Radroute zwischen Schwanenbrücke und Talstraße

Radroute zwischen Schwanenbrücke und Talstraße: Ärger über Baumfällung

Halle (Saale) - Ab September entsteht der Saaleradwanderweg zwischen Schwanenbrücke und Talstraße neu. Schon jetzt aber sind am Ufer der Wilden Saale unterhalb des Leibniz-Instituts Bäume gefällt worden. Nackte Baumstümpfe ragen aus dem unterspülten Ufer heraus, das jetzt befestigt werden soll. An einigen Baumstümpfen hat jemand Zettel befestigt, „Frevel“ steht ...

Von Michael Falgowski 23.03.2016, 13:45

Ab September entsteht der Saaleradwanderweg zwischen Schwanenbrücke und Talstraße neu. Schon jetzt aber sind am Ufer der Wilden Saale unterhalb des Leibniz-Instituts Bäume gefällt worden. Nackte Baumstümpfe ragen aus dem unterspülten Ufer heraus, das jetzt befestigt werden soll. An einigen Baumstümpfen hat jemand Zettel befestigt, „Frevel“ steht darauf.

Waldweg wird asphaltiert

Tatsächlich haben Umfang und Verteilung der Baumfällungen entlang der Wilden Saale viele Passanten verwundert: Einige Bäume wurden etwa aus dem Hang auf der Landseite des Weges, jenseits des Ufers, herausgeschnitten. „Insgesamt wurden 18 Bäume an der Uferböschung und 26 im weiteren Wegeverlauf gefällt“, sagt Simone Trettin, Teamleiterin Freiraumplanung im Rathaus. Auch Bäume im Hang auf der Landseite, weil deren Wurzeln in den Wegebereich ragten und diese durch die Bauarbeiten erwartungsgemäß beschädigt werden würden, mussten weichen. Ebenso wie nicht standortgerechte Robinien und Eschenahorn.

Beim Hochwasser 2013 war der Hang und die alte Stützmauer unterhalb des Leibniz-Instituts ins Rutschen geraten. Nachdem eine neue Mauer gebaut wurde, sollen nun das rutschungsgefährdete Ufer der Wilden Saale gesichert und der Weg daran erneuert werden. Das kostet 885.000 Euro aus der Fluthilfe. Direkt unterhalb der Mauer wird dabei die Böschung auf 110 Metern standsicher erneuert und mit einem Geländer versehen.

Befestigt wird die Uferböschung durch die Sanierung der ehemals bereits befestigten Bereiche mit Wasserbaupflaster oder Mauern und zwischen diesen Bereichen durch eine Schüttung aus Wasserbausteinen auf einem geotextilen Filter, einem Gewebe. Auch um dieses Material wirksam einbringen zu können, mussten die Bäume in der Böschung gefällt werden, so Trettin. An der Wilden Saale wird außerdem der knapp einen Kilometer lange „Waldweg“ grundhaft saniert und der bisherige „Waldweg“ mit einer Asphaltdecke neu gebaut. Begründet wird dies mit der überregionalen touristischen Bedeutung des Saaleradwanderwegs.

Flut beschädigt Unterbau

Mit Asphalt und Geld aus der Fluthilfe wird derzeit bereits der unbefestigte Pfad auf der Peißnitz-Insel entlang des nördlichen Gleises des Peißnitz-Express ausgebaut. Die Flut 2013 hatte ihn durch Schwemmsandablagerung, Erosion der Deckschicht und Zerstörungen des Unterbaus beschädigt. Dabei wird auch ein neuer Weg über die Wiese nördlich des Verkehrsgartens angelegt. Die Wegebreiten variieren in Abhängigkeit von der ursprünglichen Trassenbreite und dem Baumbestand zwischen zwei Meter im Wald und 3,5 Meter am Peißnitzhaus.

Übrigens soll später auch der sich anschließende Weg im Naturschutzgebiet an der Spitze der Peißnitzinsel erneuert werden. Allerdings nur als wassergebundene Decke. (mz)