Sprengstoffattacke auf Silvesterparty in Ammendorf

Sprengstoffattacke auf Silvesterparty in Ammendorf: Jetzt ermittelt der Staatsschutz

Halle (Saale) - Wie die Polizei am Montag mitteilte, hätten Unbekannte einen selbstgefertigten Gegenstand im Vorraum des Hauses abgestellt und zur Explosion gebracht.

02.01.2017, 13:30

Die Spuren der Tat sind am Tag danach noch deutlich zu erkennen. Auf dem roten Teppichboden des ehemaligen Cafés in der Merseburger Straße in Ammendorf liegen Glassplitter verstreut. Den Eingangsbereich blockieren zwei dicke Sperrholzplatten. Nur mit Glück sind hier am Neujahrsmorgen mehr als 20 Partygäste einer Katastrophe entgangen.

Wie die Polizei am Montag mitteilte, hätten Unbekannte einen selbstgefertigten Gegenstand im Vorraum des Hauses abgestellt und zur Explosion gebracht. Diese zerstörte die Glastüren und beschädigte Verkleidungen sowie einen gläsernen Durchgang. Auch zwei in der Nähe geparkte Autos wurden leicht beschädigt. Die Polizeidirektion Süd erklärte, dass sich glücklicherweise zum Zeitpunkt der Explosion keine Personen in unmittelbarer Nähe aufgehalten hätten. Diese wären ansonsten schwer verletzt worden. So blieb es jedoch bei Sachschäden.

Nachbarn hören lauten dumpfen Knall

Nachbarn berichteten, dass sie zur Tatzeit gegen 7.20 Uhr einen lauten dumpfen Knall gehört hätten. Zu dieser Zeit befanden sich laut Polizei mehr als 20 rumänische Gäste in den Räumen, unter ihnen mehrere Kinder. Sie feierten dort den Jahreswechsel.

Mittlerweile hat der Polizeiliche Staatsschutz die Ermittlungen aufgenommen. Die Ermittlungen würden in alle Richtungen geführt, erklärte Ralf Karlstedt, Sprecher der PD Süd. Auch einen rechtsextremen Hintergrund schloss er nicht aus. 

Offenbar haben die Ermittler bereits eine Spur. Sie suchen nach zwei Männern, die zur Tatzeit im Umfeld der Merseburger Straße 400 gesichtet wurden und laut Zeugenangaben fluchtartig den Tatort verlassen hätten. Der eine wird als etwa 1,80 Meter groß beschrieben, soll eine rote Jacke getragen und ein Fahrrad gefahren haben. Der zweite Mann trug laut Polizei eine weiße Winterjacke war 1,70 Meter groß und schlank.

Das betroffene Haus am Nordrand von Ammendorf beheimatete früher ein ägyptisches Restaurant. Dieses schloss 2011. Danach eröffnete in den Räumen ein Café, das jedoch ebenfalls seit geraumer Zeit zu hat. Seither steht das Gebäude leer, wird allerdings, so berichten Nachbarn und Polizei, gelegentlich für Feiern genutzt, so wie auch in der Silvesternacht. (mz)