Stellplatzprobleme in Halle

Parken in Halle (Saale): Entsteht an der Oper ein neues Parkhaus?

Halle (Saale) - In der nördlichen Altstadt bricht bei Veranstaltungen und Festen regelmäßig das Chaos aus, weil Stellplätze rar sind. Nun soll ein Investor Abhilfe schaffen.

Von Dirk Skrzypczak
Hinter der Oper zwischen Unterberg und Kapellengasse soll auf der Brachfläche ein Parkhaus entstehen
Hinter der Oper zwischen Unterberg und Kapellengasse soll auf der Brachfläche ein Parkhaus entstehen Holger John / VIADATA Photo

Rund um das Opernhaus in Halle ist die Parkplatzsuche reine Glückssache. Der Unicampus mit seiner Gastronomie, die Leopoldina, die Moritzburg und natürlich die Spielstätten: Rücken Besucher an, ist der nördliche Teil der Altstadt ruckzuck mit dem ruhenden Verkehr überfordert. Die Folge sind genervte Autofahrer, die ihre Mobile kreuz und quer abstellen, auch auf Gehwegen.

Das sorgt bei Gästen wie Anwohnern für jede Menge Frust. Die Stadt hat das Problem erkannt und will direkt hinter der Oper zwischen der Kapellengasse und dem Unterberg ein Parkhaus mit bis zu 175 Stellplätzen bauen lassen. Ende März soll der Stadtrat darüber entscheiden.

1.226 bewirtschaftete Parkplätze im öffentlichen Raum der Altstadt in Halle

„Diese Initiative können wir nur begrüßen, weil man schon als Ortskundiger bei Veranstaltungen kaum eine Chance hat, dort einen Parkplatz zu ergattern“, sagt Wolfgang Fleischer, Sprecher der Citygemeinschaft. Als Fremder sei man überfordert und überlege zweimal, „ob man sich das noch mal antut“. Die Stadt hatte ein Planungsbüro beauftragt, in einer Machbarkeitsstudie verschiedene Varianten und Standorte für ein neues Parkhaus zu untersuchen.

Nach Angaben der Stadtverwaltung befinden sich im öffentlichen Straßenraum der Altstadt 1.226 bewirtschaftete Parkplätze. Allerdings herrscht vor allem zwischen Friedmann-Bach- und dem Juliot-Curie-Platz ein hoher Parkdruck, hat die Analyse bestätigt. Die Tiefgarage im Händelhauskarree ist zwischen 100 und 330 Metern Luftlinie von den jeweiligen Zielorten der Besucher entfernt - offenbar zu weit als Fußweg für zahlreiche Fahrzeugführer.

Nach Untersuchung von acht Grundstücken empfehlen die Planer nun die Brache direkt am Opernhaus in Halle

Nach der Untersuchung von acht Grundstücken empfehlen die Planer nun die Brache direkt am Opernhaus als Baugrundstück für ein neues Parkhaus. Das Gelände fällt terrassenförmig ab und ist größtenteils dem Wildwuchs überlassen. Das Areal gehört der Stadt, das bringt schon alleine bei den rechtlichen Fragen erhebliche Vorteile. Die Stadt will das Parkhaus aber nicht selbst bauen und betreiben, sondern sucht dafür einen Investor.

Halle würde das Grundstück über einen Erbbaurechtsvertrag an einen privaten Interessenten abtreten, es möglicherweise sogar entgeltfrei überlassen. Nach Ende der Vertragslaufzeit, die bei vergleichbaren Geschäften zwischen 20 und 40 Jahre beträgt, ginge das Objekt in das städtische Eigentum über. Je nachdem, wie groß das Parkhaus wird, sind Investitionssummen zwischen 2,68 und 2,89 Millionen Euro im Gespräch.

Citygemeinschaft sieht darüber hinaus noch erheblichen Nachholbedarf bei den innerstädtischen Verkehrsleitsystemen hin zu den Parkhäuser

Allerdings muss das Objekt so dimensioniert sein, dass es auch jene Anwohnerstellplätze aufnehmen kann, die durch einen Bau wegfallen würden. Natürlich müssten auch Fragen des Lärm- und des Denkmalschutzes beachtet werden, heißt in der Studie.

Wolfgang Fleischer von der Citygemeinschaft sieht darüber hinaus noch erheblichen Nachholbedarf bei den innerstädtischen Verkehrsleitsystemen hin zu den Parkhäusern der Altstadt. „Die Beschilderung reicht nicht. Bis auf den Hansering ist es für Außenstehende eine Zumutung, die Parkhäuser zu finden. Hier muss dringend etwas getan werden.“ (mz)