Wegen Bauarbeiten an neuen Gleisen

Wegen Bauarbeiten an neuen Gleisen: Hauptbahnhof ist vier Tage lang dicht

Halle (Saale) - Auf Halles größter und längster Baustelle rückt eine wichtige Freigabe näher. Am 18. Januar sollen im Hauptbahnhof die neue Gleise 1 bis 3 in Betrieb gehen. Doch das funktioniert nicht auf Knopfdruck. Vielmehr müssen die neu verlegten Gleise, die künftig vor allem von den S-Bahnen genutzt werden, an die Steuerungselektronik angeschlossen werden. Das kostet ...

Von Dirk Skrzypczak
Der Hauptbahnhof in Halle
Der Hauptbahnhof in Halle imago stock&people

Auf Halles größter und längster Baustelle rückt eine wichtige Freigabe näher. Am 18. Januar sollen im Hauptbahnhof die neue Gleise 1 bis 3 in Betrieb gehen. Doch das funktioniert nicht auf Knopfdruck. Vielmehr müssen die neu verlegten Gleise, die künftig vor allem von den S-Bahnen genutzt werden, an die Steuerungselektronik angeschlossen werden. Das kostet Zeit.

Und deshalb soll der Hauptbahnhof in der Saalestadt zwischen dem 14. Januar (6 Uhr) und dem 17. Januar (18 Uhr) zumeist voll gesperrt sein. „Wir stellen gerade alle Informationen zusammen und wollen am 8. Januar ausführlich über die Auswirkungen informieren“, sagte ein Bahnsprecher der MZ.

Nach sechseinhalb Jahren ist innerer Bahnknoten fertig

Wichtige Details sind bereits bekannt, zumal die Bahn den erforderlichen Schienenersatzverkehr und die Umleitungen etwa der ICE zwischen Erfurt und Berlin bereits in den aktuellen Fahrplanauskünften ausweist. Pro Tag müssen etwa 300 Züge eine andere Route nehmen - oder durch Busse ersetzt werden.

Die Sperrung des Hauptbahnhofs in Halle vom 14. bis 17. Januar hat folgende Auswirkungen: Die ICE der Strecke Berlin/Erfurt werden über Leipzig umgeleitet. Die S9 fällt zwischen Halle und Reußen aus und wird durch Busse ersetzt. Auch die S3 (Halle - Schkeuditz) sowie die S5 und S5x (Halle - Flughafen) werden gestrichen. Stattdessen verkehren Busse. Die IC von Köln nach Dresden werden zwischen Magdeburg und Leipzig über Dessau und Bitterfeld umgeleitet, ebenso der IC Emden - Leipzig. Zwischen Halle und Landsberg werden ebenfalls Busse eingesetzt. Auch die Abellio-Linien sind betroffen.

„Wenn die Gleise angeschlossen sind, ist der innere Bahnknoten sechseinhalb Jahre nach dem Spatenstich fertig“, so die Bahn. 850 Millionen Euro hat der Konzern investiert, neben der Generalüberholung des Hauptbahnhofs auch in die neue Zugbildungsanlage, neue Brücken, Gleise, Weichen und Steuerungselektronik.

Ab Januar 2021 konzentrieren sich die Arbeiten im Süden Halles auf Strecke nach Kassel

Doch mit der Freigabe - angesichts der Corona-Pandemie wohl ohne den geplanten Besuch von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) und einem öffentlichkeitswirksamen Banddurchschnitt - ist das Verkehrsprojekt Deutsche Einheit Nummer acht nicht am Ende.

Ab Januar 2021 konzentrieren sich die Arbeiten im Süden Halles auf die Strecke nach Kassel. Zwischen dem Rosengarten und Angersdorf soll durch den Neubau von Gleisen und Anlagen die Geschwindigkeit der Züge auf Tempo 120 erhöht werden. Außerdem werden Abstellanlagen zur Entlastung der Zugbildungsanlage und des Hauptbahnhofes geschaffen.

Für die Anwohner errichtet die Bahn rund 3.000 Meter Lärmschutzwände

Die Arbeiten umfassen den Neubau der Eisenbahnüberführungen Rosengartenbrücke, Argentinierbrücke und der Fußgänger- und Radunterführung am Distelweg. Der Haltepunkt Halle-Rosengarten erhält eine verbesserte Zuwegung durch den Bau einer Rampe und die Bahnsteige werden verlängert. Für die Anwohner errichtet die Bahn rund 3.000 Meter Lärmschutzwände. „Um die Belastung für die Anwohner während der Bauarbeiten so gering wie möglich zu halten, wurden die Aufgaben gebündelt“, sagt die Bahn.

Anstatt wie ursprünglich vorgesehen zwischen 2019 und 2024 zu bauen, werden die Vorhaben mit einer Sperrung zwischen Februar 2021 und November 2021 realisiert. Während dieser Bauphase wird die Strecke, über die der Reiseverkehr nach Kassel, die S-Bahn nach Nietleben sowie der Güterverkehr rollen, vom Netz genommen. Über den genauen Ablaufplan der Arbeiten will die Bahn ebenfalls am 8. Januar in einer Videokonferenz mit den Projektverantwortlichen informieren. (mz)