Hallenserin kämpft gegen Kinderarmut

Halle/MZ. - Als die Hallenserin im April 2005 einen Verein gründet, um Kindern aus sozial benachteiligten Familien eine Anlaufstelle zu bieten, nimmt sie die Geschicke selbst in die Hand. So richtet die 43-Jährige mit Unterstützung einer Firma eine Schülerbibliothek in einer Grundschule ein. Kleinere Projekte folgen. Doch vereinzelte Aktionen, Kinder zu fördern, genügen ihr nicht - das von ihr neugegründete Baumhaus "Kahuza" soll daher sämtliche Projekte bündeln. Innerhalb weniger Monate renoviert sie gemeinsam mit Helfern in Eigeninitiative ein ungenutztes altes Haus in der Klosterstraße, das zur Heimstatt für rund 60 Kinder aus sozial benachteiligten Familien wird. Hier bekommen sie ein warmes Essen und Hilfe bei den Hausaufgaben, hier können sie spielen und lernen. Und das Wichtigste: Sie spüren Wärme und ...

Von Katja Pausch

Als die Hallenserin im April 2005 einen Verein gründet, um Kindern aus sozial benachteiligten Familien eine Anlaufstelle zu bieten, nimmt sie die Geschicke selbst in die Hand. So richtet die 43-Jährige mit Unterstützung einer Firma eine Schülerbibliothek in einer Grundschule ein. Kleinere Projekte folgen. Doch vereinzelte Aktionen, Kinder zu fördern, genügen ihr nicht - das von ihr neugegründete Baumhaus "Kahuza" soll daher sämtliche Projekte bündeln. Innerhalb weniger Monate renoviert sie gemeinsam mit Helfern in Eigeninitiative ein ungenutztes altes Haus in der Klosterstraße, das zur Heimstatt für rund 60 Kinder aus sozial benachteiligten Familien wird. Hier bekommen sie ein warmes Essen und Hilfe bei den Hausaufgaben, hier können sie spielen und lernen. Und das Wichtigste: Sie spüren Wärme und Zuwendung.

Auch dann noch, als der Verein nach fristloser Kündigung des Hauses im September 2007 vor der Obdachlosigkeit steht. "Kurz vor der Anerkennung als freier Träger kam mit der Kündigung aus brandschutztechnischen Gründen fast das Aus für uns", so Tina Witkowski. Doch die energische junge Frau lässt nicht locker. "Nicht aufgeben", ist ihr Motto, mit dem sie "ihren" Kindern zeigt, dass es sich im Leben zu kämpfen lohnt. Innerhalb einer Woche findet sie eine neue Heimstatt für den Verein - eine ungenutzte Schule, die seit Februar wiederum in Eigeninitiative renoviert wird. Innerhalb weniger Wochen haben Tina Witkowski und ihre Mitstreiter Lern- und Spielräume sowie eine Turnhalle hergerichtet. "Unser Ziel ist es, bis Jahresende das Haus zu kaufen, da die Stadt nicht auf eine Pachtvereinbarung eingehen will", so die junge Frau, deren Verein daher auf Spenden angewiesen ist.

Die 20 000 Euro Preisgeld, das sie am Dienstag in der Münchner Hofkirche zur Ehrung erhält, sind "eigentlich schon ausgegeben - für den Brandschutz und neue Türen". Natürlich sei sie stolz, solch eine Ehrung zu erfahren. "Doch wichtiger ist die Arbeit für Kinder - sie brauchen uns", so die Frau des Jahres 2007.