Besuch im Leibniz-Institut

Warum Botschafter aus Kuba in Halle war

Im Gespräch: Ludger Wessjohann vom Leibniz-Institut in Halle (links) und der kubanische Botschafter Ramón Ripoll Díaz
Im Gespräch: Ludger Wessjohann vom Leibniz-Institut in Halle (links) und der kubanische Botschafter Ramón Ripoll Díaz (Foto : Leibniz-Institut)

Halle (Saale) - Ein außergewöhnlicher Gast hat sich am Montag im Leibniz-Institut für Pflanzenbiochemie (IPB) in Halle umgesehen: Mehrere Stunden informierte sich der kubanische Botschafter Ramón Ripoll Díaz über die Arbeit der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Die Visite hatte einen guten Grund: In den Gesprächen ging es natürlich um Corona, aber vor allen um neu auftretende Infektionskrankheiten und die Frage, was getan werden kann, um diese dann in Lateinamerika in den Griff zu bekommen.

Eine wichtige Rolle soll dabei das Leibniz-Institut in Halle übernehmen. Zusammen mit dem Institut für Medizinische Immunologie der Unimedizin Halle und dem Institut für Virologie der Charité Berlin wird das IPB ein Deutsch-Lateinamerikanisches Gesundheitszentrum für Infektions- und Pandemieforschung aufbauen. Dort soll nach Angaben des IPB die Erforschung und Behandlung von neuen Infektionskrankheiten in Lateinamerika gebündelt und forciert werden. In Universitäten in Mexiko City und Havanna sollen dafür jeweils zentrale Forschungs- und Ausbildungslabore entstehen. Das Projekt wird in den kommenden fünf Jahren mit 2,8 Millionen Euro gefördert.

Lateinamerika kein Neuland

Die Forschungsinstitute haben sich mehrere Ziel gesetzt: Neue Infektionskrankheiten sollen nicht nur erforscht, es sollen auch wirkungsvolle Impfstoffe entwickelt werden. Außerdem ist geplant, Forscher aus Lateinamerika besser auszubilden und zu vernetzen. Das Leibniz-Institut wird nach eigenen Angaben sein Wissen über antiinfektive Wirkstoffe und aluminiumfreie Wirkverstärker für Impfstoffe in das Netzwerk einbringen.

Für das IPB ist Lateinamerika kein Neuland. Die Abteilung von Professor Ludger Wessjohan arbeitet seit Jahren eng mit Studenten, Stipendiaten und Wissenschaftlern aus Kuba und dem gesamten lateinamerikanischen Raum zusammen. Zurzeit beherbergt das Institut vier Gastwissenschaftler und drei Doktoranden aus Kuba. Der kubanische Botschafter diskutierte am Montag mit einigen von ihnen. (mz/zö)