Prozess zum Halle-Anschlag

Prozess zum Halle-Anschlag: Ehepaar will noch als Nebenkläger gelistet werden

Magdeburg - Die Zahl der Nebenkläger im Prozess um den rechtsterroristischen Anschlag von Halle wird sich voraussichtlich erhöhen.

22.07.2020, 10:48
Fotografen und Kameraleute drängen sich im Landgericht Magdeburg um die Anklagebank mit Stephan B. (M.) und den Verteidigern Hans-Dieter Weber (l.) und Thomas Rutkowski. 
Fotografen und Kameraleute drängen sich im Landgericht Magdeburg um die Anklagebank mit Stephan B. (M.) und den Verteidigern Hans-Dieter Weber (l.) und Thomas Rutkowski.  AFP/POOL

Die Zahl der Nebenkläger im Prozess um den rechtsterroristischen Anschlag von Halle wird sich voraussichtlich erhöhen. Am zweiten Verhandlungstag wurde bekannt, dass ein Ehepaar, das sich zum Zeitpunkt des Anschlags in der Synagoge befand, als Nebenkläger gelistet werden will. Die Vorsitzende Richterin Ursula Mertens sagte am Mittwoch, der Antrag habe sie am Vortag erreicht.

Nebenkläger müssen vom Gericht als solche zugelassen werden, sagte ein Gerichtssprecher. In diesem Falle sei mit einer Zulassung zu rechnen, „da niemand Einwände erhoben hat.“ Damit würde sich die Zahl der Nebenkläger in dem Prozess von 43 auf 45 erhöhen.

Der Attentäter hatte im Herbst 2019 schwer bewaffnet versucht, die Synagoge in Halle zu stürmen. Laut Bundesanwaltschaft wollte er bei der Tat am 9. Oktober 2019 möglichst viele der 52 Besucher der Synagoge töten. Der Mann konnte sich jedoch auch mit Waffengewalt keinen Zutritt zum Gebäude verschaffen. Daraufhin tötete er eine Passantin vor der Synagoge und einen Mann in einem Dönerimbiss. Beide Taten räumte Stephan Balliet vor Gericht freimütig ein.  (dpa)