Zapfenstreich ab 20 Uhr

Wegen Corona: Neue Regeln für den Weihnachtsmarkt in Halle

Weihnachten: Die Stadt Halle schärft sein Konzept nach, bleibt aber bei vielen Freiheiten.

Von Dirk Skrzypczak 20.11.2021, 11:07
Von der Anmutung her wie früher: Auf dem Markt wird der Weihnachstmarkt aufgebaut. Am 23. November ist Eröffnung.
Von der Anmutung her wie früher: Auf dem Markt wird der Weihnachstmarkt aufgebaut. Am 23. November ist Eröffnung. Foto: Steffen Schellhorn

Halle (Saale)/MZ - Trotz der ernsten Corona-Lage will Halle am Weihnachtsmarkt festhalten. Angesichts der hohen Inzidenz und der aktuellen Belastungen für die Krankenhäuser wurden am Freitag aber strengere Regeln für Besucher beschlossen. „Alle Maßnahmen stehen unter dem Vorbehalt weiterer Verordnungen durch das Land“, so die Stadt.

Während in Leipzig auf dem Weihnachtsmarkt ein Alkoholverbot gilt und Bad Lauchstädt angesichts des Infektionsgeschehens seinen Christkindl-Markt am Freitag ganz absagte, können sich Weihnachtsmarkt-Gäste in Halle vergleichsweise frei bewegen. Allerdings soll der Weihnachtsmarkt - entzerrt auf Markt, Ulrichskirche, Hansering und Domplatz - bereits um 20 Uhr schließen. Vor den Buden dürfen keine Tische stehen, um Menschenansammlungen zu vermeiden.

Kann Mindestabstand nicht eingehalten werden, gilt die Maskenpflicht

Die Stadt will zudem das Personal des Sicherheitsdienstes nochmals aufstocken und den Händlern einen Hygienebeauftragten zur Seite stellen. Es gibt Lautsprecherdurchsagen und Markierungen auf dem Boden. Kann der Mindestabstand nicht eingehalten werden, gilt die Maskenpflicht. Die Forderung der SPD, 3G als Zugangsbeschränkung anzuordnen, wurde vom Pandemiestab verworfen. „Ein Alkoholverbot bleibt aber eine Option“, hatte Halles Sozialbeigeordnete Katharina Brederlow (SPD) im Sozialausschuss erklärt. Für den privat betriebenen Rummel auf dem Hallmarkt hatte die Stadt 2G als Zutrittsbeschränkung festgelegt.

„Angesichts der Corona-Lage schlagen zwei Herzen in meiner Brust. Einerseits ist das Weihnachtsgeschäft für viele Händler existenziell wichtig. Andererseits sollte man einen Weihnachtsmarkt auch nicht auf Biegen und Brechen durchziehen“, reagierte Stefan Lallecke, Chef der Citygemeinschaft, auf die Entscheidung aus dem Ratshof. Er vertraue aber dem Urteil aus dem Pandemiestab.

Lage in Kliniken angespannt, aber nicht kritisch

Zudem sei das Infektionsrisiko an der frischen Luft deutlicher geringer als in geschlossenen Räumen. „Jeder Händler und Besucher hat eine Eigenverantwortung.“ 2G oder 3G für den Weihnachtsmarkt lehnt er ab. „Ich finde es richtig, dass die Stadt Regeln für alle aufstellt, statt bestimmte Personen auszugrenzen.“

Unterdessen zahlt sich in Halle die hohe Impfquote von fast 70 Prozent aus, wie der Blick auf die Corona-Stationen in den Krankenhäusern zeigt. Dort ist die Lage angespannt, aber nicht so kritisch wie bei Kliniken in anderen Regionen. Um das Impfangebot weiter zu erhöhen, wird die Stadt ab Dezember das Impfzentrum in der Heinrich-Pera-Straße wieder öffnen. Einen festen Termin dafür gibt es noch nicht.