„Wir wollen alle Sinne ansprechen“

Vor nächstem Baustart - Was im Peißnitzhaus in Halle geplant ist

Nach langem Dornröschenschlaf geht es am Peißnitzhaus Schritt für Schritt voran. Bald soll der Innenausbau der Begegnungsstätte fortgesetzt werden.

Von Annette Herold-Stolze
Das Dach ist längst gedeckt, der Turm saniert: Roland Gebert blickt optimistisch in die Zukunft.
Das Dach ist längst gedeckt, der Turm saniert: Roland Gebert blickt optimistisch in die Zukunft. (Foto: Silvio Kison)

Halle (Saale) - Schon häufiger haben Radtouristen oder Wanderer sich bei Roland Gebert nach einer Übernachtungsmöglichkeit erkundigt. Der Chef des Peißnitzhausvereins musste sie ziehen lassen - und dass, obwohl in der imposanten Villa auf der Saaleinsel reichlich Platz wäre. Doch bald soll es darin Schlafplätze geben und vieles andere mehr. Mit einer Millionenförderung kann der Verein den im Keller begonnenen Innenausbau fortsetzen. Im kommenden Jahr soll Baustart sein.

Gut 2,1 Millionen Euro Bundesmittel fließen in das Vorhaben und damit der allergrößte Anteil der geplanten Baukosten. Veranschlagt sind 2,3 Millionen Euro, Stadt und Peißnitz-Genossenschaft beteiligen sich, wie Gebert berichtet. Er ist froh über die Unterstützung und darüber, dass sich der hallesche Bundestagsabgeordnete Karamba Diaby (SPD) für das Herzensprojekt von rund 400 Vereinsmitgliedern stark gemacht hat. Damit soll vollendet werden, woran der Verein seit fast 20 Jahren arbeitet - eine Begegnungsstätte auf der Peißnitz.

„Kein Indoorspielplatz, wir wollen alle Sinne ansprechen“

„Wir sind sehr froh, nach 18 Jahren Arbeit am Objekt und bereits erfolgten Investitionen in Höhe von 4,5 Millionen Euro nun auf die Zielgerade einzubiegen“, kommentiert Roland Gebert die Finanzspritze. Zwei Drittel der Arbeiten seien schon geschafft. Geplant ist nach seinen Worten zum Beispiel nun noch eine Spiel- und Erlebniswelt für die ganze Familie im kleinen unteren Saal. „Kein Indoorspielplatz, wir wollen alle Sinne ansprechen“, blickt der Vereinschef voraus. Geplant sei dazu auch eine Kooperation mit der Kunsthochschule. „Da können sich Spieldesignstudenten ausprobieren.“

Schlösschen brauchen eine Treppe: Auch die an der Nordseite vom Peißnitzhaus gibt es wieder.
Schlösschen brauchen eine Treppe: Auch die an der Nordseite vom Peißnitzhaus gibt es wieder.
(Foto: Silvio Kison)

Anders als bisher soll künftig auch in der Villa und nicht nur im Gartenlokal Gastronomie angeboten werden - mit Arbeitsplätzen für Menschen mit Behinderungen. Damit könnten im und am Peißnitzhaus künftig das ganze Jahr über Gäste bewirtet werden.

Unterm Dach sind 30 Schlafplätze vorgesehen

Und Touristen übernachten. Unterm Dach sind 30 Schlafplätze vorgesehen - in größeren und kleineren Abteilungen, so dass sich etwa Familien etwas zurückziehen könnten. Ganz neu ist das Schlafen oben im Peißnitzhaus wohl nicht. Früher soll es dort auch einmal Übernachtungsplätze für Lehrer gegeben haben.

Nun will sich der Verein an die Feinplanung machen, und Roland Gebert hofft, dass die Bauarbeiten tatsächlich im nächsten Jahr beginnen können. Sind sie geschafft, können Interessierte wohl auch zumindest von Zeit zu Zeit den Turm des hin und wieder als Schlösschen bezeichneten Hauses besteigen - weiter Blick über Halle inklusive. (mz)