Debatte um millionenschweres Neubauprojekt

Kritik an Halles Stadtverwaltung: Was wusste der Rat über Saalegarten-Plan?

Von Jonas Nayda 09.11.2021, 12:30
Abriss des Sportparadieses am Böllberger Weg. Dort soll ein millionenschweres Neubauprojekt entstehen.
Abriss des Sportparadieses am Böllberger Weg. Dort soll ein millionenschweres Neubauprojekt entstehen. (Foto: Steffen Schellhorn)

Halle (Saale)/MZ - Die Stadtratsfraktion Mitbürger & Die Partei übt Kritik an der Stadtverwaltung, die den Rat ihrer Meinung nach absichtlich unvollständig informiert haben soll. Es geht um den Bebauungsplan für den sogenannten Saalegarten, ein millionenschweres Neubauprojekt auf dem Areal des ehemaligen Sportparadieses am Böllberger Weg.

Kritik an Halles Stadtverwaltung: Widerspruch sei dem Stadtrat vorenthalten worden

Dort ist vorgesehen, einen Supermarkt mit 1.900 Quadratmetern Verkaufsfläche anzusiedeln, der laut Mitbürgern jedoch baurechtlich nicht zulässig wäre, weil das Baugrundstück zu einem sogenannten urbanen Gebiet gemacht werden soll, in dem maximal 800 Quadratmeter Verkaufsfläche möglich wären.

Dieser Widerspruch sei dem Stadtrat vorenthalten worden, der die Pläne bereits im Februar verabschiedet hatte. „Offensichtlich wollte und will man hier nicht alle Karten auf den Tisch legen“, sagt Mitbürger-Fraktionsvorsitzender Tom Wolter.

„Leider erhält man so den Eindruck, dass die Stadtentwicklung in Halle stark investorengetrieben ist“

Die Fraktion kritisiert grundsätzlich die Dimension des geplanten Großprojektes „Saalegarten“, in dem ursprünglich rund 30.000 Quadratmeter Wohnfläche vorgesehen waren. Ein derart großer Bedarf sei in Halle nicht vorhanden, vor allem nicht im Mehrfamilienhaussegment, sagt Stadträtin Yvonne Winkler.

„Leider erhält man so den Eindruck, dass die Stadtentwicklung in Halle stark investorengetrieben ist.“ Das Stadtratsplenum solle sich noch einmal mit dem Bebauungsplan befassen und das „Urbane Gebiet“ zu einem „Allgemeinen Wohngebiet“ umändern. Dadurch wäre nur eine geringere und niedrigere Bebauungsdichte möglich. Die Stadtverwaltung hatte auf die Kritik der Mitbürger zuvor geantwortet, dass dem Rat alle Fakten bekannt gewesen seien.