1. MZ.de
  2. >
  3. Lokal
  4. >
  5. Nachrichten Halle
  6. >
  7. Fußballeuropameisterschaft: Hallenser bejubeln den Euro-Auftakt

Fußballeuropameisterschaft Hallenser bejubeln den Euro-Auftakt

Zum Auftaktspiel der Europameisterschaft zog es viele Fußballfans in Halle zum Public Viewing. Vor Ort war dann die Begeisterung groß über den Auftritt der deutschen Elf. Warum aber nicht allen zum Feiern zumute ist.

Von Denny Kleindienst Aktualisiert: 14.06.2024, 23:20
Jubel am Volkspark: Dort kamen mehrere hundert Besucher zum Fußballgucken zusammen.
Jubel am Volkspark: Dort kamen mehrere hundert Besucher zum Fußballgucken zusammen. Foto: Kleindienst

Halle (Saale)/MZ - Ein paar beflaggte Autos hier, einige Menschen in Deutschlandklamotten oder Trikots da. In dem Rahmen spielte sich bis zum Start der Euro 2024 die EM-Begeisterung in Halle ab. Nach großer Euphorie sah das jedenfalls nicht aus.

Das Eröffnungsspiel am Freitag zeigte nun: Viele wollten sich das erste Spiel der deutschen Nationalmannschaft dann doch in der großen Gemeinschaft ansehen. Wenngleich es vielen dabei reichte, kurz vor Anpfiff zu erscheinen. So war eine Stunde vor Spielbeginn in der Fußballkneipe Elfmeter an der Reilstraße noch kaum etwas los. Chef Sven Wahl verwies aber auf 60 Vorbestellungen und fügte hinzu: „Unsere Stammgäste kommen immer auf den letzten Drücker.“

Kirsten hatte da längst Platz genommen. Sie hatte nicht nur ein Deutschlandtrikot an, sondern trug auch drei passende Ohrstecker: ein Herz in Deutschlandfarben, einen Fußball und einen Fußballschuh. Auch Stephan und Thomas trugen Deutschland-Trikots. Vor den dreien auf dem Tisch stand noch eine kleine Deutschlandfahne. Die drei sind ins Elfmeter gekommen, weil das ihre Stammkneipe ist. Nach ihrer Euro-Euphorie gefragt, erklärte Thomas: „Das Spiel heute ist der Dosenöffner. Wenn es gut ausgeht, ist die Euphorie da.“ „Dann ist Attacke“, fügte Kirsten hinzu.

Thomas, Kirsten  und Stephan in der Fußballkneipe Elfmeter
Thomas, Kirsten und Stephan in der Fußballkneipe Elfmeter
Foto: Kleindienst

Andreas und Johann waren dagegen zum ersten Mal im Elfmeter. Sie sind Servicemonteure aus Norddeutschland und hatten kurzfristig in Halle zu tun. Und sie waren froh, in dieser überdekorierten Fußballkneipe gelandet zu sein, um das Deutschlandspiel zu schauen.

Auf der Fanmeile in Leipzig waren derweil über 10.000 Fußballfans zusammengekommen und es herrschte eine Stimmung wie im Stadion. Am Volkspark Halle waren es immerhin mehrere hundert Gäste, die auf Bierbänken zusammenrückten oder drumherum standen. Unter ihnen Anton, der im Volkspark bereits das WM-Finale 2014 geguckt hat, das Deutschland bekanntlich gewann.

Fanmeile in Leipzig
Fanmeile in Leipzig
Foto: Skrzypczak

Nun sei er mit Freunden ganz gezielt wiedergekommen: „Das muss sein. Die EM im eigenen Land ist schon etwas besonders.“ Als dann die Deutschen die ersten Tore im Eröffnungsspiel schossen, war der Jubel groß am Volkspark. Menschen sprangen auf, rissen ihre Arme hoch. Kollektive Freude.

Carsten Rothweiler, der die Fußballkneipe Rosi’s betreibt, sprüht angesichts der schwierigen Lage in der Gastro indes nicht vor Begeisterung. Europameisterschaft hin oder her. Seit zwölf Jahren betreibt er das Rosi’s und sagt: „Ich mache das nur noch, weil ich den Laden liebe.“ Die Einkaufskosten, die Kosten für Personal und nicht zuletzt für die Lizenz zum Übertragen der Spiele – das sei insgesamt einfach alles zu viel. Und umlegen auf die Preise ließe sich das auch nicht. „Dabei bin ich nicht die billigste Kneipe“, so Rothweiler.

Selbst wenn das Rosi’s in diesen Tagen rappelvoll sein sollte, mache er dennoch nicht den großen Reibach. „Ich stoße mich jedenfalls nicht gesund an der EM.“ Dann sagt er noch: „Natürlich freue ich mich auf die EM. Weil ich selbst Fußballfan bin.“