1. MZ.de
  2. >
  3. Lokal
  4. >
  5. Nachrichten Halle
  6. >
  7. Tarifverhandlungen: Offene Fragen nach IGBCE Streik vor der Grube Teutschenthal

TarifverhandlungenOffene Fragen nach IGBCE Streik vor der Grube Teutschenthal

Wurden Mitarbeiter unbezahlt nach Hause geschickt? Die Frage stellt sich nach dem Streik der IGBCE am Montag in Teutschenthal. Nun hat sich die Geschäftsführung geäußert.

Von Luisa König Aktualisiert: 12.02.2024, 18:27
Am Montag kämpften die Arbeiter der Grube Teutschenthal für mehr Lohn.
Am Montag kämpften die Arbeiter der Grube Teutschenthal für mehr Lohn. (Foto: Luisa König)

Teutschenthal/MZ - Zu Beginn der Woche haben einige Mitarbeiter der Grube Teutschenthal Sicherungs-GmbH (GTS) ihre Arbeit niedergelegt und sind gemeinsam mit der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IGBCE) in einen Warnstreik getreten. Damit sollte auf die laufenden Tarifverhandlungen aufmerksam gemacht werden, bei der es auch nach der vierten Verhandlungsrunde zu keiner Einigung gekommen sei. (MZ berichtete)

Schichten mussten ausfallen

Am Ende des Streiktages waren die Produktionsabläufe so gestört, dass die Spät- und Nachtschicht unter Tage ihrer Arbeit nicht nachgehen konnte. Laut Aussagen einiger Mitarbeiter gegenüber der IGBCE seien sie daraufhin von der Geschäftsführung nach Hause geschickt worden – und das unentgeltlich. Markus Mannel, einer der beiden Geschäftsführer der Grube Teutschenthal weist diesen Vorwurf nun von sich. „Das ist nicht geschehen und das hat auch niemand gesagt“, sagt er gegenüber der MZ. Mitarbeiter seien zwar nach Hause geschickt worden, aber bezahlt. Und auch an dem Gerücht, dass Mitarbeitern vorgeschlagen worden sei, Überstunden zu nehmen, sei nichts dran. Für Mannel sei das keine Option, es vertrage sich zudem nicht mit den Werten des Unternehmens. „Wir wollen ehrlich und fair sein im Umgang miteinander.“ Das bezieht sich auch auf die Tarifverhandlungen und den Streik.

Dass die Mitarbeiter nach Hause geschickt wurden, habe einen rechtlichen Grund. Durch den Ausfall der Frühschicht konnten bestimmte Arbeiten in der Grube Teutschenthal nicht durchgeführt werden, wie beispielsweise Revisionen am Schacht. Passiert das nicht zu der vorgegebenen Zeit, darf in den Schacht nicht eingefahren werden. So war es auch am Montag. Die GTS wolle nun prüfen, wie man sich verhalten könne, wenn die Weiterarbeit rechtlich gesehen nicht möglich ist und auch, welche Konsequenzen das für Mitarbeiter haben könne.

Lohnabrechnung soll überprüft werden

Franz Braun, Gewerkschaftssekretär der IGBCE im Bezirk Halle-Magdeburg will am Ende des Monats gemeinsam mit den Mitarbeitern prüfen, ob bei der Lohnabrechnung etwas fehlt. Falls ja, sei das „ganz klar der Versuch, Kosten zu sparen auf den Rücken der Beschäftigten.“ Denn, wenn ein Mitarbeiter seine Arbeit angeboten habe, der Arbeitgeber ihn jedoch nach Hause schickt, habe er dennoch ein Recht auf die Fortzahlung des Lohns. „Wir klären die Mitarbeiter jetzt über ihre Rechte auf, damit sie sich nicht manipulieren lassen“, so Braun. Denn der letzte Streik wird es möglicherweise nicht gewesen sein.

Die IGBCE fordert von der GTS eine Erhöhung aller Entgeltgruppen um 450 Euro für einen Zeitraum von 18 Monaten und die Auszahlung einer Inflationsausgleichsprämie von 2.500 Euro. Die GTS hingegen machte in der ersten Verhandlungsrunde ein Gegenangebot mit einer Erhöhung des Lohns um 150 Euro und 1.250 Euro Inflationsausgleichsprämie.