieten. „Wir können es den Leuten natürlich erst erklären, wenn wir es selbst verstanden haben“, so Liska Niederschuh vom Redaktionsteam. Deshalb ist eine intensive Vorbereitung auf die Interviews wichtig.

„Wir lassen uns vorab ein Exposé von dem anstehenden Interviewpartnern geben. Danach führen wir ein zwei- bis dreistündiges Gespräch mit dem Gast und im Anschluss bereiten wir das Interview nach“, erklärt Fabian Link. Das fachliche Gespräch wird dann auf die Dauer von einer Stunde gekürzt und so aufbereitet, dass das Thema auch für Fachfremde verständlich ist. Der Podcast ist für alle ein Projekt, das sie ehrenamtlich betreiben. Neben der Arbeit im Podcast studieren die fünf Mitglieder verschiedene Fachrichtungen.

„Ich fand es so super, das ich gleich dort geblieben bin“

Fabian Link, der Initiator und Moderator des Projekts, ist eigentlich Medizindoktorand. Liska Niederschuh und Eleonore Freier sind für die Redaktion zuständig und studieren Soziologie und Erziehungswissenschaften im Bachelor. Für die Organisation und Technik ist Arne Arend verantwortlich, der auch Bachelorstudent der Soziologie und Erziehungswissenschaften in Halle ist.

Um die Öffentlichkeitsarbeit kümmert sich die Physikstudentin Paula Mörstedt. Das neueste Mitglied ist Tristan Müller. Der Doktorand der Physik am Max-Planck-Institut für Mikrostrukturphysik kam über einen Vortrag, den er im Podcast gehalten hatte, zu dem Team. „Ich fand es so super, das ich gleich dort geblieben bin“, erzählt der angehende Physiker.

UnderDocs: „Wir haben pro Folge mehrere hundert Hörer mit steigender Tendenz“

Das freiwillige Engagement der Gruppe scheint sich zu lohnen. „Wir haben pro Folge mehrere hundert Hörer mit steigender Tendenz“, erläutert Fabian Link . Für die Zukunft erhofft sich das Team, noch mehr Leute für ihre Arbeit motivieren zu können, um größere Projekte zu realisieren. „Bisher lag unser Fokus darauf, mindestens eine einstündige Folge pro Monat zu veröffentlichen. Wir würden in der Zukunft gerne längere Folgen produzieren, dafür brauchen wir jedoch mehr Zeit und Unterstützung“, so Fabian Link.

››Wer sich für den Podcast interessiert und gerne einmal reinhören möchte, kann diesen auf der Website www.underdocs.org sowie auf Spotify, Deezer, iTunes, Audionow und allen weiteren bekannten Podcastapps abonnieren. (mz)