Zukunft im Vorbeigehen

Hallenserin koordiniert ein Netzwerk zu Nachhaltigkeit

Die Hallenserin Sophie Kühling koordiniert bei der IHK ein Netzwerk zu Nachhaltigkeit. Am Hallorenring gibt es jetzt eine Ausstellung dazu.

Von Annette Herold-Stolze
Befasst sich beruflich mit Nachhaltigkeit:  IHK-Referentin Sophie Kühling hat die Bauzaunausstellung mit eröffnet.
Befasst sich beruflich mit Nachhaltigkeit: IHK-Referentin Sophie Kühling hat die Bauzaunausstellung mit eröffnet. (Foto: Annette Herold-Stolze)

Halle (Saale) - Algen als Rohstoff für Verpackungen nutzen, bauen mit Hanf oder Gras, Pflanzenkohle verarbeiten - mit derartigen Projekten befassen sich Wissenschaftler landauf, landab in Laboren. In Halle kann man sich seit Freitag im Vorbeigehen ein Bild von derartigen Forschungen machen: in der Ausstellung „Wissenschaft findet statt“, deren Banner an einem Bauzaun am Hallorenring zu sehen sind. Sie ist Teil des Wissenschaftsjahres „Bioökonomie“, innerhalb dessen deutschlandweit Veranstaltungen stattfinden.

Forschung auf diesem Gebiet ist längst nicht mehr nur Theorie, sondern in der Praxis angekommen, weiß Sophie Kühling. Die Mitarbeiterin der Industrie- und Handelskammer ist Sprecherin des regionalen Netzwerks „Nachhaltigkeit in der Wirtschaft“, das im Vorjahr an den Start gegangen ist und seither beständig wächst. Mit 27 Institutionen und Firmen sei es losgegangen, inzwischen seien es 40 Beteiligte. Als eine Firma aus der Region bei der IHK Unterstützung in Fragen der Nachhaltigkeit suchte, sei schnell klar geworden, wie groß in der Praxis der Aufwand werde - weil gesetzliche Vorgaben fehlen etwa oder auch die breite Akzeptanz bei Kunden.

„Es ist nicht damit getan, eine Wiese anzulegen.“

Um dem etwas entgegenzusetzen, kam eine Zusammenarbeit der IHK mit der Hochschule Anhalt und schließlich das Multiplikatoren-Netzwerk zustande. Seither bietet es unter anderem regelmäßig Workshops an. Der nächste mit dem Thema „Artenvielfalt für Direktvermarkter“ ist für den 9. Juni geplant. Auch wenn sich Landwirte aufgeschlossen für deren Förderung zeigten, gerieten sie schnell an Grenzen, macht die IHK-Referentin die Notwendigkeit der virtuellen Veranstaltung deutlich. „Es ist nicht damit getan, eine Wiese anzulegen.“ Bislang sei es beispielsweise so, dass nicht mehr als Acker eingestuftes Land dem Eigner Verluste bringt: weil die Fläche in der EU-Agrarförderung anders als bisher eingestuft wird.

Die IHK ist  ein Partner der von der halleschen science2public – Gesellschaft für Wissenschaftskommunikation sowie dem Verein Potsdamer Verein proWissen  konzipierten Bauzaunausstellung, ebenso wie die Stadt, die Stadtwerke und das Bauunternehmen Papenburg. Der Baubeigeordnete René Rebenstorf verwies zur Eröffnung darauf, wie nachhaltiges Bauen ständig ein Thema bei der Stadt ist, etwa mit dem Neubau einer Grundschule in der Schimmelstraße. Stadtwerke-Geschäftsführer René Walther führte an, dass Nachhaltigkeitsaspekte in Projekte wie das Stadtbahnprogramm einfließen.

Die Bauzaun-Ausstellung soll von Veranstaltungen begleitet werden. Am 18. und 19. September ist gemeinsam mit den Nachhaltigkeitswochen der Stadt, der Einheits-Expo und dem Silbersalz-Festival eine Bauwerkstatt geplant. (mz)