Mit Kamera und Drohne

Mit Kamera und Drohne: Wie ein Duo seine Heimatstadt in 3D aufleben lässt

Halle (Saale) - Mit Kamera und Drohne durchmisst das Duo die Stadt - mit spektakulärem Ergebnis.

Von KatJa Pausch

Händel war der Erste, nun ist der Wasserturm Nord fertig - und einige andere hallesche Sehenswürdigkeiten auch. Wie viele Stunden Alexander Schieberle und Kai Schmidt für ihr Hobby hinter der Kamera stehen und vor dem Rechner sitzen, ist nicht genau dokumentiert. Doch sicher ist: Das Ergebnis der beiden Hallenser, die ihre Heimatstadt und deren städtebauliche Schätze mit Fotoapparat und Drohne regelrecht vermessen, kann sich sehen lassen - und zwar in 3D.

Die zwei Fotografen haben sich über ihre langjährige und intensive Beschäftigung mit Virtual Reality gefunden und arbeiten nun für einige Projekte zusammen. Zum Beispiel eben am Projekt Wasserturm. „Den wollten wir testweise mal in 3D darstellen, um später noch weitere Objekte zu digitalisieren und so auf besondere Weise zu präsentieren“, sagt Alexander Schieberle, der bereits Halle in 360-Grad-Panoramen festgehalten hat.

Insgesamt rund 600 Einzelbilder vom Wasserturm

Für den Wasserturm in 3D haben Schieberle und Schmidt mit einer Drohne insgesamt rund 600 Einzelbilder des Bauwerks aufgenommen - in Streifen alle fünf Meter vom Boden bis zur Spitze und einmal ringsherum. „Diese Aufnahmen haben wir dann am Rechner von einer speziellen Software zusammensetzen lassen“, sagt Kai Schmidt, der als Projektleiter in einem IT-Unternehmen arbeitet.

Aus der Summe der Informationen, mit denen Schieberle und Schmidt den Rechner gefüttert haben, hat das Programm eine Tiefenkarte erstellt. „Dabei hatten wir ein Problem: Die Spitze des Wasserturms ist in ihrer Kugelform gleichförmig glatt und daher vom Programm schwer zu berechnen“, so Schmidt, der für die Drohnenaufnahmen mehrfach vor Ort war. Doch nach rund einem Tag Rechnerarbeit stand am Ende ein spektakuläres 3D-Modell des Gebäudes, das am Rechner, Tablet oder Smartphone von allen Seiten betrachtet werden kann.

„45 Gigabyte Datenmenge haben wir verarbeitet“

„45 Gigabyte Datenmenge haben wir verarbeitet“, so Schieberle. Dem virtuellen 3D-Modell indes haben die beiden Experten noch eins draufgesetzt: „Aus dem Datenmaterial haben wir per 3D-Drucker ein originalgetreues Echt-Modell des Wasserturms erzeugt“. Acht Stunden habe der Drucker gebraucht, um das 18 Zentimeter große Modell herzustellen. Nun wollen Schieberle und Schmidt weitere Gebäude digitalisieren, so den Stadtbadturm, das neue Planetarium, den Roten und den Leipziger Turm.

Gemeinsam arbeiten sie jetzt daran, ihr 3D-Vorhaben für touristische Zwecke nutzbar zu machen und anzubieten.

››Weitere Informationen sind auf creoli.de und esmero.de, zu finden. Alle Modelle sind zu finden unter https://sketchfab.com/creoli/models. (mz)