Trotz Badeverbot

Hufeisensee in Halle: Mehr Wassersport-Action auf dem Hufi?

Halle (Saale) - Bislang ist Wassersport nur auf der Ostseite des Hufeisensees gestattet. Der OB will jetzt eine Debatte beginnen, ob die Nutzung ausgeweitet werden soll.

Von Dirk Skrzypczak 05.06.2018, 09:00

Das Ostufer des Hufeisensees ist seit 1961 die Heimat des Wasserskiclubs Halle. Und in diesen 57 Jahren hat sich eines nicht geändert: Der WSC ist der einzige Nutzer des Gewässers geblieben, sieht man mal von den unzähligen Leuten ab, die im Sommer in den Buchten des Sees baden gehen, obwohl das Schwimmen im „Hufi“ noch immer verboten ist.

Halles Oberbürgermeister Bernd Wiegand (parteilos) will nun eine Diskussion in Gang bringen. „Sollten wir als Stadt mehr Wassersport auf dem See zulassen? Und wieweit würden wir dann mit der Nutzung gehen?“, fragt der OB im Gespräch mit der MZ. Klar ist aber auch: Um mehr Wassersport zu ermöglichen, müsste der Bebauungsplan geändert werden.

Investoren stehen für Hufeisensee bereit

Wiegands Vorstoß kommt überraschend und auch wieder nicht. Schließlich weckt gerade der Freizeitpark am Westufer mit dem Golfplatz, Fußball-Golf und weiteren geplanten Attraktionen auch die Begehrlichkeiten anderer Investoren. So liegt der Antrag für den Bau einer Wakeboard-Anlage in der Nähe der neuen Gaststätte des Golfclubs vor. Aber war es das schon? „Ich selbst bin da entscheidungsoffen. Für mich zählen Argumente.

Mehr Wassersport am Hufeisensee?: OB will Diskussion anstoßen

Und er verhehlt nicht, dass innerhalb der Verwaltung das Für und Wider kontrovers diskutiert wird. Einer der Skeptiker ist Oliver Paulsen, Grundsatzreferent und einer der engen Vertrauten Wiegands. „Der jetzt gültige B-Plan ist von 2015 und damit gerade einmal drei Jahre alt. Wir hatten intensiv auch mit dem Stadtrat darüber diskutiert, was wir am Hufeisensee wollen. Ein Ruhebereich für Pflanzen und Tiere auf der Westseite, Wassersport im Osten. Diese Entscheidung sollte einen längeren Bestand haben“, sagt Paulsen. Dem Drängen von Investoren müsse man nicht „einseitig“ nachgeben.

Petra Sachse, Leiterin im Dienstleistungszentrum für Wirtschaft und Wissenschaft, steht einer erneuten Debatte über die Nutzung des Hufeisensees wie der OB offener gegenüber. „In drei Jahren hat sich am See viel entwickelt. Der Golfplatz mit allem Drum und Dran ist zu einem positiven Anker im Osten der Stadt geworden. Wirtschaftlich ist das Freizeitangebot ein wichtiger Standortfaktor. “ Mehr Nutzung bedeute, dass Wassersport auch auf der Westseite erlaubt werde. In welcher Form auch immer.

Bürgerversammlung zum Hufeisensee geplant

Zum Wesen des Oberbürgermeisters gehört es indes, Themen, die er selbst setzt, auch voranzutreiben. „Ich möchte mit den Bürgern ins Gespräch kommen, wie es am Hufeisensee weitergehen sollte und könnte“, sagt er. Möglicherweise werde es noch vor den Sommerferien eine Einwohnerversammlung geben. „Wir sollten nicht von vornherein sagen, was geht und was nicht“, wirbt er für den Dialog.

Letztlich müsste der Stadtrat entscheiden, ob der B-Plan angefasst werden soll.

Wann wird das Badeverbot im Hufeisensee aufgehoben?

Kommen die Anrainer des Sees zu Wort, dann dürfte eine Frage nicht nur für die Büschdorfer und Kanenaer von zentraler Bedeutung sein: Wann wird das Badeverbot in Halles größten See aufgehoben? Experten warnen weiter vor dem krebserregenden Stoff Vinylchlorid, der an zwei Stellen über das Grundwasser in das Tagebaurestloch gelangt.

Die Stadt hat dazu ein Gutachten anfertigen lassen. Das Ergebnis wird mit Spannung erwartet. „Ich hoffe aber, dass wir das Baden auf eigene Gefahr bald erlauben können“, meint der OB. (mz)